Neue Umfrage nach „Stadtbild“-Eklat: Zwei Parteien verlieren unerwartet

  1. Startseite
  2. Politik

Kommentare

Merz hat mit seinen Stadtbild-Aussagen eine Mehrheit der Bürger hinter sich. Eine Umfrage zum Sonntagstrend bringt aber Verluste – nicht nur für die CDU.

Berlin – Kanzler Friedrich Merz (CDU) wollte mit seiner Stadtbild-Aussage Probleme ansprechen, die seiner Meinung nach in Deutschland bei der Migration existieren. Ob er dabei die richtigen Worte gewählt hat, ist fraglich – es gab Demonstrationen, sogar Strafanzeige gegen den Kanzler. Auch am Sonntag (25. Oktober) sind wieder Proteste gegen die Ansichten des Kanzlers, gewisse Migranten seien störend im „Stadtbild“ und fühlten zu Ängsten und Unsicherheiten vor allem bei „Töchtern“.

Friedrich Merz (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) im Bundestag. Laut der INSA-Umfrage würden sie aktuell keine Mehrheit mehr haben.
Friedrich Merz (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) im Bundestag. Laut der INSA-Umfrage würden sie aktuell keine Mehrheit mehr haben. © IMAGO/Frank Ossenbrink

Trotz aller Kritik: Das ZDF-Politbarometer hatte am Freitag (24. Oktober) ergeben, dass eine Mehrheit der Bürger, nämlich 63 Prozent, die Aussagen des Kanzlers zum „Stadtbild“ für richtig halten. Kurz davor hatte der Kanzler klargestellt, was er mit seiner Aussage konkret meint: Im Grunde seien Menschen mit Migrationshintergrund unverzichtbar für Deutschland, „ganz gleich welcher Hautfarbe“. Probleme habe man mit jenen, die „keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus haben, die nicht arbeiten und die sich auch nicht an unsere Regeln halten“.

Aktuelle Umfrage: Inmitten von Merz‘ Stadtbild-Debatte verliert CDU an Wählergunst

Umso mehr ist nun eine neue Umfrage vom Samstag (25. Oktober) überraschend: Laut INSA-Sonntagstrend im Auftrag der Bild verliert die CDU inmitten der „Stadtbild“-Debatte in der Gunst der Wähler. Zwar beträgt der Rückgang für die CDU/CSU nur einen Punkt im Vergleich zur Vorwoche. Doch Merz erhoffte sich durch die Debatte sicherlich nicht einen Dämpfer, sondern Aufwind bei den Wählern.

Die Union liegt nun bei 24 Prozent. Und damit nur auf Platz 2: Erneut ist die AfD auf dem ersten Platz der INSA-Umfrage, wie schon seit September. Allerdings: Die Umfrage stützt auch nicht die These von SPD, Grünen und Linken, Merz würde mit Pauschalisierungen zur Migration Wähler zur AfD treiben. Denn auch die AfD gewinnt nicht, sondern verliert: Sie fällt von 27 auf 26 Prozent und liegt zwei Punkte vor der CDU/CSU.

Die SPD wiederum kann einen Punkt hinzugewinnen: 15 Prozent würden sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, in der Vorwoche waren es 14 Prozent. Zwar ist das ein leichter Gewinn, aber dennoch immer noch ein herbes Ergebnis für die Partei um ihre Chefs Lars Klingbeil und Bärbel Bas. Linke und Grüne liegen in der Umfrage gleichauf bei elf Prozent.

INSA-Umfrage: Wen würden Sie wählen, wenn kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?

INSA-Sonntagsfrage vom 25. Oktober Zustimmung in Prozent
Union 24 (-1)
AfD 26 (-1)
SPD 15 (+1)
Grüne 11 (+/-0)
Linke 11 (+-0)
BSW 4
FDP 4
Sonstige 5

INS-Sonntagstrend: Merz hätte laut Umfrage keine Mehrheit mehr mit der SPD

Für die derzeitige Regierungskoalition von Union und SPD würde es laut der Sonntagsfrage derzeit nicht mehr reichen. Und zwar bei weitem nicht: Sie kommen gemeinsam auf 39 Prozent. Laut den aktuellen Umfragezahlen wären aber 44 Prozent nötig, um auf genügend Sitze für eine Mehrheit im Bundestag zu kommen.

Lars Klingbeil und Friedrich Merz wären auf eine Koalition gemeinsam mit den Grünen angewiesen. Auch Union und AfD hätten gemeinsam eine Regierungsmehrheit – allerdings nur theoretisch, denn CDU-Chef Merz schließt eine Koalition mit der AfD aus. Ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken würde ebenfalls nicht auf eine Mehrheit im Parlament kommen,

Für die nach eigenen Angaben repräsentative Umfrage hat INSA zwischen dem 20. und dem 24. Oktober 1.205 Wahlberechtigte in Deutschland befragt. Die maximale statistische Fehlertoleranz liegt bei rund 2,9 Prozentpunkten. Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige Wahlausgänge. (Quellen: Bild, ZDF, eigene Recherche) (smu)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/in-neuer-umfrage-nach-stadtbild-eklat-verlieren-zwei-parteien-zr-94005160.html