Hinweisschild in Kaufland-Filiale wirft Fragen auf: „Warum gerade 34?“

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Ein Kaufland-Hinweisschild sorgt für Verwunderung: Maximal 34 Milka-Tafeln pro Kunde sind erlaubt. Die gewählte Zahl entfacht Diskussionen.

Hamm – Mengenbegrenzungen in Supermärkten sind nichts Neues – zuletzt wurde eine Beschränkung auch bei Butter eingeführt. Doch ein Foto eines Hinweisschildes in einer Kaufland-Filiale sorgt derzeit auf Reddit für Kopfschütteln. Die Echtheit kann zwar nicht verifiziert werden, es spricht aber auch nichts gegen einen Fake.

Milkatafeln in einem Regal bei Kaufland und Schild mit Mindestabgabe.
Bei Milkaschokolade wird auf einem Schild eine Abgabemenge ausgeschildert. (Montage) © Reddit/r/MilkaPackung/Jxst-Skoo

„Max. 34 Stück“ steht auf dem Schild bei einem Angebot von Riesen-Milkatafeln, den Milka-MMMax-Tafel. Pro Stück kosten sie laut Aushang auf dem Foto 2,59 Euro. Trotz gesenkten Preises kam es zuletzt bei Milka-Tafeln im Verkauf zu wütenden Kunden. Viele fragen sich nun aber in den Kommentaren unter dem Foto-Post: Warum ausgerechnet diese krumme Zahl? „Warum gerade 34?“, fragte ein Reddit-Kommentator.

Kaufland beschränkt Milka-Tafeln im Angebot auf 34 Stück pro Person

Die Antwort liege nicht etwa in einer besonderen Marketingstrategie, sondern in einem ganz praktischen Problem, beschreibt ein User in den Kommentaren: Kiosk- und Tankstellenbetreiber würden massenhaft Angebotswaren aufkaufen, um sie später teuer weiterzuverkaufen. Er erklärt: „Hat nichts mit Mangel zu tun, mehr mit Tankstellen- und Raststättenbetreibern, die massenhaft Zeug im Angebot kaufen und dann für 3,99 Euro weiterverkaufen.“

Eine Strategie, die auch andere Nutzer bestätigen. „Kioskbetreiber kaufen tonnenweise Sachen im Angebot und verkaufen es teuer weiter“, schreibt eine Person. Ein anderer User fügt hinzu: „Ware im Einzelhandel im Angebot ist teils günstiger als Metro oder Selgros.“ Besonders bei reduzierten Preisen lohne sich das Geschäft für die Zwischenhändler, die ihre Ware dann mit deutlichem Aufschlag an Kunden mit Heißhunger verkaufen könnten, so die Meinung in den Kommentaren.

„Haushaltsübliche Mengen“: Die Zahl 34 sorgt für Spekulationen

Die Versicherung ERGO erklärt in ihrem Rechtsportal dazu: Rechtlich sind solche Mengenbegrenzungen völlig in Ordnung. Ladeninhaber könnten grundsätzlich frei entscheiden, was und wie viel sie an ihre Kunden verkaufen wollen. Der Begriff „haushaltsübliche Mengen“ sei dabei bewusst schwammig gehalten – was als normal gelte, hänge vom jeweiligen Produkt ab. Während vier Guthabenkarten für Musik-Downloads laut Landgericht Hamburg noch haushaltsüblich sind, dürfte es bei fünf Handys schwieriger werden.

Wie es also genau zu der Zahl 34 kommt? Dazu haben die Menschen in den Kommentaren einige Ideen. Ein User vermutet scherzhaft: Der „Monat hat 30-31 Tage, zehn Prozent Verschnitt plant man meist ein. Also passt.“ Eine andere Person spekuliert: „34 bedeutet, der Ständer sollte bis Ende der Woche leer sein.“

Milka erhöhte Preise Anfang 2025

Hinter den Mengenbegrenzungen könnte auch eine veränderte Preisstruktur stecken. Der Hersteller Mondelez hatte Anfang 2025 die Preise drastisch erhöht und gleichzeitig die Packungsgrößen von 100 auf 90 Gramm reduziert – einige Kunden sprangen danach ab. Diese Doppelstrategie führte zu einer versteckten Preiserhöhung von über 60 Prozent. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kürte Milka deshalb zur „dreistesten Werbelüge des Jahres“. Auch vor Weihnachten steuerten die Supermärkte gegen.

Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media teilt eine Sprecherin von Mondelez im Dezember mit: „Wir sind uns des wirtschaftlichen Drucks bewusst, dem Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin ausgesetzt sind“. Doch es gebe weiterhin hohe Kosten in der gesamten Lieferkette. Obwohl die Kakaopreise jüngst gesunken seien, lägen sie „immer noch auf einem sehr hohen Niveau“, ebenso wie die Kosten für Energie, Verpackung und Transport. Die Herstellung der Produkte sei deshalb „viel teurer“, heißt es von Mondelez.

Mengenbegrenzungen – einige vermuten auch psychologischen Trick

Manche Nutzer sehen in den Mengenbegrenzungen aber auch einen psychologischen Trick: „Durch dieses ‚man darf nur noch x Menge mitnehmen‘ suggerieren die Knappheit der Ware und viele springen dann auf den Zug“, vermutet ein User.

Doch nicht alle Kaufland-Filialen verhängen solche Limits. Ein Nutzer berichtet: „Bei uns im Kaufland kosten die großen heute 1,99 Euro und die kleinen noch 0,77 Euro. Aber Mengenbegrenzung gibt‘s hier nicht und alles voll.“ (Quellen: Reddit, eigene Recherche, Ergo Rechtsportal, Mondelez) (jh)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/verbraucher/hinweisschild-in-kaufland-filiale-wirft-fragen-auf-warum-gerade-34-94112163.html