Putins Vertrauter Medwedew hat Selenskyj mit dem Tod gedroht. Er wünsche sich, dass sein Leichnam in St. Petersburg ausgestellt werde. Der Ton aus Moskau wird schärfer.
Moskau – „Es ist sehr wichtig, dass der in Alkohol eingelegte Körper des grünen Homunkulus [Wolodymyr Selenskyj, Anm. d. Red.] nach seinem baldigen Tod in der Kunstkammer in St. Petersburg ausgestellt wird, wo russische Zaren zu Vergnügung ihrer Nachkommen Missgeburten sammelten.“ Diese Worte über den ukrainischen Präsidenten richtete der ehemalige russische Präsident, Dmitri Medwedew, am Dienstag (30. Dezember) via Telegram an die russische Bevölkerung. Und selbst für ihn, der im Ukraine-Krieg regelmäßig provoziert und stichelt, sind diese Worte extrem.
Medwedews Nachricht ist eine Art Neujahrsgruß, in der er das alte Jahr Revue passieren ließ. Er bilanzierte: „Natürlich ist nun allen klar, dass unser Sieg unvermeidlich ist.“ Außerdem wolle er seinen einzigen Wunsch äußern. „Ich werde hier nicht über seinen gewaltsamen Tod schreiben, obwohl gerade jetzt der Sensenmann dem Mistkerl oft im Nacken sitzt. Ich wünsche mir etwas anderes – zu wissenschaftlichen Zwecken“, schrieb er und forderte dann die Ausstellung von Selenskyjs Leichnam in der Kunstkammer. „Es ist durchaus möglich, dass wir es hier mit einem weiteren Eindringling aus dem fernen Weltraum zu tun haben, einem Angehörigen der besonderen Rasse scurra sordidus, der aus der Zwerggalaxie im Tucana zu uns geflogen ist.“ Scurra sordidus kann aus dem Lateinischen als „schmutziger Clown“ übersetzt werden.
Ukraine-Krieg: Putins Vertrauter Medwedew droht Selenskyj mit dem Tod
Medwedew nannte in seinem Post den Namen des ukrainischen Präsidenten nicht direkt. Aber aus dem Text wird klar, um wen es geht. „Kürzlich wünschte ein gewisser Lumpenproletarier ‚einem Menschen‘ den Tod. Es ist allen klar, dass er nicht nur den Tod ‚eines Menschen‘, sondern den Tod von uns allen und unseres Landes will.“ Wolodymyr Selenskyj hatte kurz zuvor in seiner Weihnachtsansprache gesagt, dass der Wunsch vieler Ukrainer wohl wäre, „dass er stirbt“. Obwohl er keinen Namen nannte, deutet der Kontext auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin hin. Selenskyj ergänzte: „Aber wenn wir uns an Gott wenden, bitten wir natürlich um mehr. Wir bitten um Frieden für die Ukraine.“
Dmitri Medwedew war von 2008 bis 2012 russischer Präsident und jahrelang Ministerpräsident unter Putin. Er gilt als enger Vertrauter des russischen Präsidenten. Inzwischen ist Medwedew der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates. Seit dem Beginn der vollständigen Invasion Russlands in der Ukraine 2022 macht er immer wieder mit Verschwörungstheorien und radikalen Äußerungen auf sich aufmerksam. Unter anderem drohte er wiederholt mit einem Atomkrieg gegen den Westen.
Verhandlungen über Ende des Ukraine-Kriegs: Moskau wirft Selenskyj Angriff auf Putin vor
Seitdem Wolodymyr Selenskyj am Sonntag (28. Dezember) bei US-Präsident Donald Trump zu Besuch war, wird der Ton aus Russland rauer. Selenskyj hat dort mit Trump über das Ende des Ukraine-Kriegs verhandelt. Am Montag (29. Dezember) beschuldigte der russische Außenminister Sergej Lawrow die Ukraine eines versuchten Drohnenangriffs auf Wladimir Putins Residenz. US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass Putin ihn über einen solchen Angriff informiert habe und kritisierte die Ukrainer: „Das ist nicht gut.“ Kiew bestreitet einen solchen Luftangriff.
In dem seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg haben beide Seiten bisher darauf verzichtet, Luftangriffe auf das gegnerische Staatsoberhaupt durchzuführen. Russische Spezialeinheiten versuchten in den ersten Kriegstagen 2022, Selenskyj zu eliminieren. Seitdem haben ukrainische Sicherheitsdienste nach eigenen Angaben zahlreiche russische Attentatspläne vereitelt. (Quellen: dpa, Dmitri Medwedew auf Telegram, eigenen Recherche) (cdz)