Mann trotzt dem Wohnungsmarkt, indem er ein gemütliches Familienhaus aus zwei verbundenen Wohnwagen baut

Die Immobilienpreise steigen, Kredite belasten viele Haushalte – und treiben manche zu ungewöhnlichen Lösungen. Luke aus dem ländlichen Vereinigtes Königreich entschied sich nach dem Verlust seines Hauses während der Pandemie bewusst gegen einen neuen Kredit. Wie das Portal „autoevolution“ berichtet, zog er zurück auf das Grundstück seiner Mutter und errichtete dort ein Familienhaus aus zwei ausrangierten Wohnwagen.

Günstig wohnen ohne Baukredit – so entstand Lukes Wohnwagen-Haus

Die beiden Wohnwagen erhielt Luke kostenlos von einem Freizeitpark, der alte Modelle entsorgen musste. Kosten fielen lediglich für den Transport an: rund 1200 Pfund (etwa 1380 Euro). Anschließend entkernte er die Fahrzeuge vollständig, isolierte sie neu und verband sie zu einer stabilen Einheit. Für ihn sei dies der schnellste und günstigste Weg gewesen, um ein bewohnbares Haus zu schaffen.

Rechtlich blieb das Gebäude ein mobiles Zuhause: Die Wohnwagen stehen auf ihren originalen Rädern und sind nicht fest mit dem Boden verbunden. Dadurch war keine klassische Baugenehmigung nötig – dennoch ließ Luke die Nutzung als nicht-permanente Struktur offiziell bestätigen.

Drei Schlafzimmer, Bad und Küche – alles aus recycelten Materialien

Beim Ausbau setzte Luke konsequent auf wiederverwendete Materialien. Holz aus alten Gebäuden, gespendete Baustoffe und Secondhand-Möbel prägen das Erscheinungsbild. Ein Wohnwagen beherbergt drei Schlafzimmer, der andere einen offenen Wohn-, Ess- und Küchenbereich sowie ein voll ausgestattetes Bad.

Trotz des einfachen Ursprungs fehlt es an nichts: Heizung, Warmwasser, Waschmaschine und eine komplette Küche gehören zur Ausstattung. Das Wasser stammt aus einer nahegelegenen Quelle, geheizt wird aktuell mit Gas. Eine Solaranlage ist geplant. Insgesamt investierte Luke rund 16.000 Pfund (etwa 18.400 Euro) – für ein vollwertiges Familienhaus.

Wohnen zwischen Idealismus und Verzicht

Dass Menschen angesichts hoher Mieten und knapper Wohnräume zu ungewöhnlichen Lösungen greifen, zeigt auch das Beispiel eines Vermieters aus Großbritannien. Statt selbst eine Wohnung zu beziehen, lebt er bewusst in einem ausgebauten Van, um seine Mieter nicht verdrängen oder die Miete erhöhen zu müssen. Für ihn bedeutet das weniger Komfort, aber auch mehr finanzielle Freiheit und Flexibilität.