Es hat sich doch noch ein Vorstand gefunden. Ein engagiertes Team will den Kulturverein Schöngeising weiterführen.
Der Kulturverein Schöngeising (KuSch) kann weiter bestehen. Noch vor wenigen Wochen hatte es so ausgesehen, als müsse der Verein aufgelöst werden. Nachdem der langjährige Vorstand angekündigt hatte, sich zurückziehen zu wollen, gab es zunächst keine Kandidaten für die Nachfolge. Doch nun hat sich ein engagiertes Team zusammengefunden, das die Arbeit des KuSch weiterführen will.
Stefanie Eikemeier hatte im vergangenen Jahr mit ihrem Jazz-Trio The Abstract Truth ein vom KuSch organisiertes Konzert im Bürgerhaus gegeben. Der Abend blieb ihr in bester Erinnerung.
„Alles war so gut vorbereitet und organisiert, ich habe mich gleich wohlgefühlt.“ Vereinsmitglieder waren sie und ihr Mann Dirk ohnehin schon.
Als die 52-Jährige aus dem Tagblatt vom drohenden Ende des Vereins erfuhr, war sie geschockt. „Wenn sowas verschwindet, kriegt man es ja nie wieder“, ist die Schöngeisingerin überzeugt. Schnell war dem Ehepaar klar, dass man das nicht zulassen dürfe.
Stefanie Eikemeier erklärte sich bereit, den Vorsitz zu übernehmen und wurde bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Gemeinschaftshaus einstimmig ins Amt gewählt. Ebenfalls mit jeweils 100 Prozent der Stimmen wurden die übrigen Vorstandsposten vergeben.
Neuer Zweiter Vorsitzender ist Gunter Schreier. Dirk Eikemeier wird sich künftig als Kassier um die Vereinsfinanzen kümmern, neue Schriftführerin ist Liliana Pfister. Mit den drei Beiräten Markus Pröll, Peter Hofmann und Angelika Dester ist der KuSch-Vorstand komplett.
„Ich freue mich sehr“, kommentierte Gerhard Gauck, der den Verein seit der Gründung 2013 geführt hatte. Ein Hauch Wehmut schwang dann aber doch mit, als er sich bei den übrigen scheidenden Vorstandsmitgliedern bedankte. „Es war immer toll mit euch.“
Der 120 Mitglieder starke KuSch organisiert ein breites Spektrum an kulturellen Veranstaltungen – Konzerte, Theater, Kabarett, Ausstellungen, Lesungen und vieles mehr. Das Angebot ist alles andere als selbstverständlich für einen Ort von der Größe Schöngeisings. Mit dem im Januar eröffneten Gemeinschaftshaus steht nun auch ein idealer Veranstaltungsort zur Verfügung.
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Stefanie Eikemeier hat nach eigener Aussage schon Respekt vor der Aufgabe, aber ebenso sehr viele Ideen. „Ich würde mich freuen, wenn sich lokale Künstler bei mir melden.“ Im Kulturbetrieb ist sie schon lange zu Hause. Als Pianistin spielt sie in zwei Bands, kennt sich mit der Vorbereitung von Auftritten aus, mit der dazugehörigen Technik und GEMA-Gebühren.
Im Hauptberuf Projektmanagerin bei Siemens bringt die Mutter zweier Kinder einschlägige Erfahrung mit. „Ich organisiere Schulungen, das ist teilweise wie Event-Management.“
Mit Liliana Pfister gehört eine weitere aktive Kulturschaffende dem Vorstand an. Die PR-Beraterin kommt aus einer Musikerfamilie, spielt Klavier, Schlagzeug und Theater.