Die Feuerwehr traute ihren Augen kaum: Der Fahrer eines Betonmischers legte mehrere hundert Meter rückwärts auf einem völlig unwirtlichen Weg am Bach zurück. Irgendwann musste er den Notruf wählen.
Olching - Pünktlich zur Mittagszeit ging am Mittwoch der Alarm bei der Feuerwehr Olching ein: „Betonmischer droht, in den Amperkanal zu stürzen“, hieß es gegen 12.02 Uhr. Um die 20 Einsatzkräfte machten sich sofort mit Kommandant Josef Gigl auf den Weg. Das Ziel war die Schleuse von Amper und Mühlbach, die zwischen Olchinger Volksfestplatz und Esting liegt.
Die Retter konnten kaum glauben, was sie dort mitten in der Prärie am Bach auf einem Matsch-Weg vorfanden. „Der Lastwagen hing auf halb acht“, berichtet Gigl auf Tagblatt-Anfrage.
Nach den Regenfällen der vergangenen Tage war der Untergrund sehr rutschig. Eigentlich sei es schon ein Wunder gewesen, dass der Fahrer überhaupt so weit gekommen ist. Um die 200 bis 250 Meter, so schätzt Olchings Kommandant, habe der Betonlaster rückwärts an der Amper auf dem Spazierweg zurückgelegt.
Der Fahrer wollte offenbar zu einer Baustelle am kleinen Wehr und dort seinen Beton abliefern. Ein Missverständnis, denn die Strecke ist definitiv nicht für Vierachser mit 32 Tonnen passierbar. Der Fahrer versteht wohl nicht so gut Deutsch. Auch die Feuerwehr hatte Kommunikationsprobleme.
Kettenbagger als Geleitfahrzeug
Eigentlich hätte er auf der Straße warten sollen, wo man ihn abgeladen hätte. Aber der Fahrer fuhr weiter am Gelände vom SC Olching vorbei, über einen Wirtschaftsweg in wirklich unwirtliches Gelände. Irgendwann musste er dann wohl kapitulieren. Es ging nicht mehr weiter, und das Fahrzeug kam dem Gewässer verdächtig nahe. Er stieg aus der Fahrerkabine des schief da hängenden Vehikel und wählte den Notruf.
Die Feuerwehr sicherte das schwere Fahrzeug, damit es nicht weiter abrutschen konnte. Mit einem Kettenbagger von der Baustelle wurde es dann wieder in Richtung richtige Straße gebracht.
Die Feuerwehr konnte nach rund vier Stunden ihren Einsatz beenden. Derzeit ist so einiges los am Kanal. Erst vor wenigen Tagen wurde nach dem Mini-Bullen gesucht. Aber auch hier gab es ein Happy End.