Lange wurden sie als Geflüchtetenunterkünfte genutzt, nun sind die zuvor belegten drei Sporthallen im Landkreis Miesbach wieder frei. Die Halle in Tegernsee wird saniert.
Miesbach/Landkreis – Als „eines meiner größten Ziele“ hat es Landrat Olaf von Löwis bezeichnet, die mit Geflüchteten belegten drei Sporthallen des Landkreises frei zu bekommen. Nun ist es erreicht, Der Landrat zeigte sich „sehr froh und dankbar“. Die Turnhalle des Gymnasiums Tegernsee könnte schon nach den Osterferien wieder für Sport zur Verfügung stehen.
Miesbach und Tegernsee: Sporthallen sind frei – Erstaufnahme jetzt am Landratsamt
In den vergangenen drei Jahren hat der Landkreis mangels Alternativen geflüchtete Menschen in der Halle in Tegernsee sowie der Gymnasiums- und Berufsschul-Sporthalle in Miesbach untergebracht. „Geflüchtete in Turnhallen unterzubringen, ist und bleibt die schlechteste Lösung. Allerdings waren wir durch den Krieg gegen die Ukraine dazu gezwungen“, resümiert von Löwis.
Das hatte auch Folgen für die vorherigen Nutzer. Schulen mussten den Sportunterricht in andere Hallen verlegen, Schüler dorthin gebracht werden. Vereine mussten ebenfalls zusehen, für ihre Trainings Zeiten in anderen Gemeindehallen zu bekommen.
Mit der Unterkunft neben dem Vivo-Gelände in Warngau bekam das Landratsamt die erhoffte Möglichkeit, die Hallen zu leeren. Bereits im Oktober vergangenen Jahres wurde – allerdings zunächst zu Lasten der Miesbacher Hallen – die Tegernseer Halle geräumt. Inzwischen liegen die Gutachten vor und bald soll wieder gesportelt werden.
Generalsanierung in Tegernsee wohl erst 2027
Das Landratsamt hat sich dazu entschlossen, die schon vor Ausbruch des Ukrainekriegs geplante Generalsanierung nochmal zu verschieben, voraussichtlich auf 2027. Vorerst werden nur „die für eine Interimsnutzung notwendigen Reparaturen“ durchgeführt, teilt das Landratsamt mit. Auch die Kletterwand wird hergerichtet. Wenn alles gut geht, könnte die Halle nach den Osterferien wieder nutzbar sein.
Wann die Miesbacher Gymnasiums- und Berufsschulhalle wieder für den Sport zur Verfügung stehen, ist unklar. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Hallen wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zu übergeben“, erklärt von Löwis. Es werden nun Gutachten erstellt, um den Umfang und die Dauer der Sanierungsmaßnahmen abschätzen zu können. Aus beiden Hallen wurden erst die vergangenen Tage die letzten Menschen verlegt.
Als besonders schwierig gestaltete es sich, die Berufsschulhalle als dezentrale Drehscheibe zu ersetzen. Dort wurden die Busse, die in der Regel alle zwei Wochen von den Ankerzentren und der Erstanlaufstelle München in den Landkreis geschickt wurden, in Empfang genommen, die Geflüchteten registriert und vorläufig aufgenommen.
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Für die Registrierung wurden Räume des Landratsamtes hergerichtet, danach werden die Menschen zunächst nach Warngau, wo derzeit bereits 230 Menschen leben. In der dortigen Unterkunft ist laut Landratsamt „eine Erstaufnahme aufgrund fehlender technischer Voraussetzungen nicht möglich“.
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