Das 100-jährige Bestehen des katholischen Burschenvereins Pfaffenhofen wird in Pfaffenhofen vier Tage lang gefeiert.
Mit nur zwei Schlägen zapfte Bürgermeister Helmut Zech am vergangenen Donnerstag das erste Fass Festbier der König Ludwig Brauerei an und eröffnete damit die Festtage zum 100-jährigen Bestehen des katholischen Burschenvereins Pfaffenhofen. Das Schönwetterbitten der Burschen nach Maria Birnbaum mit Diakon Michael Popfinger im Schlepptau im April hatte sich bezahlt gemacht: Die Sonne strahlte auf das große Festzelt, das die Burschen in den vergangenen zwei Wochen aufgebaut hatten.
Nach dem Bieranstich, zu dem die Blaskapelle Sittenbach aufspielte, stand der politische Volksfestabend auf dem Programm. Nach der Begrüßung durch den zweiten Vorstand Michi Lampl übernahm der Vorsitzende der Burschen, Tobias Pfisterer, das Mikrophon und betonte die Werte des Vereins: „Gemeinschaft, Freundschaft, Engagement und Tradition“. Werte, für die vor 100 Jahren der Grundstein gelegt worden sei. Ihm sei der Burschenverein, der über 50 Mitglieder zählt, zur zweiten Heimat geworden.
„Wir haben immer viel Spaß“, so Pfisterer. Das war für alle Besucher spürbar, denn nur durch diesen Gemeinschaftssinn ist es möglich, dass die Burschen das Bauhofareal zu einem tollen Festgelände umwandeln konnten, und dazu ein aufwändiges Festprogramm auf die Beine stellen konnten. „Wir wünschen uns ein unvergessliches Fest – auf die nächsten 100 Jahre“, rief Tobias Pfisterer.
Bürgermeister Helmut Zech, in den 80-er Jahren selbst Mitglied, hob das Engagement des katholischen Burschenvereins in der Gemeinde hervor. Hier werde bayerische Tradition gelebt. Er lobte die Burschen für deren Einstellung. „Ihr seid anständiger als wir damals“, verriet das Gemeindeoberhaupt und plauderte aus dem Nähkästchen. Aufgrund des schlechten Rufs der Burschenvereine habe man damals bei Ausflügen keine Unterkunft bekommen. „Wir mussten uns als Chorgemeinschaft ausgeben“, verriet Helmut Zech augenzwinkernd.
Die Gemeinde unterstütze die Burschen gerne bei der 100-Jahr-Feier, betonte Zech. So stellt sie nicht nur das Bauhofgelände für vier Wochen zur Verfügung, sondern kümmert sich auch um die Energieversorgung.
Wie es sich für einen politischen Volksfestabend gehört, wurde Zech dann auch noch politisch, bevor Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger die Bühne betrat. „Bei den bayerischen Kommunen gehen die Lichter aus“, sprach er Aiwanger direkt an und bat um Antwort auf ein Schreiben, das er jüngst an Aiwangers Ministerium geschickt habe. „Die Kommunen sind überlastet, das funktioniert auf diese Art und Weise nicht“, schimpfte Zech in Richtung des stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten. Der ging jedoch in seiner anschließenden Rede allerdings nicht auf die Kritik des Pfaffenhofener Bürgermeisters ein. Nach dem Ausflug in die Politik wurde im Festzelt noch ausgelassen gefeiert.
Bei den bayerischen Kommunen gehen die Lichter aus. Die Kommunen sind überlastet, das funktioniert auf diese Art und Weise nicht.
Am gestrigen Freitag dann sorgte die Wiesn-Band „Gaudi-Blosn“ und der Barbetrieb für Partystimmung. Im Außenbereich konnten sich männliche und weibliche Kraftpakete beim Hau-den-Lukas-Wettbewerb unter Beweis stellen, und wer danach eine Abkühlung brauchte, konnte seine Beine im knietiefen Pool hinter dem großen Zelt baumeln lassen.
Weiter geht es am heutigen Samstag mit dem bayerischen Kabarettisten und Podcaster Wolfgang Krebs, der mit seinem neuen Bühnenprogramm „Bavaria First“ in Pfaffenhofen zu Gast sein wird. Am morgigen Sonntag werden die Böllerschützen um sechs Uhr morgen den „Weckruf“ übernehmen, damit auch alle Vereine, rund 70 sind angemeldet, mit ihren Fahnenabordnungen pünktlich zum Weißwurstessen um acht Uhr im Festzelt auftauchen. Um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst mit Diakon Michael Popfinger, der die neuen Fahnenbänder segnen wird.
Nach einem Mittagessen, bei dem die „Heldensteiner Heibod’n Blos’n“ aufspielen wird, beginnt um 14 Uhr der Festzug der Vereine mit ihren Fahnenabordnungen durch die Ortschaft Pfaffenhofen. Begleitet werden die Vereine von Blaskapellen, die den Umzug musikalisch umrahmen.
Simone Wester