In seiner letzten Bürgerversammlung im Gasthof zur Post nahm der scheidende Eglinger Rathauschef Hubert Oberhauser unter anderem Stellung zur geplanten Umgehungsstraße im Ortsteil Endlhausen.
Egling – Seit einem halben Jahrhundert hofft Helmut Gröbmair darauf, dass in Endlhausen eine Umgehungsstraße zur Entlastung der viel befahrenen Ortsdurchfahrt auf der Staatsstraße 2070 realisiert wird. „Es ist untragbar: Ich sehe die Lebensqualität schrumpfen“, beklagte sich der Anwohner.
Eglinger Bürgerversammlung: Rathauschef Oberhauser beantwortet viele Fragen der Einheimischen
Bürgermeister Oberhauser hatte zuvor in seinem ausführlichen Rechenschaftsbericht berichtet, dass das Projekt nach langem Drängen der Großgemeinde Egling mittlerweile in den Elandestraßenausbauplan aufgenommen wurde. „Das ist eine große Chance für Endlhausen“, glaubt Oberhauser. Gleichzeitig räumte der Rathauschef auch ein, dass nun ein langwieriger Planungsprozess mit einer Kosten-Nutzen-Untersuchung bevorsteht. „Wir werden viel Geduld haben müssen“, warb er um das Verständnis der betroffenen Grundstücksbesitzer.
Gröbmair bleibt skeptisch. „Ich gehe davon aus, dass da in den nächsten 50 Jahren nichts passieren wird“, befürchtet er. Marlies Korntheuer regte an, im Zuge der Planungen auch eine Attenhamer Ortsumfahrung in Angriff zu nehmen. „Das geht leider nicht in einem Aufwasch“, bedauerte Oberhauser. Gröbmair wünschte sich zudem eine Verschärfung der Geschwindigkeitskontrollen in der Endlhausener Ortsdurchfahrt, ein anderer Dorfbewohner vermisst dort eine Fußgängerampel. Oberhauser versprach, dass die Gemeindeverwaltung diese Anregungen dem zuständigen Straßenbauamt in Weilheim übermitteln wird.
Themen der Eglinger Bürgerversammlung: Friedwald, Gewerbesteuer und Haushalt
Die ehemalige Gemeinderätin Anneliese Wiedenbauer-Schmidt fragte nach, ob in Egling ein Friedwald zur Bestattung von Verstorbenen entstehen könne. Sie verwies auf das Vorbild der Nachbargemeinde Dietramszell. Anders als in „Waldruh“ gebe es in Egling aber laut Oberhauser keinen Eigentümer, der so eine große Fläche besitze. „Da bräuchtest du zehn bis 20 Waldbesitzer, um alles unter einen Hut zu bringen“, gab der Bürgermeister zu bedenken.
Der Deininger Heizungsbau-Unternehmer Hans Pertold hadert damit, dass die Gemeinde in diesem Jahr den Hebesatz für die Gewerbesteuer von 320 auf 350 Punkte erhöht hat. „Das schmälert unsere Gewinne und hindert uns an Investitionen“, erklärte Pertold, Oberhauser verwies darauf, dass die gestiegenen finanziellen Belastungen für den Gemeindehaushalt auf mehrere Schultern verteilt wurden. So wurden beispielsweise auch die Kindergartenbeiträge erhöht, um den steigenden Betreuungspersonalaufwand bezahlen zu können.
Das Haushaltsvolumen der Gemeinde umfasst in diesem Jahr rund 17 Millionen Euro, davon entfallen 11, 8 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 5,2 Millionen auf den Vermögenshaushalt. „Die finanzielle Situation der Gemeinde ist nun gefestigt“, bilanzierte Oberhauser zufrieden. Herausforderung bleibt jedoch der großflächige Breitbandausbau, der rund 15 Millionen Euro kosten würde und daher nach Einschätzung Oberhausers ohne staatliche Förderung nicht realisierbar sei. Die Gemeinde könne höchstens zwei Millionen Euro dazu beisteuern.
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