Kritik an Affen-Video gewagt: Trump knöpft sich Republikaner-Rebellen vor

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Ein rassistisches Video mit den Obamas sorgt für parteiinternen Streit. Donald Trump soll Kritiker aus den eigenen Reihen scharf attackiert haben.

Washington, D.C. – Präsident Donald Trump hat Berichten zufolge hinter verschlossenen Türen scharf auf republikanische Senatoren reagiert. Anlass war ein Social-Media-Beitrag, den er vergangene Woche geteilt hatte. Der Clip zeigte den früheren Präsidenten Barack Obama und die ehemalige First Lady Michelle Obama als Affen.

US-Präsident Donald Trump (l.) gerät nach einem umstrittenen Social-Media-Video parteiintern unter Druck. Die republikanischen Senatoren Tim Scott und Katie Britt distanzierten sich öffentlich von dem Beitrag. © Bild links: IMAGO / Newscom / AdMedia | Bild Mitte: IMAGO / Newscom World | Bild rechts: IMAGO / Anadolu Agency

Wie CNN berichtet, kritisierte Trump insbesondere die Senatoren Tim Scott und Katie Britt, nachdem diese den Beitrag öffentlich verurteilt hatten. Der Bericht stützt sich auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Der inzwischen gelöschte Clip hatte sofort parteiübergreifende Empörung ausgelöst.

Trump attackiert Republikaner nach Obama-Video: Zweifel an Loyalität von Tim Scott und Katie Britt

Laut CNN begann Trump nach Veröffentlichung des Beitrags, die Loyalität einiger republikanischer Abgeordneter infrage zu stellen. Er habe zudem gewarnt, es werde Konsequenzen für diejenigen in seiner Partei geben, die das Video verurteilten. Die Kritik von Scott und Britt habe ihn besonders verärgert.

Ein ranghoher Beamter der Trump-Regierung sagte dem Sender: „Der Präsident war der Ansicht, er hätte diese Angelegenheit privat regeln können“, mit Blick auf Scott. Weiter zitierte CNN den Beamten mit den Worten: „Er meinte: ‚Wir arbeiten die ganze Zeit zusammen. Er hätte nicht öffentlich kommentieren müssen.‘“ Eine der Quellen erklärte zudem, Trump habe noch schärfere Worte für Britt gefunden und gesagt, sie sei für ihn erledigt.

Rassistisches Klischee: Trump-Video mit Barack und Michelle Obama löst Empörung aus

Das Video war Anfang des Monats über Trumps Truth-Social-Konto verbreitet worden. In einem Clip über Wahlmaschinen bei der Präsidentschaftswahl 2020 waren für etwa eine Sekunde die Gesichter der Obamas auf Affenkörpern zu sehen. Währenddessen lief „The Lion Sleeps Tonight“ von den Tokens.

Die Darstellung Schwarzer Menschen als Affen gilt als tief verwurzeltes rassistisches Klischee, das sich über Jahrhunderte erstreckt. Republikaner und Demokraten gleichermaßen drängten auf die Entfernung des Beitrags sowie eine Entschuldigung. Der Clip wurde später gelöscht.

Tim Scott nennt Video „das Rassistischste, was ich jemals aus diesem Weißen Haus gesehen habe“

Scott aus South Carolina verurteilte das inzwischen gelöschte Video öffentlich. Er nannte es unter anderem „das Rassistischste, was ich jemals aus diesem Weißen Haus gesehen habe“. Trump hatte zuvor erklärt, er habe mit Scott gesprochen.

Katie Britt schrieb auf X: „Dieser Inhalt wurde zu Recht entfernt, hätte von Anfang an nie gepostet werden dürfen und entspricht nicht dem, wer wir als Nation sind.“ Ihr Büro erklärte später gegenüber CNN, der Bericht über interne Spannungen sei „Fake News“. Zugleich hob es die enge Arbeitsbeziehung zum Präsidenten hervor.

Trump weist Entschuldigung zurück – Weißes Haus spricht von Versehen

Trump sagte Reportern in der Air Force One, er werde sich nicht entschuldigen. „Nein, ich habe keinen Fehler gemacht. Ich meine … ich schaue mir eine Menge, Tausende von Dingen an, und ich habe mir den Anfang davon angesehen. Es war in Ordnung.“ Zudem erklärte er: „Ich habe es mir angesehen. Ich habe es gesehen und mir nur den ersten Teil angesehen … Ich habe nicht das ganze Ding gesehen.“

Auf die Frage nach einer Entschuldigung antwortete er erneut: „Nein, ich habe keinen Fehler gemacht.“ Er fügte hinzu: „Ich schätze, es war eine Anspielung auf The Lion King.“ Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte später, ein „Mitarbeiter habe den Beitrag versehentlich veröffentlicht“.

Trump und das Obama-Video: NAACP und Gavin Newsom reagieren scharf

Die National Association for the Advancement of Colored People schrieb am vergangenen Freitag: „Dass Trump dieses Video postet – insbesondere während des Black History Month – ist eine deutliche Erinnerung daran, wie Trump und seine Anhänger Menschen tatsächlich sehen. Und wir werden uns im November daran erinnern.“

Das Pressebüro des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom erklärte auf X: „Widerliches Verhalten des Präsidenten. Jeder einzelne Republikaner muss das verurteilen. Jetzt.“ Weder Scott noch Britt stehen im November 2026 zur Wiederwahl. Dennoch gelten die Zwischenwahlen traditionell als Stimmungstest für die jeweils regierende Partei, während sich innerhalb der Republikaner zuletzt auch bei anderen Themen Spannungen zeigten. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/donald-trump-attackiert-republikaner-nach-obama-video-zr-94170793.html