Wachstums-Booster? Studie findet fatale Auswirkung von Fruchtzucker auf Krebszellen

  1. Startseite
  2. Welt

Kommentare

Regt Fruchtzucker-Konsum das Wachstum von Krebszellen an? Eine Studie hat dies untersucht. Die Ergebnisse sind klar.

Washington, D.C. – Dass Zucker der Gesundheit schaden kann, ist allgemein bekannt – und Fruchtzucker bildet hier keine Ausnahme. Doch seine möglichen Auswirkungen gehen weit über schlechte Zähne hinaus. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Fruchtzucker das Wachstum von Krebszellen fördern könnte – und zwar als regelrechter Booster.

Studie identifiziert Fruchtzucker als Beschleuniger für Tumorwachstum

Eine im Fachmagazin Nature veröffentlichte US-Studie brachte wichtige Ergebnisse: Im Gegensatz zu vielen Ansätzen, die sich auf Medikamente konzentrieren, untersuchte dieses Forschungsprojekt gezielt den Einfluss der Ernährung. Dabei standen insbesondere Melanome (Hautkrebs), Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs im Fokus.

Die Untersuchung fand an Mäusen und Zebrafischen statt. Diese erhielten langfristig Futter mit einem hohen Fruchtzuckergehalt, während sie bereits Tumore in sich trugen. Das Tumorwachstum wurde parallel beobachtet. Die Ergebnisse sind recht eindeutig.

Die Leber als Schlüssel: Studienergebnisse zeigen, wie sie Fruchtzucker in Wachstumsmaterial für Krebszellen umwandelt. © Zoonar/imago

Tumorwachstum verdoppelt: Wie Fructose zur Gefahr wird

Die Krebszellen zeigten teilweise ein drastisch gesteigertes Wachstum. Bei einigen Tieren verdoppelte sich die Größe der Tumore im Vergleich zur Kontrolle mit normaler Ernährung. Auffällig dabei: Weder das Körpergewicht noch Insulin- oder Blutzuckerspiegel veränderten sich signifikant.

Doch was frisst den Zucker? Die Autoren der Studie erklären, dass Fructose nicht direkt von Krebszellen genutzt werden kann. Stattdessen spielt die Leber eine entscheidende Rolle. Die Fructose wird durch ein Enzym aus der Leber in einem Stoffwechselprozess – der sogenannten Fructolyse – umgewandelt.

Dieser Prozess erzeugt verschiedene Fette (Lipide), von denen eines für Krebszellen besonders wichtig ist. Über den Blutkreislauf erreicht dieses Lipid den Tumor, der es wiederum als Material für das Wachstum nutzt. Nuss-Extrakt soll hingegen in der Lage sein, Tumorwachstum zu hemmen.

Stoffwechsel der Leber macht Fructose zum Tumor-Booster

Letztlich ist es der Stoffwechsel in der Leber, der die Fructose zum Wachstumsbeschleuniger für Krebszellen macht. Interessanterweise konnte derselbe Effekt in einem weiteren Experiment, bei dem Tumorgewebe außerhalb des Körpers direkt mit Fruchtzucker versorgt wurde, nicht nachgewiesen werden.

Der menschliche Metabolismus spielt also die entscheidende Rolle. Gary Patti, Mitautor der Studie, erklärte gegenüber Gen-News: „Der menschliche Körper ist komplex. Was man in den Körper hineinwirft, kann von gesunden Zellen aufgenommen und in etwas verwandelt werden, was Tumore nutzen.“

Fruchtzucker meiden? Forscher rät zu Vorsicht bei Krebs

Patti zieht aus der Studie klare Schlüsse: „Ein Fazit dieser Studie ist: Wenn Sie schon so viel Pech haben und Krebs haben, dann sollten Sie wahrscheinlich darüber nachdenken, Fructose zu meiden.“ Zudem könne die Studie helfen, Medikamente zu entwickeln, die verhindern, dass Fructose das Tumorwachstum beeinflusst. Auch ein Pilz macht ihr auf kuriose Hoffnung in der Forschung.

Ein weiterer Ansatz könnte darin bestehen, nicht nur die Krebszellen selbst zu behandeln. „Wir können darüber nachdenken, die gesunden Zellen zu adressieren, um Krebs zu bekämpfen“, so Patti.

Noch bleibt abzuwarten, wie sich diese Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen. Um die Ergebnisse zu bestätigen, wollen die Autoren, wie Gen-News berichtet, eine klinischen Studie, die den Zusammenhang zwischen Fructose und Tumorwachstum weiter untersucht, durchführen. (lab)

Auch interessant

Kommentare

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/welt/fruchtzucker-und-krebs-neue-studie-offenbart-alarmierende-zusammenhaenge-tumor-forschung-zr-93460078.html