Ein furioser Auftakt: Donnernder Applaus für Toni und Max Uthoff beim PiPaPo-Festival in Gelting

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Auf der Bühne: Max Uthoff mit Tochter Toni Uthoff. © Peter Herrmann

Das PiPaPo-Festival des Kulturvereins Isar-Loisach wurde mit dem Kabarett „Einer zuviel“ von und mit Toni und Max Uthoff eröffnet. Das Vater-Tochter-Duo begeisterte die Zuschauer.

Gelting – Bis Jahresende lädt der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) im Rahmen des PiPaPo-Festivals zu einer Vielzahl von Kabarettshows, Lesungen und Konzerten ein. So freuten sich bereits in der ersten Woche Max und Toni Uthoff über eine ausverkaufte Kulturbühne.

PiPaPo-Festival in der Geltinger Kulturbühne Hinterhalt: Max und Toni Uthoff eröffnen mit „Einer zuviel“

Max Uthoff gilt nicht nur aufgrund seiner Mitwirkung in der ZDF-Satire Sendung „Die Anstalt“ als einer der renommiertesten Kabarettisten Deutschlands. Dass ihm auch seine 18-jährige Tochter Toni in puncto Wortwitz durchaus Paroli bieten kann, überraschte die Besucher in der seit Wochen ausverkauften Kulturbühne Hinterhalt dann aber doch.

„Die Uthoffs haben das PiPaPo-Festival fulminant eröffnet“, zeigte sich Assunta Tammelleo begeistert. Zuvor entschuldigte sich die Vorsitzende des Kulturvereins Isar-Loisach bei denjenigen Besuchern, die sich nicht schon anderthalb Stunden vor Beginn der Veranstaltung ein Plätzchen in den vorderen Reihen gesichert oder reserviert hatten, für die „kuschelige“ Enge.

Programm

Bis zum 28. Dezember finden verschiedene Veranstaltungen im Rahmen des PiPaPo-Festivals in der Kulturbühne Hinterhalt in Gelting statt. Alle Infos und das Programm finden sich online auf hinterhalt.de/pipapo-2025/.

Als dann Max Uthoff zunächst allein die nur mit zwei Barhockern ausgestattete Bühne betrat und sich nach der Stimmung erkundigte, brandete ihm der erste laute Beifallssturm entgegen. Es folgte ein satirischer und manchmal auch beleidigender Rundumschlag gegen Politiker wie Bundeskanzler Friedrich Merz und den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Uthoff kritisierte, dass die Konservativen seiner Meinung nach Flüchtlinge und Bürgergeldempfänger gegeneinander ausspielen. Dabei mache es doch mehr Sinn, gegen die profitorientieren Funktionäre des IOC und Befürworter einer möglichen Olympiade in München „draufzuhauen“.

Max und Toni Uthoff beim PiPaPo-Festival in Gelting

Söders Aktivitäten in den sozialen Netzwerken und dessen öffentlichkeitswirksamen Gesten sind dem 58-jährigen Wahlkampfunterstützer der Linken ohnehin ein Graus. „Söder macht einen Kniefall vor allem, was bröckelt: zum Beispiel vor Uschi Glas“, stellte Uthoff fest. Manch einer im Publikum empfand derartige unter die Gürtellinie gehenden Anschuldigungen als respektlos.

Da tat es gut, dass sich nach zehn Minuten empört seine Tochter Toni zu Wort meldete. „Ich kann’s nicht mehr hören“, entgegnete sie. Die junge Frau stellte das Verhalten alter, weißer Männer – zu denen ihr Vater auch zählt – generell infrage und berührte die Zuhörer mit ihren authentischen Offenbarungen. So litt sie schon im Alter von zwölf Jahren an Depressionen und brach in der achten Klasse die Schule ab. Ihr Eltern unterstützten sie in dieser frühen Lebenskrise.

Donnernder Applaus für Toni und Max Uthoff in Gelting

Sie erlebten aber auch teilweise überforderte Jugendpsychiatrieeinrichtungen, die Max Uthoff an Szenen aus dem oscarprämierten Filmdrama „Einer folg übers Kuckucksnest“ erinnerten. Mittlerweile ist Toni Uthoff eine selbstbewusste junge Frau, die in ihren Ausführungen auch die Gefahren von Künstlicher Intelligenz (KI), TikTok-Informationsflut und toxischer Männlichkeit anprangert. Nach dem zweistündigen Vater-Tochter-Spektakel „Einer zuviel“ verabschiedete das Publikum das Duo mit donnerndem Applaus.

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