Touristen benehmen sich daneben – Stadt sperrt nun Urlauber aus

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Wie hier an einem oft von Touristen überlaufenen Bahnübergang in Fujisawa City, ist auch in Kyoto das Verhalten der Gäste immer wieder ein Problem. Das hat nun Konsequenzen für die Urlauber. © Yosuke Tanaka/IMAGO

Viele bekannte Urlaubsorte gehen inzwischen mit Verboten gegen rüpelhafte Touristen vor. Nach Bewohner-Beschwerden zieht eine Stadt nun die Reißleine.

Kyoto – Eigentlich sollte man meinen, dass man auch als Gast einen guten Eindruck bei seinen Gastgebern hinterlassen möchte. Immer mehr Touristen scheint das jedoch egal zu sein. Immer mehr Urlaubsorte rund um die Welt ziehen aufgrund dieses Trends nun auf die ein oder andere Art die Reißleine. Oft in Form von Verboten, die das schlechte Benehmen der Touristen unter Strafe stellen. In Kyoto hat jedoch selbst das nicht gefruchtet und die Stadt in Japan sieht sich nun gezwungen, im Geisha-Stadtteil Gion noch härtere Maßnahmen zu ergreifen.

Kyoto ist „kein Freizeitpark“ – nach Bewohner-Beschwerde wird Stadtteil für Touristen gesperrt

Denn immer wieder hatten Touristen dort die Geishas bei ihrer Arbeit belästigt und ungefragt Fotos von ihnen geschossen. Stadtratsmitglied Isokazu Ota sagte, dass die Urlauber sich teilweise wie Amateur-Papparazzi benehmen würden. Ein Verbot, Fotos mit den Geishas zu machen, und der Hinweis darauf, Abstand zu halten und die teuren Kimonos – oft Einzelstücke – nicht zu berühren, zeigten keine Wirkung.

Nun haben die Bewohner die Nase voll. Kyoto sei „kein Freizeitpark“, zitiert der Guardian die Aussage eines Zusammenschlusses der Einwohner des Stadtteils. Sie forderten die Stadt auf, endlich zu handeln.

Ruhige Gasse im Kyotoer Stadtteil Gion mit japanischer Frau im Kimono.
So ruhig soll es in den Nebenstraßen des Kyotoer Stadtteils Gion künftig immer zugehen. Die Stadt untersagt Urlaubern hier künftig den Zutritt. © Korn Vitthayanukarun/Pond5 Images/IMAGO

Stadt Kyoto sperrt Straßen für Urlauber und führt 10.000-Yen-Strafe ein

Und genau das hat die Stadt nun getan. Geplant ist nun, die kleinen Seitenstraßen künftig für den Besucherverkehr zu sperren. Viele davon sind in Privatbesitz und werden in Zukunft einschränken, wer sie nutzen darf. Die Änderung tritt bereits nächsten Monat in Kraft. „Wir werden im April Schilder aufstellen, die Touristen dazu auffordern, unsere Privatstraßen nicht zu betreten“, zitiert die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) Isokazu Ota.

Auf den Schildern soll stehen, dass es sich um eine private Straße handelt, die man nicht betreten solle. Sowohl auf Japanisch als auch auf Englisch. Die Aufforderung ist dabei nicht nur eine höfliche Bitte. Wer die Schilder missachtet, muss 10.000 Yen (umgerechnet etwa 62 Euro) Strafe zahlen. Die größeren Hauptstraßen stehen Touristen allerdings weiterhin offen.

Italien wehrt sich ebenfalls mit allen Mitteln gegen den Übertourismus. So wird etwa an immer mehr beliebten Stränden Eintritt verlangt. Indes geht Amsterdam mit Verboten gegen den Kiffer-Tourismus vor. (sp)

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