Etliche Gemeinden im Landkreis Miesbach profitieren bereits vom staatlichen Förderprogramm zum Sturzflut-Risikomanagement. Jetzt will auch Gmund mitmachen, deshalb hat sich der Gemeinderat damit befasst.
Gmund - Untypische Hochwasser, sich häufende Unwetter mit starker Intensität und das an Stellen, wo man es nicht vermuten würde. Auch Gmund blieb in den vergangenen Jahren nicht verschont von schweren Schäden durch Starkregen. Wild abfließendes Wasser oder Hochwasser aus Fließgewässern kann auch hier Sturzfluten erzeugen und große Schäden mit sich bringen. Grund genug auch für die Gemeinde, sich mit dem Thema Hochwasserschutz zu befassen.
Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats galt es zu beschließen, ob auch Gmund in das Thema Sturzflut-Risikomanagement einsteigen solle. Bekanntlich hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ein Förderprogramm eingerichtet, um Kommunen bei der Erstellung von Konzepten zu unterstützen. Nach und nach steigen Landkreisgemeinden in dieses Thema ein – die Stadt Tegernsee etwa ist seit Langem mit dem Thema befasst und will nach einer Vorstellung ihrer Untersuchungen im Stadtrat demnächst ihre Konzepte der Bevölkerung vorstellen.
Förderprogramm für Sturzflut-Risikomanagement: Für 75 Prozent der Kosten gibt‘s Zuschüsse
Josef Harraßer vom Bauamt rief bei der Gemeinderatssitzung in Erinnerung, dass Konzepte vom Freistaat mit bis zu 75 Prozent gefördert werden, maximal mit 200 000 Euro. Es könnten ein breit gefächertes Sturzflut-Risikomanagement initiiert, Gefahren und Risiken ermittelt, lokale Schutzziele definiert und örtlich spezifische Schutzmaßnahmen aufgezeigt werden. Man könne zwar das gesamte Gemeindegebiet untersuchen, berichtete Harraßer, jedoch empfehle die Verwaltung Bereiche, die schon mal betroffen gewesen sind, etwa Finsterwald und Dürnbach. Ehe die Arbeiten zur Erstellung des Konzepts beginnen könnten, müsse sich die Gemeinde mit dem Wasserwirtschaftsamt absprechen. Danach könnten Grundlagendaten erhoben werden. Zugleich könnten die Fördermittel beantragt und die Ausschreibungs-Unterlagen erstellt werden. Sind die Fördermittel in Aussicht gestellt, könnte die Ausschreibung erfolgen und ein Ingenieurbüro beauftragt werden. Empfohlen wird überdies ein Projektsteuerer, der etwa 25 000 Euro kosten würde, für den es jedoch keinen Zuschuss gäbe.
Risiken durch Sturzfluten: Gmund fordert auch Eigenvorsorge der Hauseigentümer ein
Laut Harraßer sei neben dem behördlichen Prozedere auch eine Bürgerbeteiligung nötig. „Ein komplexes Thema“, das musste auch Bürgermeister Alfons Besel (FWG) einräumen. Für ihn steht aber fest: „Auch Hauseigentümer müssen Eigenvorsorge leisten.“ Hochwasserschutz sei eine Gemeinschaftsaufgabe, so Besel. Vize-Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU) empfahl, das ganze Gemeindegebiet zu untersuchen, nicht nur jene Bereiche, die es bereits erwischt habe. Neue Bereiche, wie etwa Schwärzenbach oder der Bereich Louisenthal, seien seiner Meinung nach interessant. Auch Georg Rabl (FWG) war für die Untersuchung des gesamten Gebiets. Er schlug zudem vor, Vertreter der Feuerwehren einzuladen, „denn die sind nah dran am Thema und an den Bürgern und haben Konzepte.“
Besel verwies auf eine öffentliche Veranstaltung, die es im weiteren Verlauf zum Thema Sturzflut-Risikomanagement geben werde, und da seien auch die örtlichen Feuerwehren eingeladen und beteiligt.
Am Ratstisch waren alle einverstanden, dass die Gemeinde Konzepte für ein Sturzflut-Risikomanagement erstellen lässt und Fördermittel beim Wasserwirtschaftsamt beantragt. Außerdem wurde der Bürgermeister ermächtigt, ein Ingenieurbüro und einen Projektsteuerer zu beauftragen.