Bei guter Laune und heißen Temperaturen feierte die CSU Oberallgäu ihr Sommerfest im Kurhaus Fiskina in Fischen, während Europaminister Eric Beißwenger und Tourismusministerin Michalea Kaniber mal humorvoll und mal mit scharfer Zunge Seitenhiebe in Richtung Berlin verteilten.
Oberallgäu – Eric Beißwenger betrat die Bühne und war als Europaminister sogleich in seinem Element. Er freute sich über die „heile Welt im Allgäu, mahnte aber auch vor den globalen Krisen und Konflikten, die die Bundesregierung nicht lösen könne. Beißwenger unterstrich die Wichtigkeit Bayerns, das in der EU die sechstgrößte Volkswirtschaft stellen würde, aber auch enorm von der EU profitiere: „Jeder zweite Euro wird mit EU-Handel verdient“. Dennoch sei die Bürokratie in der EU „zu viel“.
Europaminister Beißwenger sorgt für Lacher
Beim Thema Wolf und Kulturlandschaft holte Beißwenger sich die ersten Lacher des Abends: „Noch so viel Vegetarier und Veganer können nicht so viel abweiden wie unsere Tiere auf den Weiden.“ Dann übernahm Michaela Kaniber, die in ihrer Funktion als Landwirtschafts- und Tourismusministerin laut Beißwenger „ideal für das Allgäu“ und zugleich ein „richtiger Freund“ sei, das Wort.
Tourismusministerin Kanibar warnt vor veganer Propaganda
Die Bundesregierung sei „ein Vollangriff auf die Landwirtschaft“, so die Ministerin. Das aktuelle Tierschutzgesetz würde das Ende für 11000 Betriebe bedeuten. Sie habe gegen das Gesetz gestimmt, weil Bayern kein Problem mit der Massentierhaltung habe. Kaniber warnte vor der „extremen veganen Propaganda“. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehle 300 Gramm Fleisch pro Woche, das sei praxisuntauglich. Laut Kaniber gebe es Studien, die belegen würden, dass Kinder, Jugendliche und ältere Menschen Fleischkonsum für ihr gesundheitliches Wohlbefinden brauchen. „Wo kommen in Zukunft denn die ganzen Lebensmittel her?“, fragte Kaniber in den Saal. Lebensmittel aus dem Ausland zu beziehen, würde sich negativ auf das Klima auswirken und womöglich mehr Tierleid verursachen. Zudem warnte Kaniber vor der „Waffe Hunger“, die gegen Deutschland eingesetzt werden könne, wenn es sich nicht selbst versorge.Kaniber rückte das Thema Arbeit in den Fokus.
Rückbesinnung auf Gästekultur wichtig für Kaniber
Ein Problem sei, dass die junge Generation nicht Vollzeit arbeiten wolle. Einen möglichen Mindestlohn von 16 Euro „könne kein Mensch bezahlen“. Das Bürgergeld demotiviere zu arbeiten. Auch im Tourismus müsse man umdenken, meint Kaniber: „Wir müssen wieder hoffnungsvoll positiv über die Gäste sprechen.“ Nicht nur in der Gästekultur möchte sich Kaniber zurückbesinnen auch das „C“ im Namen der Christlich Sozialen Union werde für sie immer wichtiger. Sie fände es problematisch wenn Kinder im Kindergarten mit Büchern in Kontakt kommen, in denen die Meerjungfrau männlich sei. Auch die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen könne sie nicht verstehen. Für sie gehe es um den Schutz des ungeborenen Lebens. „Wir schaffen das Küken shreddern ab und bei den Kleinen finden wir das gut“, spitzte Kaniber zu.
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