Handball-Champions League: Füchse Berlin vor Final Four: "Sind der Neuling"

Wenige Tage nach dem historischen Gewinn der ersten deutschen Meisterschaft wartet auf die Füchse Berlin schon das nächste Highlight. Am Wochenende kämpfen die Berliner im Final Four der Champions League in Köln auch noch um Europas Handball-Krone. "Das ist etwas Großartiges, in unserem ersten Jahr gleich das Final Four erreicht zu haben. Auch in der Art und Weise, wie wir es erreicht haben. Das bedeutet uns viel", sagte Sportvorstand Stefan Kretzschmar.

Die Frage wird nur sein, wie viel Energie und Mentalität ist nach dem aufreibenden Bundesliga-Finale und den anschließenden Feierlichkeiten noch da. "Ich weiß nicht, wie groß wir sind, um das zu bewältigen. Der Trainer kann versuchen, die Mannschaft gut vorzubereiten, Kretzsche kann eine Motivationsansprache halten. Das alles wird aber nicht dafür sorgen, dass wir diese Spiele gewinnen. Das geht jetzt nur von innen heraus", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

Halbfinalgegner Nantes nicht unterschätzen

Seit Mittwoch ist das Team wieder im Training. "Wir müssen einfach wieder schnell in den gewohnten Rhythmen kommen", sagte Trainer Jaron Siewert. Denn es geht in Köln wieder bei null los. "Die Mannschaft hat gesagt, wir reisen da nicht als Meister hin. Die Champions League ist ein ganz anderer Wettbewerb. Da ist eine Meisterschaft nichts wert", so Siewert weiter.

Die Füchse treffen im ersten Halbfinale auf den HBC Nantes aus Frankreich. "Vom Papier her vielleicht der leichteste Gegner, aber eine brandgefährliche Mannschaft. Gerade französische Mannschaften haben oft genug gezeigt, dass der Underdog erfolgreich sein kann", warnte Kretzschmar. Das andere Halbfinale bestreiten der zweifache Champions-League-Sieger SC Magdeburg und Titelverteidiger FC Barcelona.

Berliner sehen sich nicht als Favorit

Einige Experten haben die Füchse nach den starken letzten Monaten zum Favoriten in Köln erklärt. Und die deutsche Meisterschaft wird das nicht verringert haben. "Das nehmen wir schon wahr und die Komplimente auch gern an. Aber wir lassen uns davon sicherlich nicht einlullen", sagte Kretzschmar. Auch Siewert sieht sein Team nicht in der Favoritenrolle. "Grundsätzlich sind der Titelverteidiger und die Mannschaft, die es am häufigsten gewonnen haben die Favoriten: Und das ist beides Barcelona. Wir standen hingegen noch nie im Finale und sind der Neuling", sagte er.

Kretzschmar wähnt deshalb alle Teams in der gleichen Ausgangslage. "Jeder der im Final Four steht, hat das Zeug, das Ding zu gewinnen. Es sind so viele Sachen, die dort an einem Wochenende eine Rolle spielen", sagte er. 

Dennoch wollen die Füchse auch den nächsten Titel holen und die Saison krönen. Zumal es sich mit der Meisterschaft im Rücken nun befreit und ohne Druck aufspielen lässt. "Dieser Riesen-Ballast, der bei den Rhein-Neckar Löwen auf unseren Schultern lag, den werden wir dieses Mal nicht haben", sagte Hanning. Darauf setzt auch Siewert. "Ich hoffe, dass wir wieder den attraktiven Tempo-Handball der letzten Wochen spielen können", sagte er.