VW wirbt mit einem günstigen Modell seines Kompaktstromers, der E-Mobilität ab 2026 einer breiten Masse zugänglich machen soll. Doch offenbar kommt es zu Verzögerungen.
Wolfsburg – Auf der IAA im September kündigte VW offiziell den ID.Polo an. Der elektrisch angetriebene Kleinwagen soll in seiner günstigsten Version für weniger als 25.000 Euro zu haben sein. Mitte Dezember folgten weitere Details.
Demnach sollte der ID. Polo zum Marktstart im Frühjahr 2026 in drei Leistungsstufen mit 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS) und 155 kW (211 PS) geben. Im Laufe des kommenden Jahres soll zudem der ID. Polo GTI mit 166 kW (226 PS) folgen. Die Versionen mit 85 kW und 99 kW sollen mit einer 37 kWh großen LFP-Batterie (Lithium-Ferrophosphat) der neuen Hochvolt-Generation starten. Die beiden höher motorisierten Antriebe sollen mit einer NMC-Variante (Nickel-Mangan-Kobalt-Akku) mit 52 kWh der neuen PowerCo-Einheitszelle ausgestattet werden.
Verzögerter Marktstart der günstigen Varianten des VW ID.Polo: Zur Einführung nur 30.000-Euro-Modell
„Mit einem Einstiegspreis ab 25.000 Euro machen wir Elektromobilität für viele Menschen in Europa erreichbar“, ließ sich VW-Markenchef Thomas Schäfer in einer Unternehmensmitteilung zitieren. Doch offenbar ist das nur die halbe Wahrheit. Denn zum Bestellstart im April 2026 soll nur die 155-kW-Variante mit dem größeren und damit auch teureren Akku konfigurierbar sein, wie das Handelsblatt berichtet. Händler gehen demnach davon aus, dass dieses Modell, das ab Spätsommer 2026 ausgeliefert werden soll, mehr als 30.000 Euro kosten wird.
Als Grund wird die verspätete Verfügbarkeit des günstigeren Akkus genannt, der zunächst von einem Zulieferer zugekauft wird. Die größere Batterie, die im eigenen Werk in Salzgitter hergestellt wird, ist dagegen ab Bestellstart verfügbar. Das Fachmagazin IT Boltwise berichtet jedoch, dass Experten vermuten, die Kosten für die Herstellung des Elektroautos seien höher als ursprünglich angenommen. Dies habe zu einer Anpassung der Markteinführungsstrategie geführt.
Verzögerter Marktstart der günstigen Varianten des VW ID.Polo: Erst ein dreiviertel Jahr später
Volkswagen selbst spricht nur von einer Verzögerung von wenigen Wochen, bis die 25.000-Euro-Variante bestellbar ist. Ein Händler sagte dem Handelsblatt, internen Schätzungen zufolge könnte diese Version zwischen einem halben und drei Viertel Jahren später auf den Markt kommen.
Ein Händler erwartet, dass dies bei einigen Kunden für Verärgerung sorgen könnte. Zwar seien gestaffelte Marktstarts üblich, VW vermarkte den Kompaktstromer jedoch explizit als 25.000-Euro-Fahrzeug. VW wiederum weist gegenüber dem Handelsblatt darauf hin, dass die teureren Versionen ohnehin den Großteil der Nachfrage abdecken würden.
Verzögerter Marktstart der günstigen Varianten des VW ID.Polo: Potenzielle Käufer könnten abspringen
VW steht mit einem verspäteten Marktstart jedoch nicht allein da. So kündigte Renault den R5 für unter 25.000 Euro an. Zum Marktstart Ende 2024 gab es jedoch nur die teureren Varianten ab 33.000 Euro. Die günstigeren Modelle folgten erst im Sommer 2025.
Eine spätere Markteinführung der 25.000-Euro-Variante des ID.Polo könnte jedoch negative Auswirkungen haben, da potenzielle Käufer in der Zwischenzeit auch auf bereits erhältliche, erschwingliche Konkurrenzmodelle umschwenken könnten. Deren Angebot wächst kontinuierlich. Zu den verfügbaren Modellen zählen unter anderem der Dacia Spring, der Hyundai Inster, der Citroën e-C3, der BYD Dolphin Surf und der Fiat 500e.