Winter-Chaos erwischt Österreich: Höchste Alarmstufe in mehreren Regionen – „Das ist ja lebensgefährlich“

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Glätte-Chaos legt große Teile Österreichs lahm: Gefrierender Regen verwandelt die Straßen in Rutschbahnen. Für Reisende gibt es starke Einschränkungen.

Wien – Das Winter-Chaos erwischt jetzt auch Österreich. Die Straßen in der Alpenrepublik verwandelten sich am Dienstag (13. Januar) in gefährliche Rutschbahnen. Seit Montagabend hält gefrierender Regen das halbe Land in Atem – und die Situation spitzt sich dramatisch zu. Die Österreichische Unwetterzentrale rief zwischenzeitlich für mehrere Bundesländer die höchste Warnstufe Violett aus.

Schnee-Szenario an einer Bahnstation in Wien.
Glatteis-Chaos hält die Menschen in Österreich am Dienstag in Atem – unter anderem auch in Wien. © IMAGO/Rasid Necati Aslim

Glätte-Chaos in Österreich: ÖBB warnt vor Fahrten – Betrieb auf Flughafen Wien eingestellt

Besonders hart trifft es Pendler und Reisende: Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben eine offizielle Reisewarnung herausgegeben und raten Fahrgästen, „nicht unbedingt notwendige Fahrten zu verschieben“. Der Grund: Durch die starke Eisbildung an Weichen, Fahrzeugen und Oberleitungen drohen massive Einschränkungen im Nah-, Fern- und Güterverkehr, wie unter anderem Die Presse berichtet.

Auch auf dem Flughafen Wien musste der Betrieb am Vormittag witterungsbedingt vorläufig eingestellt werden. Auf dem Vorfeld, den Rollwegen und den Pisten hat sich laut Flughafen eine dicke Eisschicht gebildet, die unmittelbar nach der Enteisung sofort neu gefriert. Es werde intensiv daran gearbeitet, den Flugbetrieb so rasch wie möglich wieder zu ermöglichen, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur APA. Ankommende Flüge wurden zu anderen Flughäfen – etwa München, Frankfurt, Köln und Venedig – umgeleitet. Abflüge waren demnach verzögert. 

Höchste Warnstufe in mehreren Bundesländern: Betroffene schildern Probleme – „lebensgefährlich“

Die höchste Warnstufe Violett gilt derzeit (Stand: 11 Uhr) noch für Niederösterreich, Wien und das Burgenland. In Oberösterreich ist derzeit noch die zweithöchste Alarmstufe Rot der Unwetterzentrale aktiv. Die Meteorologen warnen eindringlich vor gefrierendem Regen und einer „erhöhten Glatteisgefahr“. Auch in Deutschland herrschte zuletzt ein Winter-Chaos.

In den österreichischen Medien schilderten Betroffene ihre Erlebnisse des Winter-Chaos am Morgen. „Das ist ja lebensgefährlich da draußen“, sagte ein Passant aus dem 19. Wiener Bezirk der Kronen Zeitung. Der Bezirk Penzing sei ein „riesiger Eislaufplatz“, erklärte ein Anwohner gegenüber heute.at. Ein weiterer Mann berichtete, er habe am Morgen seine vereiste Autotür nicht aufbekommen. „Wie soll ich da bitte in die Arbeit fahren? Alles ist zugefroren und ich komme einfach nicht weg“, ärgerte er sich.

Glatteis-Gefahr in Österreich noch bis in den Nachmittag: Warnung für Autofahrer

Die Glatteis-Gefahr entsteht durch eine tückische Wetterkombination: Eine Warmfront schiebt sich über die eisige Bodenluft. Immer häufiger kann es regnen, während es in Bodennähe noch frostig ist, erklärte der ORF. Auf den kalten Böden gefriert der Regen sofort zu gefährlichem Glatteis. In Bayern sorgte dieses Phänomen in der vergangenen Nacht für zahlreiche Unfälle und Massenkarambolagen.

Der ÖAMTC – das österreichische Pendant zum ADAC – warnt Autofahrer, dass eine Temperatur bei oder über null Grad noch kein Garant für ungefährliche Fahrbahnen ist, weil der Boden noch stark ausgekühlt sein kann. Empfohlen werden angepasste Geschwindigkeit und ausreichend Abstand. Sommerreifen sind bei den aktuellen Witterungsbedingungen eine eher schlechte Idee, wie ein Urlauber kürzlich feststellen musste.

Erst im Laufe des Dienstagnachmittags dürfte das Eis wieder abschmelzen und sich die Glatteis-Lage allmählich entspannen. Bis dahin müssen sich die Leute in Österreich weiterhin auf schwierige Verhältnisse einstellen. (Quellen: Österreichische Unwetterzentrale, ÖBB, Die Presse, heute.at, Kronen Zeitung, ORF, ÖAMTC, dpa) (ph)