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VonVolker Ufertingerschließen
Mit der aktuellen Gestaltung des Römerstegs sind viele Verkehrsteilnehmer unzufrieden. Jetztwird auf Antrag der Grünen das Mittelgeländer entfernt.
Gauting – Wer die Würm passieren will, hat verschiedene Möglichkeiten. Da ist zum einen die (viel befahrene) Clermont L‘Herault-Brücke am Hauptort. Da ist die Brücke an der Reismühle. Und da ist, mittendrin, der Römersteg. Er verbindet den Leutstettener Weg und den Reismühler Weg. Zum Leidwesen vieler Verkehrsteilnehmer ist die Brücke sehr eng und steil, vor allem auf der Westseite Richtung Sommerbad. Deshalb gab es schon viele Anläufe, daran etwas zu ändern, oft auf Betreiben der Grünen, zuletzt im Sommer 2024. Damals ging es darum, eine brauchbare Ost-West-Verbindung für Radfahrer im Hauptort zu schaffen. Doch die damals gewünschte Nivellierung ist aktuell nicht möglich.
In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr nahmen die Grünen einen neuen Anlauf. In der Zwischenzeit hatten sie mit dem Seniorenbeirat und dem ADFC einen Ortstermin vereinbart, bei dem sich zeigte, dass alle Nutzergruppen mit dem Ist-Zustand unzufrieden sind. Der ADFC merkte an, dass der Steg für Räder mit Anhängern oder auch Lastenrädern nicht passierbar ist. „Man muss daher mit Kindern Umwege auf zudem verkehrsreiche Hauptstraßen in Kauf nehmen“, heißt es im Protokoll. Fahrräder können zwar geschoben werden, allerdings ist oft ein Verhaken mit dem Geländer zu beobachten.
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Auch der Seniorenbeirat stellte fest: „Eine Verbesserung der Situation wäre höchst wünschenswert.“ Der Römersteg habe als Verkehrsweg für Senioren durch das Mehrgenerationen-Campus (MGC) und dem Caritas-Heim an Bedeutung gewonnen. Umso bedauerlicher sei es, dass die westliche Treppe zum Steg eine Neigung von 30 Prozent aufweist. „Die Barrierefreiheit ist damit nicht gegeben“, so der Seniorenbeirat. Er verwies im Protokoll auf Örtlichkeiten, wo in Zusammenarbeit mit dem Gremium sinnvolle Lösungen gefunden worden sind, nämlich am Steg beim Mühlrad (Umbau ohne Stufen) oder beim Aufgang zur evangelischen Kirche (kombinierte Stufen-/Rampenlösung).
In der Sitzung bezeichnete Dr. Matthias Ilg die Situation als „tägliches Ärgernis“. Das Verkehrsaufkommen in dem Bereich sei lebhaft. So zählten Hans-Georg Martin (ADFC), Hans Herde (Seniorenbeirat) und Dr. Matthias Ilg (UEV) an einem Freitagabend im Juli 2024 im Laufe von knapp einer Stunde 41 Passanten, davon 34 mit dem Fahrrad. Am liebsten wäre den Grünen in Übereinstimmung mit ADFC und Seniorenbeirat gewesen, die Westseite des Römerstegs durch eine einteilige oder auch halbseitige Rampe zu ersetzen. Alternativ stellten die Grünen den Antrag, dass das Mittelgeländer entfällt und die derzeitigen Holzgeländer beiderseits der Aufgänge durch greifbare Handläufe ersetzt werden.
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Die anderen Fraktionen schlossen sich dem Ansinnen der Grünen an. Stephan Ebner (CSU) merkte an: „Ich habe große Sympathien dafür. So, wie es ist, funktioniert es nicht.“ Wenn eine Nivellierung auf absehbarer Zeit nicht möglich und eine Rampe zu teuer sei, könne man dem Alternativantrag der Grünen durchaus zustimmen. So sah das auch Stephanie Pahl (MiFü). „Dem schließen wir uns an“, sagte sie.
Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (CSU) erinnerte daran, dass der Mittellauf, der jetzt entfernt werden soll, einst auf Betreiben des Seniorenbeirats installiert wurde. „Aber wir können ihn auch gerne wieder wegmachen“, sagte sie. Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr stimmte einstimmig für den von den Grünen beantragten Umbau.
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