Ein Trompeter, Komponist und Produzent erhält heuer die Auszeichnung der Stadt. Der Name wurde am Dienstag bekannt gegeben.
Geretsried - Im Schloss Leopoldskron in Salzburg hat Florian Sagner am Wochenende noch mit seiner Trompete am DJ-Pult gestanden – als Musiker auf einer indischen Hochzeit. Drei Tage später zurück in Geretsried saß er im Chamalières-Zimmer im Geretsrieder Rathaus – als Überraschungsgast. Dort präsentierten Bürgermeister Michael Müller, die Fachbereichsleiterin Kultur und Archiv Anita Zwicknagl und Hans Ketelhut, Kulturreferent im Stadtrat, den Komponisten, Produzenten und Musikschullehrer als diesjährigen Kulturpreisträger. Die Verleihung findet in gut zwei Wochen in den Ratsstuben statt. Dort wird der 56-Jährige wieder mit der Trompete auf der Bühne stehen – mit seiner Band The Stimulators.
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Geretsrieder Florian Sagner von den Stimulators bekommt Kulturpreis 2025
Florian Sagner gehört zu den Musikern, die ihre Leidenschaft leben und davon leben können. Eine Rolle spielt dabei, dass er sich mit seiner Kombination aus DJ-Musik und Live-Trompete im Eventbereich einen Namen gemacht hat. „Da geht es ums Existieren, nur mit Jazz-Musik sähe es schlecht aus“, räumt der Geretsrieder ein. So landete er auf besagter indischer Hochzeit. Ansonsten gestaltet er Veranstaltungen von namhaften Unternehmen wie Porsche, Dr. Oetker, Bauknecht oder auch dem FC Bayern musikalisch.
„Fürs Herz sind die Stimulators“, sagt Sagner. Wobei die Ska-, Latin, Blues-, Jazz- und Soul-Band mitunter auch Gagen bekomme, die „Okay“ seien. Mit den Musikern um Peter Schneider steht der Trompeter seit 27 Jahren auf der Bühne. Auf über 700 Konzerte kommt die Gruppe, neben Deutschland auch in der Schweiz, Österreich, Spanien und Chicago. Als Vorband von Soul-Legende James Brown spielte sie früher in Hallen vor 10 000 Zuschauern. „Dort kann ich mich als Musiker weiterentwickeln und die Musik spielen, die ich selbst spielen möchte.“
Musikschule Geretsried spielt entscheidende Rolle für Florian Sagner
Das gilt auch für das rund eine Dutzend Bands, in denen Sagner ebenfalls Trompete spielt. Sie ist außerdem in den Eberhoferkrimis und der Komödie „2 Days in Paris“ zu hören. Sagner produziert auch Lounge-Musik, die es schon auf Veröffentlichungen vom Café del Mar und der Buddha-Bar geschafft haben. In seinem heimischen Tonstudio sind fast alle Veröffentlichungen der Stimulators entstanden. Die Blues-Band Crazy Hambones war ebenfalls bereits in seinem Keller, wobei laut Sagner im digitalen Ergebnis der „authentische analoge Vintageklang“ gelobt worden sei. Über seine Arbeit im Tonstudio lernte der Geretsrieder übrigens seine Frau Iryna, die Operngesang und Klavier studiert hat. Die beiden haben im Geretsrieder Rathaus geheiratet und arbeiten heute noch zusammen. Ihre beiden Söhne Daniel und Julian nutzen das väterliche Tonstudio für Hip-Hop-Projekte.
Die Musikschule Geretsried spielt in Sagners Leben eine entscheidende Rolle. „Sie ist mein sicherer Hafen“, sagte der 56-Jährige. Zum einen helfe ihm die Anstellung, „mich musikalisch zu verwirklichen“. Zum anderen gebe er sein Wissen gerne weiter. Er selbst hat als Kind an der Musikschule Trompete angefangen. Horia-Dinu Nicolaescu mit seiner Big Band „hat mir sehr weitergeholfen“. Von dort ging es für den 57-Jährigen ans Konservatorium in Augsburg, über den Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr in Garmisch-Partenkirchen ans Mozarteum in Salzburg, wo er Musik studierte. Damit gab es Einsätze in der Klassik. Aber „es hat mich schon immer in den Jazz getrieben.“
„Till Brönner von Geretsried“
„Eine Ehre“ sei es, den Kulturpreis zu erhalten, sagte Florian Sagner beim Pressegespräch am Dienstag im Rathaus. Nach dem Aufruf der Stadt im Frühjahr waren sechs Vorschläge eingegangen, berichtete Anita Zwicknagl, die den Fachbereich Kultur und Archiv im Rathaus leitet. Der zuständige Ausschuss und schließlich der Stadtrat entschieden sich einstimmig für Sagner, so Zwicknagl. „Er vertritt unsere Stadt im In- und Ausland.“ Er sei der „Till Brönner von Geretsried“, wenn man das so sagen dürfe. Bürgermeister Michael Müller hob die Bedeutung des Kulturpreises hervor. „Er ist nicht nur die Ehrung der Person, sondern Wertschätzung für die Kultur, den Zusammenhalt und das Zusammensein in unserer Stadt“, so der Rathauschef. Kulturreferent Hans Ketelhut lobte insbesondere Sagners Vielseitigkeit. „Du bist Aushängeschild für Geretsried. Mit dem Kulturpreis wollen wir etwas zurückgeben.“
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