Fischbachau: Attraktion aus Nordrhein-Westfalen vor dem Deisenrieder Schaustollen

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Alte Stollenlok wird von Kran vor den Schaustollen in Fischbachau gesetzt. © Gemeinde Fischbachau

Aufwändig per Kran vor Deisenrieder Wetterstollen an ihren Platz gehoben: eine alte Stollenlok. Sie soll als Blickfang für den Schaustollen fungieren.

Fischbachau – Das Versetzen auf die vorbereiteten Gleise lief bestens, die Arbeiten für den Schaustollen sind fast abgeschlossen und ein weiterer Punkt stimmt zufrieden. Bisher bleibt alles im anvisierten Kostenrahmen.

Alles war für die alte Lok vorbereitet. Der Unterbau als Hügelkonstruktion und die Gleise warteten praktisch auf das Einsetzen des Mittelteils mit der Maschineneinheit, also dem Motor. Der ist ein Koloss von 14 Tonnen. „Das war professionelle Millimeterarbeit“, ist Fischbachaus Geschäftsleiter Felix Stahl vom Umsetzen begeistert.

Mit Hilfe eines Kranes wurde die Stollenlok sicher an ihren Platz gehoben

An Haken und schweren Metallketten wurde die Lok binnen einer Dreiviertelstunde bedacht und konzentriert durch die Firma Huber Kran aus Bad Feilnbach aufs Gleis gebracht. Ehrenamtlich, wohl gemerkt. „Es ist wirklich sehr nett, dass sie sich als regionales Unternehmen unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben,“ freut sich Stahl.

Ein Unternehmen aus Bad Feilnbach auch deswegen, weil die Mangfalltalgemeinde das Projekt „Deisenrieder Schaustollen“ zusammen mit Fischbachau im Rahmen eines LEADER-Programmes stemmt. Und auch auf Fischbachauer Seite gab es gleich später ehrenamtlichen Einsatz. Der Barbaraverein Leitzachtal montierte die Lokführerhäuschen hinten und vorne am Maschinenteil. Nun ist das alte Gefährt komplett vor dem Stolleneingang zu bewundern und soll natürlich Besucher anziehen.

Schaulok von Nordrhein-Westfalen nach Fischbachau transportiert

Die Lok ist übrigens ein Geschenk aus Nordrhein-Westfalen. Dort war sie unter Tage im Einsatz. Martin Schmid vom Barbaraverein Leitzachtal – „sozusagen der Projektvater“, wie Stahl meinte – sorgte dafür, dass sie nach Fischbachau kam. Ein besonderes Stück sei sie, erklärt der Geschäftsführer.

Den Motortyp des alten Bergwerkgefährtes gebe es inzwischen nur noch „zwei, drei Mal“ in Deutschland. Aus dem Norden habe es sogar eine Anfrage gegeben, ob man das gute Stück nicht eventuell wieder haben könnte. „Aber die geben wir jetzt nicht mehr her“, versichert Stahl.

Projektkosten für die Schaulok wurden eingehalten

Auch über einen anderen Umstand ist er glücklich: „Das Schöne ist, dass wir die Projektkosten trotz der vergangenen Preissteigerungen halten konnten.“ Die belaufen sich auf 800.000 Euro. Dabei gibt es eine Förderung von 400.000 Euro. Ergo finanzieren sowohl Fischbachau wie Bad Feilnbach den Schaustollen mit je 200.000 Euro. Im Rahmen blieb die Finanzierung, weil es möglich war, Einsparungen zu machen und so Mehrkosten, etwa im Bereich der Elektrotechnik, abfangen zu können.

Die Öffnung des Schaustollens ist für November angedacht. Dann werden wohl erst einmal Führungen stattfinden. Öffnungszeiten sind jetzt noch nicht festgelegt, meint Stahl. Die offizielle Eröffnung könnte im kommenden Sommer erfolgen. Die Besucher dürfen sich auf eine attraktive Darstellung der hiesigen Bergwerksgeschichte freuen. Beim Kassenhäuschen erhalten sie Helme, auch Bergmannskleidung soll noch organisiert werden.

Attraktion vor Schaustollen soll Besucher anziehen

Infos gibt es mit einem Kurzfilm, Schautafeln und Bildschirmen. Besonderer Wert wurde auch darauf gelegt, dass man möglichst authentisch in die Atmosphäre des Stollens eintauchen kann: mit dem illuminierten Gleisstrang nach innen, zurückgenommener Beleuchtung, einer virtuellen Schausprengung, einer Röhre zum Hineinkriechen, um die Enge der Arbeitsverhältnisse unter Tage zu erfahren und dem virtuellen Bedienen eines Presslufthammers. Auf 70 Metern verläuft der Rundgang. Er endet an einem Gittertor, durch das man noch weiter in den alten Stollen hineinsehen und die Vergangenheit erspüren kann.

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