Ein Stromausfall im Südwesten Berlins hat Zehntausende Menschen in eine sehr unangenehme Lage gebracht. Ohne Elektrizität funktionieren viele Heizungen nicht, die Küche bleibt kalt, bei Handys macht der Akku irgendwann schlapp. Das raten Behörden Betroffenen jetzt:
- Feuerwehr und Bezirk betreiben sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme, also Anlaufstellen mit Informationen und Strom zum Laden von Akkus.
- Handys solle man sparsam benutzen und für den Abend Taschenlampen und Batterien bereithalten. Über Lautsprecherwagen, die durch die Straßen fahren, gebe es zusätzlich Informationen.
- Die Polizei rät bei Ausfall der Heizung zu prüfen, ob man bei Freunden oder Verwandten unterkommen kann. Wer selbst helfen kann, sollte dies hilfsbedürftigen oder älteren Menschen anbieten.
- Wenn die Heizung ausfällt, helfen übergangsweise Decken und dicke Kleidung. Doch Vorsicht bei der Suche nach anderen Wärmequellen, die in Innenräumen gefährlich sein können. Die Berliner Feuerwehr warnt ausdrücklich vor gasbetriebenen Heizquellen. Auch wenn es kalt ist, sollte man regelmäßig lüften, vor allem wenn Kerzen brennen. Diese dürfe man nicht unbeaufsichtigt lassen, rät die Feuerwehr. „Lieber Taschenlampen als Kerzen benutzen“
- Läden und Supermärkte in dem vom Stromausfall betroffenen Gebiet sind geschlossen, aber in Nachbarbezirken und dem Rest von Berlin funktioniert der Strom und man kann einkaufen.
- Die S-Bahnen fahren, wie die S-Bahn Berlin mitteilte, auch wenn die Informationstafeln an den Bahnhöfen gestört sind. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad sollte man wegen des Schnees besonders vorsichtig sein.
- Heiße Getränke oder kleine Mahlzeiten kann man auf einem Gas-Campingkocher zubereiten, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe schreibt. Grillen mit Holzkohle oder Gas sollte man aber keinesfalls in der Wohnung. „Es besteht Erstickungsgefahr“, warnt das Bundesamt.
Hier finden Sie Notunterkünfte
Hilfsorganisationen haben Notunterkünfte für betroffene Menschen eingerichtet. Laut Stadtverwaltung stehen folgende Notunterkünfte mit Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung:
- Cole-Sports-Center, Hüttenweg 43, 14169 Berlin
- Sporthalle der Zinnowwald Grundschule, Wilskistraße 78, 14163 Berlin
- Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf, Teltower Damm 18, 14169 Berlin (Eingang über Kirchstraße 1/3)
Anlaufstellen zum Aufwärmen
- Im Gemeindehaus der Emmaus-Kirchengemeinde in der Onkel-Tom-Straße 80, 14169 Berlin können sich Betroffene aufwärmen und ihre Handys aufladen, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Das Gemeindehaus ist am Samstag bis mindestens 22 Uhr geöffnet und öffnet am Sonntag ab 9:30 Uhr.
- Im Matthäus Gemeindehaus am Steglitzer Kreisel können sich bis zu 50 Menschen zwischen 8 und 20 Uhr aufwärmen sowie Kaffee und Tee kochen
Berliner Polizei informiert via WhatsApp
Die Berliner Polizei hat die Bewohner der vom Stromausfall betroffenen Gebiete aufgerufen, sich bei Fragen und in Notfällen jederzeit an die nahegelegenen Wachen zu wenden. Eine mobile Wache steht am Sderotplatz, 14163 Berlin. Über ihren Whatsapp-Kanal „Polizei Berlin“ veröffentlichte sie eine Liste mit den Adressen in den Stadtteilen in Steglitz-Zehlendorf, alle bisherigen Informationen sind auch für Neu-Abonnenten sichtbar.
Notrufannahmestellen eingerichtet
Wer in Not ist, aber keinen Notruf absetzen kann, sollte einen Helfer an eine der mobilen Notrufannahmestellen der Berliner Feuerwehr schicken. Dort können Betroffene Notrufe absetzen sowie Hilfe und Informationen in Notsituationen erhalten. Auch Busfahrer können Notrufe absetzen. Die Stellen befinden sich an folgenden Orten:
- Chausseestraße 23, 14109 Berlin
- Mexikoplatz, 14163 Berlin
- Carl-Schumann-Sportanlage in der Osdorfer Straße 52, 12207 Berlin
- Hildburghauser Straße Ecke Tirschenreuther Ring, 12279 Berlin
- Andréezeile Ecke Ladiusstraße, 14165 Berlin
- Osdorfer Straße 16, 12207 Berlin
- S-Bahnhof Wannsee, Kronprinzessinnenweg, 14109 Berlin
- OBI Heimwerkermarkt, Goerzallee 189, 14167 Berlin
- S-Bahnhof Zehlendorf, Teltower Damm, 14163 Berlin
- Feuerwache Wannsee, Kronprinzenninenweg 20, 14109 Berlin
- Johannes-Niemayer-Weg Ecke Bernhard-Beyer-Straße, 14109 Berlin
Stromausfall dauert bis Donnerstag an
Der Stromausfall im Berliner Südwesten ist nach Einschätzung von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey besonders schwerwiegend. "Das Ausmaß ist größer als bei dem Stromausfall in Adlershof im September 2025", erklärte die SPD-Politikerin. Menschen, die bei Freunden oder Familienangehörigen außerhalb der betroffenen Gebiete unterkommen könnten, sollten dies tun, riet sie.
Giffey bestätigte, dass der Großteil von den insgesamt 45.400 betroffenen Haushalten damit rechnen müsse, noch länger ohne Strom auszukommen. "Für die anderen 35.000 betroffenen Anschlüsse müssen wir davon ausgehen, dass die Reparaturarbeiten bis zum Donnerstagnachmittag, den 8. Januar 2026, andauern werden."
Gearbeitet werde nach dem im Dezember verabschiedeten "Resilienzkonzept für die Stromversorgung", erläuterte die Senatorin. "Alle Krisenstäbe sind eingesetzt und arbeiten eng zusammen. Wichtig ist jetzt, alle Maßnahmen einzuleiten, die schnell zu einer besseren Lage führen, und die umfassende Information der Bevölkerung sicherzustellen."