Einfach mal was fordern und Schlagzeilen produzieren kostet nichts. Vielleicht hat sich das auch CDU-Haushälter Andreas Mattfeldt gedacht, als er via „Bild“-Zeitung in der Rentendiskussion einen neuen Vorschlag machte: eine höhere Rente für Handwerker. Begründung: den Beruf attraktiver machen. In Deutschland sei „jahrelang falsch“ ausgebildet worden.
Die Diagnose des Handwerker-Mangels teile ich. Vielen Betrieben geht es nicht gut und der Nachwuchs fehlt. Aber die Lösung kann doch nicht sein, Renten-Geschenke zu verteilen.
Ich hatte eigentlich gedacht, dass die Politik inzwischen verstanden hat, dass es mit der Rente so nicht weitergehen kann. Sie ist in ihrer jetzigen Form nicht finanzierbar. Die Beiträge steigen und steigen und es bleibt immer weniger vom Lohn übrig. Mattfeldts Vorschlag ist deshalb schmerzlich. Offenbar sind die Probleme doch nicht allen Politikern klar.
Über den Autor
Clemens Schömann-Finck ist Finanz-Experte und steht hinter dem YouTube-Kanal "René will Rendite" und der Webseite "Money + Mind". Bei "Money + Mind" geht es um langfristige Geldanlage und einen gesunden Umgang mit Geld.
Der Vorschlag des CDU-Politikers würde die Kosten für die Rente weiter erhöhen, anstatt sie zu senken. Und wenn man in der Logik des CDU-Politikers bleibt: Wer kommt dann als nächstes? In vielen Berufen herrscht Fachkräftemangel. Sollen auch Pflegekräfte, Lkw-Fahrer und Kindererzieher eine höhere Rente kriegen?
Hier zeigt sich wieder das große Problem in der Politik: An die grundsätzlichen Probleme geht sie nicht heran. Lieber noch mehr Geld ausgeben, als wirklich etwas zu ändern. Attraktiver würde den Handwerker-Beruf machen, wenn die Betriebe weniger Auflagen hätten. Attraktiver würde ihn machen, wenn die Wirtschaft in Deutschland wieder wächst und mehr Aufträge reinkommen. Und die Betriebe würden leichter Nachwuchs finden, wenn die Lehrlingsgehälter höher wären und wegen unzureichender Qualifikationen viele Bewerber nicht direkt ausscheiden. Auch das Handwerk leidet unter der schlechten Bildungspolitik.
Aber das macht eben alles etwas mehr Arbeit, als Rentengeschenke zu verteilen.
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