„Dramatische Tendenz“: Geringes Interesse an besonderem Beruf macht bayerischem Schulamt Sorgen

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Bad Tölz

Kommentare

Blicken auf das neue Schuljahr: Die Schulamtsdirektorinnen Petra Burkhardt (re.) und Ute Hübner. © Arndt Pröhl

Für viele Mädchen und Buben beginnt in wenigen Tagen ein neuer Lebensabschnitt. Die Zahl der Einschulungen in Bad Tölz-Wolfratshausen steigt leicht an.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der große Moment naht: Für 1313 Mädchen und Buben im Landkreis beginnt mit der Einschulung am kommenden Dienstag (16. September) ein neuer Lebensabschnitt. Insgesamt sind es 7394 Kinder und Jugendliche, die an den Grund- und Mittelschulen in Bad Tölz-Wolfratshausen in die Klassenzimmer zurückkehren. Diese Zahlen gaben die Schulamtsdirektorinnen Petra Burkhardt und Ute Hübner am Donnerstag (11. September) in einem Pressegespräch bekannt. Dabei berichteten sie von guten Rahmenbedingungen. Personell sei eine „tragfähige Versorgung“ gewährleistet, sagte Burkhardt. „Alle starten mit viel Elan und Zuversicht ins neue Schuljahr.“

Zahl der Schüler in Bad Tölz-Wolfratshausen steigt

Gegenüber dem Vorjahr erhöhe sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler leicht um 180, erklärte die Leiterin des Schulamts. Erstklässler sind es heuer 39 mehr als 2024/25. Erhöht habe sich auch die Zahl der Lehrkräfte. Von ihnen seien 704 im Einsatz gegenüber 683 im Vorjahr. Sie decken 11.“680 Lehrerstunden ab. 457 Stunden davon übernehmen Substitutionskräfte. Sie haben einen Hochschulabschluss, aber nicht auf Lehramt studiert.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt's jetzt auch in unserem regelmäßigen Bad-Tölz-Newsletter.)

Eine „dramatische Tendenz“ beschrieb Petra Burkhardt einzig im Bereich des Nachwuchses an Lehrkräften für die Mittelschulen. „Wir haben heuer in diesem Bereich nur zwei Lehramtsanwärter“, sagt sie. In den vergangenen Jahren habe diese Zahl zwar ebenfalls im einstelligen Bereich gelegen, „aber im höheren“. Dabei handle es sich bei der Mittelschule um „eine tolle Schulart“, in der man als Lehrkraft „ganz nah an den Kindern dran ist“.

Neue Schulleiter in Königsdorf und Walchensee

Einen neuen Schulleiter gibt es an der Grundschule Königsdorf, wo Simon Arneth – bislang Rektor in München – die Nachfolge von Marion Bauer antritt, die ihrerseits an die Schulämter Fürstenfeldbruck und Starnberg wechselt. An der Dorfschule Walchensee ist Simone Franz neue Rektorin.

Zahlen zum Schulstart

1313 Erstklässler werden am Dienstag, 16. September, eingeschult (Vorjahr: 1274).

7394 Mädchen und Buben besuchen im Schuljahr 2025/26 die staatlichen und privaten Grund- und Mittelschulen im Landkreis (Vorjahr: 7214).

Die durchschnittliche Klassengröße liegt in den staatlichen Schulen bei 22,7 Schülern (Grundschulen: 22,6; Mittelschulen: 22,9). Insgesamt gibt es 67 Klassen mit weniger als 20 Schülern, 198 mit 20 bis 25, 53 mit 26 bis 28 und 10 Klassen mit 29 bis 31 Schülern.

704 aktive Lehrpersonen unterrichten an den Grund- und Mittelschulen. Sie decken 11 680 Lehrerwochenstunden ab.

9 Schulpsychologinnen und eine Beratungsrektorin (Schulpsychologie) sind im Einsatz.

Eine Neuerung gibt es an der Grundschule in Kochel, wo es erstmals eine jahrgangskombinierte Klasse für die Stufen eins und zwei gibt. Bereits etabliert sind solche Kombiklassen an weiteren sechs staatlichen und drei privaten Grundschulen im Landkreis.

Ein größeres Gewicht bekommt im neuen Schuljahr die Sprachförderung vor dem Schuleintritt. Vergangenen März wurde erstmals eine zusätzliche systematische „Sprachstandserhebung“ für alle Kinder durchgeführt, die 2026 in die Schule kommen, um möglichst alle Mädchen und Buben zu erfassen, die noch nicht genug Deutsch können. Mehr Kinder, als die Kindergärten in den Jahren zuvor ohnehin schon identifiziert hatten, ermittelte dieses „Sprach-Screening“ laut Burkhardt im Landkreis aber nicht.

Mehr Stunden im „Vorkurs Deutsch“

Was sich hingegen verändert hat: Für den „Vorkurs Deutsch“ im Jahr vor der Einschulung stehen deutlich mehr Stunden zur Verfügung. „So können wir jetzt an fast allen Schulen einen Vorkurs Deutsch anbieten“, sagte die Schulamtsdirektorin. Zudem seien dabei die Gruppen kleiner. Es gebe 39 Vorkurse mit zusammengerechnet 367 Teilnehmern. Nur in Icking, der Jachenau und in Gaißach sei kein Bedarf festgestellt worden. Neben der Sprachförderung durch die Kindergärten besteht der Vorkurs aus drei Stunden Unterricht pro Woche.

Als „konstant“ bezeichnete Burkhardt die Situation bei den Deutschklassen für Schüler, die in höheren Jahrgangsstufen Deutsch lernen müssen, bevor sie in eine Regelklasse können. So eine Klasse für die Stufen sieben bis neun gebe es weiterhin an der Südschule in Bad Tölz, jetzt aber auch wieder an der Mittelschule in Geretsried. Schulartübergreifende Deutsch-Klassen seien am Gymnasium in Bad Tölz sowie an der Mittelschule Waldram angesiedelt.

Smart lesen, smarter leben

Eine besondere inhaltliche Ausrichtung habe das Kultusministerium heuer nicht ausgegeben, stellte die Schulamtsdirektorin fest. Intensiviert werden solle aber die systematische Förderung der Lesekompetenz unter dem Motto „Smart lesen, smarter leben“. Ein Element: In einem Test wird ermittelt, wie viele Wörter ein Kind in einer Minute lesen kann. Gezielte Fördermaßnahmen sollen diese Quote dann steigern, vor allem, so Burkhardt, „durch Üben und Wiederholen“. (ast)

Auch interessant

Kommentare

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/bad-toelz-ort28297/bad-toelz-wenige-wollen-lehrer-an-mittelschule-werden-93929963.html