Mit 631,2 Ringen trug Maximilian Ulbrich entscheidend zum zweiten Platz der deutschen Mannschaft im Luftgewehr-Wettbewerb der Weltmeisterschaft bei.
Zur weiteren Lebensplanung seines zweitältesten Sohnes hatte Alois Ulbrich klare Vorstellungen. „Wenn er mal seine aktive Karriere beendet hat, wird er ISSF-Moderator“, lautete der Vorschlag des Wilzhofener Schützenmeisters. Seit den Olympischen Spielen in Paris ist in der internationalen Szene hinlänglich bekannt, dass Maximilian Ulbrich nicht nur trefflich mit der Waffe umzugehen weiß, sondern auch kompetent über seinen Sport am Mikrofon parlieren kann.
Ulbrich kommentierte Luftgewehr-Finale
Und so kommentierte der 23-Jährige das Finale im Luftgewehr für die International Shooting Sport Federation (ISSF) live im Internet und durfte als Erster seine Glückwünsche an Maximilian Dallinger loswerden, der mit dem Luftgewehr den Titel bei der Weltmeisterschaft gewann. Obwohl Ulbrich selbst das Finale der besten Acht als Vierzehnter knapp verpasste, hatte auch er Grund zum Jubeln. Zusammen mit Dallinger und Daniel Bühlmeyer holte er in Kairo Silber im Teamwettbewerb.
Damit erwies sich Ägypten erneut als opulente Schatzkammer für den tatendurstigen Ulbrich, der mit seinen 631,2 Ringen einen entscheidenden Beitrag zum zweiten Platz hinter den Chinesen leistete. „Wenn drei Starke zusammentreffen, können sie auch was holen“, stellte Alois Ulbrich klar, dass in Ägypten die Voraussetzungen für Edelmetall gegeben waren.
Dallinger (632,6) und Ulbrich hatten mit Bühlmeyer (629,9) endlich einen Partner im Boot, der mit ihren Leistungen mithalten konnte. An die Chinesen, die einen neuen Weltrekord aufstellten, reichten die Deutschen nicht heran, die drittplatzierten Ungarn hielten sie jedoch locker auf Distanz. „Wer hätte damit gerechnet, dass sie überhaupt etwas holen?“, fragte Alois Ulbrich.
Vater zufrieden mit der Leistung
Beim Blick auf die Liste der Nationen, die leer ausgingen, schien diese Frage mehr als berechtigt. Maximilian Ulbrich fehlten zum Erreichen des Finals nur 1,2 Ringe. „Es war sehr ordentlich“, lobte Alois Ulbrich die Leistung seines Filius. Der Sportpolizist fand hervorragend in den Wettkampf und legte in der ersten Serie gleich eine 105,8 vor. Auch der zweite Durchgang (105,6) ging ihm respektabel von der Hand. Den dritten Abschnitt (105,7) schloss er wieder stark ab. Nach der Hälfte seines Programms bedeuteten dies vielversprechende 317,1 Ringe. „Er war auf einem Super-Kurs“, konstatierte sein Vater.
Allerdings konnte sein Sohn das Niveau in den beiden folgenden Serien nicht ganz halten. Im vierten Durchgang (104,2) erzielte er seine insgesamt geringste Ausbeute, Abschnitt fünf (104,6) war nur unwesentlich besser. Der ehemalige Europameister hätte zum Abschluss seiner Vorstellung eine alles überragende Ausbeute gebraucht, um sich noch ins Finale zu schießen. Aber dazu waren die 105,3 Ringe zu wenig.
„Man muss einfach einen Sahnetag erreichen, dann geht es auch“, räumte Alois Ulbrich ein. Das traf auch auf den Wettbewerb im Luftgewehr Mixed zu. Anna Janßen (316,4) und Maximilian Ulbrich (315,5) lieferten eine passable Leistung ab. Aber ihre insgesamt 631,9 Ringe reichten in einer erlesenen Konkurrenz nur zu Rang neun. „Sie waren knapp dran, aber das letzte Quäntchen Glück hat gefehlt“, beurteilte Alois Ulbrich die Leistung des Duetts. Um ins Bronze-Medal-Match zu kommen, hätte das Pärchen zwei Ringe mehr draufpacken müssen. Die waren bei den Gegnern jedoch eine Menge Holz.