Eine Schlagerlegende hat 2022 ihre Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht und inzwischen ihre Karriere beendet. Jetzt feiert sie ihren 70. Geburtstag.
Weimar – „Jugendliebe“ ist die Melodie ihrer Karriere: Auch nach mehr als 45 Jahren hat der Song von Ute Freudenberg (69) Kultstatus und gehörte auf jedem Konzert zum festen Repertoire. Die Schlager-Powerfrau mit der großen Stimme war in der DDR eine der erfolgreichsten Sängerinnen und füllte, als sie noch auftrat, noch immer Konzerthäuser. Am Montag (12.1.) feiert die ostdeutsche Schlagersängerin ihren 70. Geburtstag.
2022 machte Freudenberg ihre 2018 diagnostizierte Parkinson-Erkrankung öffentlich. Diese sei auch ein Grund für ihren Bühnenabschied gewesen, sagte sie im August 2025 im Podcast „Muckefuck und Fernsehfunk“. Freudenberg: „Das war auch eine Kopf-Entscheidung. Wenn du krank bist und du merkst, es geht nicht mehr so, wie du es eigentlich willst. Ich war immer Perfektionistin, es musste alles stimmen. Ich wollte stilvoll abtreten, ich wollte einen grandiosen Abschied mit einer tollen Tour. Das ist uns so gelungen.“ 2023 veröffentlichte sie ihr Album „Stark wie nie“, ging auf Abschiedstournee und erhielt den Ehrenpreis der „Goldenen Henne“ für ihr Lebenswerk.
Ute Freudenberg an Parkinson erkrankt – Schlagerlegende geht es inzwischen besser
In der Talkshow „Riverboat“ sprach sie im Oktober 2025 über ihr so emotionales wie schwieriges letztes Konzert am 22. Dezember 2023. Sie habe zwei 600er-Ibuprofen gebraucht, um ihren schmerzenden Arm hochhalten zu können. „Ich wusste ja vor Schmerzen nicht, wohin“, erklärte sie. „Mein Körper hat ja da schon nicht mehr das gemacht, was ich wollte.“
Inzwischen geht es ihr generell besser, bekräftigte Freudenberg im Podcast „Muckefuck und Fernsehfunk“ im August 2025. „Dadurch, dass es mir gesundheitlich besser geht, kann ich sehr viele Dinge machen.“ Sie sei etwa mit ihrer Nichte und ihrem Mann in Südafrika gewesen. „Das hatte ich mir gewünscht.“
Ute Freudenberg wurde in einem Ferienlager entdeckt – Durchbruch erfolgte 1980
Schon mit 15 Jahren wird die am 12. Januar 1956 in Weimar geborene Künstlerin in einem Ferienlager entdeckt. Bereits ein Jahr später, 1972, tritt sie das erste Mal in einer Talentshow im Fernsehen auf und beginnt parallel ein Studium an der Musikhochschule in Weimar. 1976 gehört Freudenberg zu den Gründungsmitgliedern der Rockband „Elefant“ – mit dem Album „Jugendliebe“ kommt 1980 der große Durchbruch. Im selben Jahr wird sie in der DDR erstmals zur beliebtesten Sängerin des Jahres gewählt. Es gibt Preise und Gelegenheit zu Auftritten im Westen.
Dann kommt der große Bruch in ihrem Leben: Nach einem Fernsehauftritt in Hamburg bleibt Freudenberg 1984 im Westen, wo sie nur langsam Fuß fasst. Die im Osten erfolgsverwöhnte Künstlerin siedelt nach Düsseldorf über, arbeitet als Studiosängerin und singt jahrelang auf Kreuzfahrtschiffen. 1988 singt sie unter dem Künstlernamen Heather Jones den Titelsong zum Tatort „Pleitegeier“.
Die Wende bedeutet auch für Freudenberg einen Glücksfall. Sie kann zurück zu ihren Fans, die ihr die Jahre im Westen offenbar nicht übelnehmen. 1995 steht sie in ihrer Heimatstadt auf der Bühne und verkündet unter Tränen ihre Rückkehr nach Weimar, Tausende singen mit ihr „Jugendliebe“. „Das war einer der schönsten und bewegendsten Momente meines Lebens“, sagt sie später in einem Interview mit der Zeitschrift Superillu.
Freudenberg tritt in großen Schlagersendungen auf, tourt zusammen mit anderen Ostbands. 1998 erhält sie den ostdeutschen Medienpreis „Goldene Henne“, und 2005 wird „Jugendliebe“ zum beliebtesten Osthit aller Zeiten gekürt. Fünf Jahre später trägt sogar eine Rosenart diesen Namen. Neben der Musik engagiert sich Freudenberg als Schirmherrin für das Ronald-McDonald-Haus, die Stiftung setzt sich für die Familien schwerkranker Kinder ein. 2008 erhält sie für ihr ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz. Weiteren Schwung erhält ihre Karriere 2011 durch die Zusammenarbeit mit Christian Lais, mit dem sie unter anderem „Auf den Dächern von Berlin“ produziert. Der Titel landet auf Platz 1 der Hitparade. Es folgt unter anderem das Doppelalbum „Jugendliebe“ mit knapp 40 von den Fans ausgewählten Songs. 2023 kommt es schließlich zum Karriereende.
Ute Freudenberg wird 70: Ihr Karriere-Ende ist endgültig
Der Bühnenabschied ist endgültig. „Ich bereue gar nichts“, sagte sie im August 2025 im Podcast „Muckefuck und Fernsehfunk“, sie habe „alles richtig gemacht“ und bekräftigt: „Ich bleibe jetzt Rentnerin und genieße mein Leben.“ Sie sei „sehr glücklich, wie ich jetzt mein Rentnerleben lebe, dass ich so viel Freude an all dem habe, was ich tue, dass ich so weltoffen bin, dass ich mich um mich kümmere und Spaß habe an all dem, was ich tue. Und ich habe das Gefühl, dass mir noch wunderbare Jahre bevorstehen, und auf die freue ich mich einfach. Das ist schön.“ Auch ein legendäres Schlagerduo sprach unlängst übers Karriereende. (Quellen: AFP, Podcast „Muckefuck und Fernsehfunk“, „Superillu“ Talkshow „Riverboat“, Archiv) (lin)