Iran veröffentlicht brisantes Propaganda-Video – Spekulation um Atombombe

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Mitten im Konflikt mit Israel provozieren Irans Staatsmedien mit einem Video. Ist die düstere Botschaft Teherans nukleare Drohung?

Teheran – Israel hatte am vergangenen Freitag (13. Juni) einen großflächigen Angriff auf Irans Nuklear- und Militäranlagen begonnen. Geheimdienstinformationen zufolge habe der Iran „Uran auf militärischem Niveau“ angereichert und könnte „innerhalb kurzer Zeit eine Atomwaffe“ bauen, hieß es zur Begründung des Präventivschlags der israelischen Regierung. Teheran dementiert das vehement – doch ein nun veröffentlichtes Propaganda-Video wirkt wie eine Bestätigung des iranischen Atomwaffenprogramms.

Irans Uran fast waffenfähig: Atomenergiebehörde bestätigt Anreicherungsgrad

Der Iran habe nicht die Absicht, Atomwaffen zu entwickeln, sagte der iranische Präsident Massud Peseschkian noch am Montag, wie Reuters berichtete. Das Land werde aber sein „Recht auf Atomenergie und Atomforschung“ wahrnehmen, hieß es weiter. Teheran hat immer wieder die Vernichtung Israels als Ziel genannt. Mit einem provokativen Propaganda-Video lud das iranische Regime nun zu Spekulationen über sein Atomwaffenprogramm ein.

Dramatische Musik, eine Hand, die eine Atombombe-Attrappe streichelt und die Botschaft: „Vielleicht“. Dieses Video teilte die iranische staatliche Nachrichtenagentur am Dienstag (17. Juni) auf der Plattform X. Schnell ging der Beitrag viral: 5,8 Millionen Mal wurde das Video (Stand: 18. Juni, 10.30 Uhr) bereits angesehen.

Wie Irans Atomprogramm nach 1979 abdriftete: Internationalen Atomenergiebehörde nennt Verstöße

Das iranische Atomprogramm begann in den 1950er-Jahren mit westlicher Unterstützung als ziviles Projekt, wurde aber nach der Islamischen Revolution 1979 zunehmend undurchsichtig. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) bestätigte bereits 2023, dass die Urananreicherung in Fordo 83,7 Prozent erreicht habe. Damit liege der Wert nur knapp unter dem Anreicherungsgrad von etwa 90 Prozent, der für waffenfähiges Material erforderlich ist.

Kurz vor dem israelischen Angriff vergangene Woche hatte die Internationale Atomenergiebehörde dem Iran erstmals seit zwanzig Jahren Verstöße gegen die Nichtverbreitung von Atomwaffen vorgeworfen. „Israel hat offenbar abgewartet, bis der Gouverneursrat der IAEO den Iran verurteilte“, kommentierte der Politologe Ali Fathollah-Nejad den Zeitpunkt des israelischen Angriffs gegenüber der Welt.

Das Regime unter dem iranischen Staatsoberhaupt Ali Chamenei wird beschuldigt, am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Die iranische Nachrichtenagentur veröffentlichte am Dienstag (17. Juni 2025) ein provokatives Video. © Montage / picture alliance/dpa/Office of the Iranian Supreme Leader | Uncredited / Screenshot aus Video auf X der iranischen Nachrichtenagentur @iraninarabic_ir

Nach Beginn des Militäreinsatzes Israels im Iran erinnerte die Atomenergiebehörde IAEO Israel aber an internationale Abkommen. Demnach stelle „jeder bewaffnete Angriff auf und jede Bedrohung von Nuklearanlagen, die friedlichen Zwecken dienen, einen Verstoß gegen die Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen, des Völkerrechts und der Satzung der Organisation“ dar, hieß es in einer Mitteilung der Behörde. US-Präsident Donald Trump hatte sich in seiner ersten Amtszeit einseitig aus dem im Jahr 2015 mit dem Iran geschlossenen, historischen Atomabkommen zurückgezogen.

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