CDU-Haseloff kontert Söders Länder-Fusionsplan mit Spott

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Reiner Haseloff reagiert mit Humor auf Söders Vorschlag. Die Länderfusion bleibt ein heißes Thema. Was steckt hinter den Plänen?

München/Magdeburg/Kiel – Nachdem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit seiner Forderung nach weniger Bundesländern deutschlandweit Spott auf sich gezogen hatte, meldet sich nun auch Reiner Haselhoff (CDU). In Halle äußerte sich der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt laut dpa spöttisch: „Wir sind Selbstversorger plus Exporteur und es gibt ein Land, das ist in einer kritischen Situation, was fremd versorgt werden muss. Die Frage ist, was machen wir mit so einem Land?“ Damit bezog er sich auf Bayern.

Markus Söder bei einer Rede vor einer Bayern-Flagge
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder will Bundesländer zusammenlegen © IMAGO / STEINSIEK.CH

Haseloff scherzte, dass Sachsen-Wittenberg früher bis weit ins fränkische Land gereicht habe, und zog in Erwägung, die Grenzen auf diesen historischen Stand zurückzuverschieben. Er versprach unter Gelächter des Publikums: „Bis die Verfassung geändert ist, versprechen wir trotzdem, solidarisch wie wir sind, dass wir weiterhin München, die Staatskanzlei und Bayern nicht ohne Strom lassen, sodass sie also auch weiterhin gut versorgt sind.“

Bundesländer abschaffen? Kritik an Söders Vorstoß von CDU-Landeschefs Günther und Haselhoff

Auch Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein (CDU) lehnt Söders Haltung ab. „Unser föderales System hat sich bewährt“, zitiert die dpa Günther. „Wir sollten daran arbeiten, Prozesse zwischen den Ländern und zwischen Bund und Ländern zu verbessern.“ Die Modernisierungsagenda habe dafür die notwendigen Voraussetzungen geschaffen. „Immer neue Strukturdebatten helfen nicht weiter“, fügte er hinzu.

Markus Söder hatte zuvor auf Winterklausur der CSU-Landtagsfraktion im oberfränkischen Kloster Banz gesagt, dass es nicht akzeptabel sei, wenn einige Länder kaum noch überlebensfähig seien und von Bayern sowie anderen finanziert werden müssten. Dabei ging es ihm wohl um den Länderfinanzausgleich. Söder argumentierte nach Angaben der Teilnehmer: „Größere Einheiten sind erfolgreicher als kleine“ und forderte, „die Bundesländerstruktur mit größeren Einheiten versehen“ zu müssen. Darüber berichtete der Münchner Merkur von Ippen.Media. Er betonte, es brauche „weniger Bundesländer, ganz einfach“. Söder nannte keine konkreten Bundesländer, die er zusammenlegen würde.

Söder hat sich bereits in der Vergangenheit mehrmals kritisch über die Belastung Bayerns durch den Länderfinanzausgleich geäußert. „Der Länderfinanzausgleich ist die größte Sauerei und ein Riesenscheiß“, sagte der bayerische Ministerpräsident im September 2025 bei Markus Lanz im ZDF. „Maximal vier Länder zahlen für die anderen, und wir in Bayern zahlen fast alles.“ Bayern ist ein sogenanntes Geberland, das die finanziell schwächeren Bundesländer unterstützt. Neben Bayern machen das aktuell nur Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg. (Quellen: dpa, ZDF) (cdz)

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