Boa-Schlangen in Südtirol gefunden – grausamer Verdacht: „Man muss den Kopf schütteln“

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Ein trauriger Anblick: Zwei tote Boa Constrictor wurden in Meran (Südtirol/Italien) auf den Müll geworfen. © Ivan Vysochinsky/ITAR-TASS/IMAGO/Symbolbild/Facebook ASM Meran

In Meran wurden zwei tote Boa-Schlangen in einer Stofftasche bei einer Wertstoffinsel gefunden. Die Umstände des Vorfalls sind noch ungeklärt.

Meran – In der Südtiroler Gemeinde Meran sorgt ein ungewöhnlicher Fund für Entsetzen: Zwei tote Boa Constrictor wurden in einer Stofftasche nahe einer Müllinsel entdeckt. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke stieß auf die Reptilien, als er die Tasche öffnete und „voll erschrocken“ war, wie Stadtwerke-Generaldirektor Patrik König laut dem Südtiroler Nachrichtenportal stol.it berichtete. Der Mitarbeiter habe einen Besen geholt und die Tiere sachte angestubst, um zu sehen, ob sie noch leben.

Boa-Schlangen in Südtirol gefunden – wurden sie lebendig weggeworfen?

Das städtische Entsorgungsunternehmen ASM Meran hatte die Tiere am Freitagmittag (7. Februar) via Facebook gemeldet: „Heute trauriger Fund an einer Wertstoffinsel! Es sollte eigentlich logisch sein, dass lebende Tiere schon gar nicht – aber auch tote Tiere nicht achtlos an einer Wertstoffinsel entsorgt werden dürfen.“ Die Stadtpolizei und die Forstbehörde wurden umgehend informiert und die toten Schlangen in das Institut für Tierseuchenbekämpfung nach Bozen gebracht, um weitere Untersuchungen durchzuführen.

Bei den toten Tieren handelt es sich um zwei Boa Constrictor, von denen eine 1,20 Meter und die andere 1,10 Meter lang war. Die Forstbehörde vermutet, dass die Schlangen möglicherweise lebend entsorgt wurden und in der Nacht erfroren sind, oder bereits tot waren, bevor sie abgelegt wurden. Die Ermittlungen laufen, die Videoüberwachung in der Umgebung wird ausgewertet, um den Verantwortlichen zu finden.

Boa Constrictor

Die Würgeschlange „Boa Constrictor“ wird auch Abgottschlange oder Götterschlange genannt. Sie hat eine braune Farbe mit Fleckenmuster, wird drei bis vier Meter lang und bis zu 60 Kilogramm schwer. Ihr natürlicher Lebensraum ist in Mittel- und Südamerika, wo sie in Wäldern, Savannen oder Halbwüsten leben. Man findet sie dort auf dem Boden, oft aber auch in Bäumen. Boas sind allerdings nicht giftig, sondern erlegen ihre Beute mit ihrem muskulösen Körper. Diesen schlingen sie um ihre Beute und erwürgen sie so.

Südtiroler Tierarzt nach Schlangenfund bedient: „Ein Wahnsinn“

stol.it sprach mit Tierarzt Franz Hintner. Der reagierte fassungslos: „Ein Wahnsinn. Man muss den Kopf schütteln, welche Tiere sich die Leute aneignen.“ Das Problem bei solch exotischen Tieren: „Wir wissen, wer welchen Hund hält, aber bei Schlangen und Reptilien wissen wir gar nichts. Ebenso verhält es sich mit Papageien. Der Markt für diese Tiere läuft im Untergrund. Und dann passiert es, dass Leute mit diesen Tieren überfordert sind. Solche Tiere werden zur Selbstbefriedigung des eigenen Egos gekauft. Einfach traurig.“ Er geht davon aus, dass „sehr viele“ dieser Tiere in Südtirol leben, „aber wir erfahren es nur, wenn Nachbarn etwas melden“.

In der mit 40.759 Einwohnern nach Bozen zweitgrößten Stadt Südtirols schlägt der Vorfall hohe Wellen. Auch, weil sich der bizarre Fund nur drei Tage nach einem weiteren Vorfall in Meran ereignete. In einem Tabakladen zog eine Frau eine Boa-Schlange aus ihrer Tasche, um die Ladenbesitzerin zu bedrohen. Die Polizei ermittelt nun, ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen besteht, obwohl bisher keine klaren Hinweise darauf vorliegen. Die Polizei prüft Videoüberwachungskameras in der Umgebung der Wertstoffinsel, um den Täter zu identifizieren. Auch die Herkunft der Schlangen gilt es zu klären.

Bereits im Sommer 2024 war die Aufregung in Südtirol groß, als nahezu täglich Schlangen am Montiggler See gesichtet wurden. Einheimische erzählten: „Das werden von Jahr zu Jahr mehr.“ Allerdings handelte es sich dabei nicht um eine Boa oder ein anderes exotisches Tier, sondern um harmlose Ringelnattern. (mke)

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