Tödliche Mett-Fälle in Deutschland: 191 Erkrankte, 3 Tote – und die Behörden verzweifeln

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Drei Todesopfer durch Salmonellen-Mett. 191 Menschen erkrankten. Zwei Jahre nach dem größten Ausbruch 2024 tappt die Behörde immer noch im Dunklen.

Frankfurt am Main – Frankfurt – Ein Mettbrötchen zum Frühstück – für viele Deutsche ist es ein kulinarisches Kulturgut. Mettbrötchen oder auch Hackepeter genannt, mit Zwiebeln oder Paprika serviert, ist beliebt. Rohes Hackfleisch kann jedoch mit Keimen belastet sein. Drei Menschen starben 2024 daran. Noch heute, zwei Jahre später, wissen die Behörden nicht, wo das verseuchte Schweinemett herkam.

Mettbrötchen auf einem Teller mit Zwiebeln und Schnittlauch garniert.
Drei Tote durch Mettbrötchen in Deutschland. Ermittlungen führen bislang ins Leere (Symbolfoto). © Schoening/Imago

Krankheitsausbrüche durch Lebensmittel überwacht das Robert-Koch Institut (RKI) und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ganz genau. Im Jahr 2024 gingen 271 lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche ein – mehr als in den vier Jahren zuvor, wie aus dem aktuellen Jahresbericht hervorgeht.

Größter Salmonellen-Ausbruch des Jahres: Drei Todesfälle durch gewürztes Schweinemett

Die Ausbrüche führten zu mindestens 2.400 Erkrankungen, acht Todesfällen sowie 451 Hospitlatisierungen. Die häufigsten Verursacher von Krankheitsausbrüchen in Deutschland waren Salmonellen (90 Ausbrüche, 33 Prozent) und Bakterien der Gattung Campylobacter (69 Ausbrüche, 14 Prozent).

„Der größte Ausbruch im Jahr 2024 mit 191 gemeldeten Erkrankungsfällen wurde durch Salmonella Infantis verursacht“, heißt es im BVL-Bericht. Der Ausbruch haben in Zusammenhang mit dem Verzehr von gewürztem Schweinemett gestanden, so das BLV. 64 Menschen mussten aufgrund der Salmonellose ins Krankenhaus und drei Menschen starben.

Salmonella Infantis ist einer der häufigsten bakteriellen Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen. Verunreinigte Lebensmittel, insbesondere Geflügelprodukte, aber auch Nüsse oder Nussmuse können mit den Keimen belastet sein. Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet. Infektionen mit Salmonella Infantis sind meldepflichtig. Symptome einer Salmonella Infantis sind Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Fieber und in schweren Fällen Sepsis.

Keine Spur im Fall des verseuchten Mett

Trotz intensiver Nachforschungen konnten die Behörden nicht ermitteln, wie und wo das verseuchte Schweinemett verkauft wurde. Der „Ursprungsort des Problems“ konnte nicht identifiziert werden, heißt es in dem Bericht. Den eindeutigen Verursacher zu identifizieren ist schwer. Lieferketten sind komplex. Rohes Schweinehack per se schon leicht verderblich. Bei dem Fall in Thüringen 2024 ist die Suche nach der tatsächlichen Ursache bislang offenbar unmöglich.

„Die Ermittlungen der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung ergaben für die von den Erkrankten angegebenen Einkaufsorte für gewürztes Gehacktes kein eindeutiges Muster. Es konnte kein alleiniger Zulieferer als Ursache des Erkrankungsgeschehens ermittelt werden.“, sagte eine Sprecherin des Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie zur B.Z. Eine 46 Jahre alte Frau und ein 65-jähriger Mann starben an Salmonellose. Bei dem dritten Todesopfer handelte es sich um einen 70-Jährigen der bereits an Vorerkrankungen litt.

In anderen Fälle war es jedoch möglich: So konnten ein anderen Salmonella Infantis-Ausbruch mit „Salar, Salatdressing und Fleischsoße“ in Verbindung gebracht werden, oder gar ein Norovirus-Ausbruch mit einer selbsthergestellten Cocktailsauce in einem Imbiss.

Ausbrüche durch Gemüse, Getreideerzeugnisse oder Beeren und Früchte nehmen zu

Schweinemett und andere tierische Lebensmittel gelten zu 47 Prozent als Verursacher von Ausbrüchen. Ausbrüche durch Gemüse, Getreideerzeugnisse oder Beeren und Früchte nehmen laut den Daten zu. „Der Bericht zeigt, dass auch pflanzliche Lebensmittel, die oft ohne weitere Hitzebehandlung als Salatzutaten verzehrt werden, Krankheitsausbrüche verursachen können“, sagte BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl in einer Pressemitteilung zum Jahresbericht.

Zudem zeichnet sich ein neuer Trend ab: Im Vergleich zu den vier Vorjahren wurden im Jahr 2024 erstmals die meisten Krankheitsausbrüche in Betrieben der Kategorie „Take-Away und Fast-Food-Imbisse“ verursacht. Auf Platz 2 stünden Privathaushalte. (Quellen: BVL, RKI, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), B.Z.) (ml)

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