Ob Amsterdam, Wien oder Innsbruck – überall sind Studentinnen und Studenten aus dem Landkreis.
Erding - Amsterdam, Innsbruck, Wien: Nach dem Abitur zieht es viele aus dem Landkreis Erding hinaus in die Welt. Die Wahl fällt meist auf andere deutsche Städte, aber immer häufiger verschlägt es Studenten auch ins Ausland.
Linda Förster aus Lengdorf studiert English World Literature an der UvA in Amsterdam und kommt jetzt ins fünfte Semester. „Ich liebe diese Stadt von ganzem Herzen. Ich mag die Art, wie die Menschen hier miteinander umgehen“, erzählt Förster. „Amsterdam war mir schnell vertraut, trotz aller anfänglicher Hürden: Wohnungssuche, hohe Lebenshaltungskosten, Sprachbarriere.”
In ihrer Nachbarschaft, im Stadtteil Jordaan, kenne und möge sich jeder. „Wir haben sogar geteilte Nachbarschaftskatzen“, berichtet die 20-Jährige, die gerne Fahrrad fährt. „Während der Touristensaison liebe ich vor allem auch meine Fahrradklingel“, meint sie lachend.
In der vorlesungsfreien Zeit geht‘s zurück in die Heimat. „Meine Eltern, meine Brüder Vincent und Lennard, mein Hund Josie und meine Katze Tigy sind noch in Lengdorf.“ Seit diesem Jahr gebe es sogar auch einen Direktzug, mit dem man innerhalb von sieben Stunden von München aus Amsterdam erreicht.
Fest zurück nach Lengdorf, das kann sich die junge Studentin nicht vorstellen. Nach dem Bachelor möchte sie einen Master machen, vielleicht in England oder Irland. „Ich kann mir nicht vorstellen, mich in den nächsten zehn Jahren irgendwo festzulegen. Ich sehe mich in meinen Zwanzigern auf vielen Reisen und in verschiedenen Ländern lebend.”
Ella Promeuschel (21) aus Isen studiert seit 2023 Ressortjournalismus in Ansbach. Auf den ersten Blick wirkt die kleine Stadt in Mittelfranken als Studienort eher ungewöhnlich, doch für sie war es Liebe auf den zweiten Blick. „Ansbach kam einfach so dazwischen mit einem Studiengang, den ich sonst nirgendwo gefunden habe. Ich wollte unbedingt etwas Kreatives mit Medien machen“, erzählt sie. „Anfangs bin ich eher wegen des Studiengangs als wegen der Stadt gekommen. Mittlerweile lebe ich für beides hier.”
Von ihrer Heimat Isen ist Ansbach nur rund zwei Stunden mit dem Auto entfernt, und etwa alle zwei Wochen besucht sie ihre Eltern, ihren Bruder Kilian und Kater Thomas. Vor einigen Monaten ist sie aus dem Studentenwohnheim in ihre erste eigene Wohnung gezogen und hat inzwischen jeden Winkel der Stadt erkundet.
„Ich kenne den besten Bäcker, das Geheim-Café in der Hintergasse, und meine Freunde wohnen alle nur ein paar Minuten entfernt.“ Wo es nach dem Studium hingeht? Eventuell Hamburg, wo das Medienangebot vielfältiger und die Jobaussichten größer seien.
Hannes Reitinger aus Kopfsburg studiert duales Luftverkehrsmanagement in Worms und Wien. Reisen ist quasi ein Lehrinhalt. Auch wenn er schon an vielen schönen Orten war und sogar einen Monat in Gambia im Rahmen seines Studiums verbracht hat, bleibt Wien dennoch der momentane Hauptwohnsitz und gefällt dem 21-Jährigen sehr gut.
„Das Stadtbild an sich ist einfach ein Traum, und alle Leute, die ich bisher kennengelernt habe, sind super lieb und offen. Das Beste: In der Thaliastraße gibt’s direkt neben meiner Wohnung einen Inder. Wenn ich bei ihm bestelle, reicht er mir das Essen einfach durchs Fenster – bequemer geht’s nicht.” Manchmal kann es in einer Großstadt auch hektisch werden. „In solchen Momenten vermisse ich dann oft einen Spaziergang durchs Isental”, berichtet er.
Ida Fischkandl aus Watzling ist für ihr Biologiestudium in die Hauptstadt Tirols gezogen. „Innsbruck lebt vom Sport – es gibt immer Möglichkeiten, sich auszupowern.“ Die 21--Jährige fährt selbst Snowboard, skatet regelmäßig und verbringt ihre Sommer gerne in Portugal beim Surfen.
„Dadurch, dass die Stadt so attraktiv für jegliche Sportarten ist, kommen hier Menschen aus der ganzen Welt zusammen, die sehr vom gleichen Schlag sind.”, meint die Studentin, die entsprechend schnell Gleichgesinnte und neue Freunde gefunden hat. „Wenn ich morgens Zeit habe, bin ich dann eine der Ersten mit dem Snowboard auf dem Berg, und es gibt nichts Besseres, als über unberührten Schnee zu gleiten.”
In Watzling haben ihre Eltern eine Biogärtnerei mit Katzen und Hühnern. „Ich mag Dorfen und fühle mich dort sehr heimisch, aber gerade jetzt und in den nächsten zehn bis 15 Jahren kann ich mir nicht vorstellen, wieder zurückzuziehen, sondern eher sogar nochmal weiter weg ins Ausland. Schlussendlich kann ich mir jedoch schon vorstellen, wieder in Dorfen zu stranden.”