Zu wenig Anmeldungen: Adventsveranstaltung im Schaustollen fällt aus

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Bleibt heuer ohne Adventszauber: der Schaustollen in Deisenried. © THOMAS PLETTENBERG

Der Barbaraverein Leitzachtal wollte die Bergbau-Tradition erstmals öffentlich feiern. Doch die Premiere im Schaustollen Deisenried wurde abgeblasen.

Deisenried – Raus aus dem Stollen, rein in die Kirche: Die letzte Schicht unter Tage vor der Christmette war für die Bergleute eine ganz besondere – und endete mit einer kleinen Feierstunde. „Mettenschicht“, nannte sich diese weihnachtliche Tradition, die auch der Barbaraverein Leitzachtal bis heute für seine Mitglieder am Leben erhält. Heuer sollte sie erstmals öffentlich stattfinden, weil endlich der passende Ort dafür zur Verfügung steht: der im Herbst eröffnete Schaustollen Deisenried.

Gleich acht Termine – jeweils samstags und sonntags von 17 bis 20 Uhr an allen vier Adventswochenenden – hatte der Verein in Zusammenarbeit mit der Hundhamer Eventagentur alpinenature geplant. Hatte, denn die Idee zur Mettenschicht ist mittlerweile schon wieder begraben. „Wir haben schlicht zu wenig Anmeldungen bekommen“, sagt Agentur-Geschäftsführer Rolf Schneider auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Pläne seien wohl doch etwas zu ambitioniert gewesen, weil sich die Besucher so zwar auf alle Tage verteilt hätten, aber an keinem genug für eine wirtschaftliche Durchführung gekommen wären.

Vorsitzender und Eventmanager sind Nachbarn

Der Kontakt zum Barbaraverein sei über dessen früheren Vorsitzenden Martin Schmid zustande gekommen, berichtet Schneider. „Wir sind Nachbarn.“ Im Gespräch sei man auf die Idee gekommen, den neuen Schaustollen mit Veranstaltungen zu beleben. Allerdings immer unter der Voraussetzung, dass diese auch einen bergmännischen Bezug haben, wie Schmid auf Nachfrage ergänzt. Wie eben die Mettenschicht.

Die hätte laut Ankündigung ein „weihnachtliches Programm mit Theater, Musik, Erzählungen, einer Führung und Gutes für Leib und Seele“ beinhaltet. Auch ein Berggeist wäre aufgetreten und das Steigerlied wäre angestimmt worden, verrät Schmid. Flyer und Plakate waren laut Schneider schon gedruckt. „Aber wir waren wohl zu spät dran.“

Neuauflage als Teil von Jahresprogramm möglich

Eventuell bekommt die Mettenschicht 2026 aber eine neue Chance. Dann als Teil eines Jahresprogramms, das der Barbaraverein aktuell zusammen mit alpinenature ausarbeitet. Nach dem Vorbild der Volkshochschulen wolle man den Schaustollen so ganzjährig mit Veranstaltungen bespielen, die der Bevölkerung die Bergbaugeschichte näherbringen sollen. Vieles davon in den Ferien, um auch Familien mit Kindern zu erreichen. Doch auch die Schulen selbst hat Schmid im Blick, das Schulamt habe sich schon mal interessiert gezeigt, berichtet der frühere Vorsitzende.

Obwohl er sich aus der ersten Reihe des Vereins, der nun von Bernhard Lidschreiber geführt wird, zurückgezogen hat, um der jüngeren Generation eine Chance auf Einarbeitung zu geben, setzt sich Schmid weiter mit Herzblut für den Schaustollen ein. Und für dessen Zweck, den Menschen damit etwas zu vermitteln. „Deshalb wollen wir nicht nur auf die Besucherzahlen schielen“, betont Schmid. Und sich auch nicht von zu wenig Anmeldungen zur Mettenschicht entmutigen lassen.