Eine Frau verlor beim Aufstieg zur Großen Klammspitze ihr Leben. Die Ursache des Sturzes ist unklar. Experten untersuchen die genauen Umstände.
Murnau – Eine 58-jährige Frau aus dem Landkreis Augsburg hat bei einer Bergwanderung ihr Leben verloren. Sie stürzte am Montagvormittag gegen 11.40 Uhr im Anstieg zur Großen Klammspitze etwa 100 Höhenmeter über eine steile, felsige Bergflanke ab.
Tödliches Bergunglück: Frau verlor das Gleichgewicht und stürzte hinab
Die Wanderin war gemeinsam mit ihrem 24-jährigen Sohn auf dem Weg zwischen der Kenzenhütte und den Brunnenkopfhäusern unterwegs. Auf dem Steig zur Großen Klammspitze verlor sie aus bislang unbekannten Gründen das Gleichgewicht und stürzte an der Südseite des Kammes in die Tiefe. Der felsige und äußerst steile Hang bot keine Möglichkeit, den Sturz abzufangen oder zu bremsen.
Der Sohn alarmierte sofort die Rettungskräfte. Der Rettungshubschrauber Christoph Murnau sowie Luftretter der Bergwacht Oberammergau eilten zur Unfallstelle, konnten jedoch nur noch den Tod der Frau feststellen. Für die Unfallaufnahme und die Bergung kamen zusätzlich die Alpine Einsatzgruppe West der Grenzpolizei Murnau und ein Polizeihubschrauber zum Einsatz.
Wegen schwieriger Wetterbedingungen verzögerte sich die Bergung bis zum Nachmittag. Erst gegen 15.30 Uhr gelang es den Polizeibergführern, die Verunglückte mithilfe der Hubschrauberwinde zu bergen. Die widrigen Witterungsverhältnisse erschwerten die Arbeit der Einsatzkräfte erheblich und machten ein früheres Bergen unmöglich.
Der unter Schock stehende Sohn wurde von speziell ausgebildeten Einsatzkräften der Organisation KID-Berg betreut. Diese Spezialisten sind darauf geschult, Menschen nach traumatischen Erlebnissen im Gebirge psychologische Erste Hilfe zu leisten.
Große Klammspitze ist bei Wanderern beliebt – ist aber herausfordernd
Die Alpine Einsatzgruppe West untersucht nun die genauen Umstände des tödlichen Bergunfalls. Die Ermittlungen konzentrieren sich darauf, warum die erfahrene Wanderin auf dem Steig das Gleichgewicht verlor. Insgesamt waren sechs Bergretter der Bergwacht Oberammergau, ein Rettungshubschrauber, drei Polizeibeamte der Alpinen Einsatzgruppe West sowie ein Polizeihubschrauber an dem aufwendigen Einsatz beteiligt.
Das Gebiet um die Große Klammspitze ist bei Wanderern beliebt, stellt aber besonders bei wechselhaften Wetterbedingungen erhöhte Anforderungen an die Trittsicherheit und Konzentration der Bergsteiger.