Weltweiter Rückruf von Stanley Cups: Millionen Produkte betroffen – Viele Kunden brauchten „ärztliche Hilfe“

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Viele Menschen nutzen auf der ganzen Welt Reisebecher von Stanley. Ein Defekt sorgt nun für einen Rückruf der Stanley Cups – und zahlreiche Arztbesuche.

München – Der renommierte Produzent von Outdoor-Artikeln Stanley sieht sich gezwungen, einige seiner Produkte weltweit per Rückruf aus dem Verkehr zu ziehen. Die Firma, die ihren Sitz in den USA hat, ist bekannt für ihre Trinkflaschen, die Stanley Cups, die auch in Deutschland von vielen Outdoor-Enthusiasten und als Reisebecher für den Camping-Urlaub geschätzt werden.

Rückruf bei Stanley Cup: Insgesamt 2,6 Millionen Reisebecher aus dem Verkehr gezogen

Es wurde eine Rückrufaktion für 2,6 Millionen Stanley Cups eingeleitet, nachdem eine Vielzahl von Kundenbeschwerden eingegangen waren. Einige Verbraucher mussten sogar medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, da die Verletzungen, die sie durch die Nutzung der Reisebecher erlitten hatten, so schwerwiegend waren. Gefahren drohten auch beim Verzehr eines Snacks, der kürzlich bei Rewe, dm und Rossmann zurückgerufen wurde.

Die folgenden Stanley-Produkte sind von dem globalen Rückruf betroffen:

  • Stanley Switchback in Flaschengröße 12 Ounces (350 Milliliter) – Produktidentifikationsnummer: 20-01437
  • Stanley Switchback in Flaschengröße 16 Ounces (470 Milliliter) – Produktidentifikationsnummern: 20-01436, 20-02211
  • Stanley Trigger Action in Flaschengröße 12 Ounces (350 Milliliter) – Produktidentifikationsnummern: 20-02033, 20-02779, 20-02825
  • Stanley Trigger Action in Flaschengröße 16 Ounces (470 Milliliter) – Produktidentifikationsnummern: 20-02030, 20-02745, 20-02957
  • Stanley Trigger Action in Flaschengröße 20 Ounces (590 Milliliter) – Produktidentifikationsnummern: 20-02034, 20-02746
Zwei Thermoflaschen
Diese beiden Stanley Cups sind von einem weltweiten Rückruf betroffen. Es besteht akute Verbrennungsgefahr. © Stanley/Jörg Carstensen/dpa

Verbraucherschutzbehörde schildert mehrere Fälle von verletzten Kunden – „benötigten ärztliche Hilfe“

Stanley gab in einer Mitteilung den Grund für den Rückruf bekannt: „Stanley 1913 ruft in Zusammenarbeit mit der U.S. Consumer Product Safety Commission (CPSC) freiwillig die Reisebecher Switchback (12 oz und 16 oz) und Trigger Action (12 oz, 16 oz und 20 oz) zurück, da sich das Gewinde des Deckels bei Hitze und Drehmoment zusammenziehen kann, wodurch sich der Deckel während des Gebrauchs lösen kann, was eine Verbrennungsgefahr darstellt.“ Weiterhin forderte Stanley seine Kunden auf: „Wir bitten alle unsere Kunden, die derzeit im Besitz von Switchback- oder Trigger Action-Reisebechern sind, die Verwendung dieser Produkte sofort einzustellen und eine Registrierung für einen kostenlosen Ersatzdeckel auszufüllen.“

Outdoor-Marke Stanley

Die Marke Stanley besteht bereits seit mehr als 100 Jahren. Die Basis für den Erfolg des Unternehmens legte William Stanley Jr., der im Jahr 1913 eine tragbare Flasche aus Stahl mit Vakuumisolierung erfand. Inzwischen nutzen viele Outdoor-Fans beim Camping die Stanley Cups, auch als Lifestyle-Produkt im Alltag haben sich die Becher einen Namen gemacht. Zudem werben Prominente wie Fußball-Weltstar Lionel Messi für die Marke – der Argentinier brachte kürzlich sogar eine eigene Stanley-Cup-Serie auf den Markt.

Die U.S. Consumer Product Safety Commission (CPSC) veröffentlichte ebenfalls eine Mitteilung zu dem Rückruf. Laut der Verbraucherschutzbehörde in den USA gab es zahlreiche Vorfälle und Verletzungen im Zusammenhang mit der Nutzung der fehlerhaften Stanley Cups. „Stanley hat weltweit 91 Berichte erhalten, darunter 16 in den USA, wonach sich die Deckel der zurückgerufenen Reisebecher während des Gebrauchs ablösten, was weltweit zu 38 Verbrennungen führte, darunter zwei in den USA, wobei elf Verbraucher weltweit ärztliche Hilfe benötigten“, so das Statement der CPSC.

So können Kunden feststellen, ob sie vom Rückruf betroffen sind – Produkte auch bei Amazon und Lidl verkauft

Um festzustellen, ob der eigene Reisebecher vom Rückruf betroffen ist, sollten Kunden einen Blick auf die Unterseite der Flasche werfen. Dort befindet sich unter anderem die siebenstellige Produktidentifikationsnummer. Stanley bietet auf seiner Webseite im unteren Bereich der Rückrufmitteilung die Möglichkeit, diese Nummer in ein Suchfeld einzugeben und zu überprüfen.

Eine Grafik zeigt, wo sich die Produktidentifikationsnummer einer Trinkflasche befindet
Auf dem Flaschenboden der Stanley Cups findet sich die Produktidentifikationsnummer (roter Kreis). © Stanley/Paul Zinken/dpa

Stanley Cups sind mittlerweile fast überall erhältlich. Auch Discounter wie Lidl führen diese in Deutschland immer wieder im Sortiment. Laut CPSC waren die vom Rückruf betroffenen Reisebecher in den USA bei Amazon.com, Walmart, Dick’s Sporting Goods, Target und anderen Geschäften erhältlich. Auch die deutsche Amazon-Seite hatte die zurückgerufenen Stanley Cups im Angebot. Vor kurzem wurde zudem ein Aufstrich-Rückruf gestartet – betroffene Produkte waren bei Rewe, Edeka und Netto zu erwerben. (kh)

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