Der langjährige Gemeindearchivar von Icking, Peter Schweiger, gibt aus Altersgründen sein Amt auf. Bereits 1998 übernahm der 82-Jährige das Amt.
Icking – Mit der Überreichung einer „Entstallungsurkunde“ bedankte sich Bürgermeisterin Verena Reithmann in der jüngsten Gemeinderatssitzung für die langjährigen Verdienste von Dr. Peter Schweiger.
Abschied vom Gemeindearchivar: Peter Schweiger gibt Amt aus Altersgründen auf
„Wir können nur dankbar sein für all das, was du geleistet hast“, lobte die Ratshauschefin. Zuvor bat der 82-Jährige aus Altersgründen darum, sein Archivamt zur Verfügung stellen zu dürfen. Schweiger, der die Parteifreie Wählergemeinschaft Icking (PWG) vertrat, schied bereits im April aus dem Gemeinderat aus.
Bereits 1998 bat ihn der damalige Bürgermeister Hubert Guggenmos darum, das Amt des Gemeindearchivars zu übernehmen. Schweiger sagte zu, zumal er sich zunächst nur um das Archiv im Ortsteil Dorfen zu kümmern hatte. Die Dokumente waren damals noch im Keller des Feuerwehrhauses verwahrt. Später setzte sich Schweiger für die Einrichtung eines Archivs im Rathausneubau ein. „Das war vorbildhaft für den ganzen Landkreis“, bilanzierte der ehemalige Zahnarzt zufrieden.
82-jähriger Peter Schweiger gibt Amt aus Altersgründen auf
Kein Wunder also, dass sich Schweiger von 2009 bis 2024 Jahr auch als Kreisarchivar engagierte. Seit 2018 sichtete er zusammen mit Vize-Bürgermeisterin Claudia Roederstein auch die Akten des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums, die teilweise aus den frühen 1920er-Jahren stammen.
Langweilig ist ihm dabei nie geworden. Seine Leidenschaft für Geschichte reicht bis ins Private. In seiner Wohnung lagern über 20.000 Fotos und rund 800 Postkarten in einem Archivschrank. „Ich sammle schon seit fast 40 Jahren und werde mein Privatarchiv auch weiterhin pflegen“, sagte er aus Überzeugung.
Die Leidenschaft für Geschichte reicht bis ins Private von Schweiger
Für Aufsehen und überregionalen Trubel sorgte im Frühjahr 2017 die Debatte um die Umbenennung des nach dem ehemaligen SA-Truppenführer Paul Wenz benannten Wenzbergs. „Das war sicherlich ein Tiefpunkt, an den ich mich nicht so gern zurückerinnere“, räumt der ehemalige Vize-Bürgermeister ein. Denn einige alteingesessene Ickinger wollten diese unrühmliche Vergangenheit lieber verschweigen. Zudem hatte der Archivar in dieser Zeit einen hohen Arbeitsaufwand und opferte ganze Wochenenden für seine Tätigkeit.
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Wer tritt nun in die großen Fußstapfen von Dr. Peter Schweiger? Prädestiniert für diese anspruchsvolle Aufgabe erscheint sicherlich seine langjährige Mitarbeiterin und Vize-Rathauschefin Claudia Roederstein. Eine Entscheidung wird im Frühjahr erwartet. „Ich bin aber nicht aus der Welt und stehe weiterhin beratend zur Verfügung“, versprach Schweiger nach seiner Verabschiedung.
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