Feneberg schließt Standorte in Murnau und Ohlstadt – Edeka übernimmt

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Noch eine Feneberg-Filiale: Ab September übernimmt Edeka in Ohlstadt. © Dominik Bartl

Die Zeit der Feneberg-Filialen in Ohlstadt und Murnau läuft Ende August ab. Zum 1. September übernimmt der Lebensmittelriese Edeka. Für die Mitarbeiter, so heißt es von einer Feneberg-Sprecherin, ändere sich nichts. Alle würden von Edeka übernommen.

Murnau/Ohlstadt – Auf der Fassade des schmucklosen Funktionsbaus an der Partenkirchner Straße 20 in Ohlstadt hängt oberhalb des Eingangs in großen roten Lettern der Schriftzug „Feneberg“ . Klein und ein wenig unscheinbar hängt auf der rechten Seite des Gebäudes, fast schon versteckt, das gelb-blaue Edeka-Logo. Das rote Signet wird bald Geschichte sein, denn Feneberg gibt seine Filiale in Ohlstadt ebenso auf wie die in Murnau und womöglich auch in Garmisch-Partenkirchen. Anfang September übernimmt Edeka. Die Feneberg Lebensmittel GmbH mit Sitz in Kempten im Allgäu spricht von einer „strategischen Neuausrichtung“. Feneberg und Edeka sind seit Jahren, vor allem über den Einkauf, eng verflochten.

Seit 2018 besteht zwischen beiden Unternehmen ein Kooperationsvertrag. „Die Entscheidung ist das Ergebnis einer regelmäßigen Überprüfung des eigenen Marktportfolios mit dem Ziel, sich langfristig wirtschaftlich stabil und zukunftsfähig aufzustellen. Alle Mitarbeitenden an den Standorten werden von Edeka übernommen“, teilt Feneberg-Kommunikationschefin Anja Züfle auf Tagblatt-Anfrage mit. „Veränderungen wie diese sind Teil unserer unternehmerischen Verantwortung und dienen der strategischen Weiterentwicklung unseres Unternehmens“, heißt es aus der Geschäftsleitung von Feneberg.

Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer (partei㈠frei) wusste aus inoffiziellen Quellen bereits seit längerem, dass sich bei Feneberg was tut, ein Wechsel zu Edeka im Raum steht. Nachrichten, die bei ihm keine Besorgnis auslösten. „Mir ist wichtig, dass wir weiter einen Vollsortimenter im Dorf haben und keinen Discounter bekommen“, sagt er. Feneberg hatte 2019 seinen Markt in Ohlstadt eröffnet und sich bei einigen Bewerbungsgesprächen, die Scheuerer damals führte, gegen Edeka durchgesetzt. „Das Rennen war damals ganz knapp gewesen. Kleinigkeiten gaben den Ausschlag“, rekapituliert der Rathauschef.

Zur Erinnerung: Ein paar Jahre vorher, im November 2015, hatte es einen Bürgerentscheid gegeben. Dabei entschieden sich die Ohlstädter mehrheitlich für die Ansiedlung eines Einkaufsmarkts am Josefsplatz. 56,1 Prozent – also 1215 Wahlberechtigte – stimmten damals dafür, 43,7 Prozent (946) dagegen. Rund 2700 Stimmberechtigte waren damals aufgerufen, ihr Votum abzugeben. Die Wahlbeteiligung von 81,05 Prozent war ein Paradebeispiel für gelebte Demokratie.

Was künftig nicht mehr in den Regalen am Josefsplatz in Ohlstadt liegen wird: Fenebergs Eigenmarken, wie die regionale Bio-Marke „Von Hier“ sowie die Lebensmittel aus der hauseigenen Bäckerei und Metzgerei. Diese Produkte werden ausschließlich in Feneberg-Märkten verkauft.

Auch in Murnau wird man ab Septemberbeginn darauf verzichten müssen. Die Filiale Am Burggraben schließt. Edeka betreibt bereits zwei große Märkte im Ort. Einen am Untermarkt im Tengelmann-Center und einen an der Kemmelallee. Der Feneberg-Markt Am Burggraben ist vom Untermarkt kaum mehr als einen Steinwurf entfernt. Die Mitarbeiter der Murnauer Feneberg-Filiale wissen bereits, dass ihre Zeit Ende August abläuft. Es gibt Spekulationen unter den Angestellten, die besagen, dass in das Gebäude ein Getränkemarkt einzieht. Auch im Murnauer Rathaus weiß man von den Feneberg-Plänen, zeigt sich aber entspannt. „An Vollsortimentern und Discountern besteht im Ort kein Mangel“, erklärt die stellvertretende Geschäftsleiterin Nina Herweck-Bockhorni.

Inhabergeführtes Unternehmen

Feneberg beschreibt sich selbst als inhabergeführtes Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels aus dem Allgäu. Christof und Amelie Feneberg, die 2025 die Geschäftsführung von ihrem Vater Hannes übernommen hat, leiten es in dritter und vierter Generation. Feneberg sei ein „regional verwurzeltes Familienunternehmen“, das die „Werte Heimat, Qualität und Vertrauen“ mit Leidenschaft lebe, heißt es auf der Homepage. Derzeit gibt es über 70 Feneberg-Märkte, die sich in einem Umkreis von 100 Kilometer um Kempten befinden. Bald werden es zwei weniger sein.

Und was passiert mit der Filiale der Deutschen Post, die sich im Murnauer Feneberg-Markt befindet? Das fragen sich Kunden des Gelben Riesen. Doch diese „müssen sich keine Sorgen machen – wir bleiben am gewohnten Standort erhalten“, wie Pressesprecherin Jasmin Derflinger mitteilt.

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