Olympia-Ort fürchtet auch wegen Offiziellen und Polizei um sein Geschäft

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Olympia als positiver Wirtschaftsfaktor? Dass es nicht so einfach ist, zeigt die aktuelle Lage bei den Winterspielen in Bormio.

Bormio – Schon vor den Bewerbungen für olympische Spiele sind Lokalpolitiker und Verbandsoffizielle bemüht, mit vermeintlichen Vorteilen Werbung zu betreiben. Darunter immer wieder die Behauptung, dass die Austragungsorte kurz- und mittelfristig finanziell profitieren würden. Während Untersuchungen zweiteres schon länger in Zweifel ziehen, schweben in Bormio schon während der Spiele Fragezeichen hinter den kurzfristigen Effekten.

Drei Polizisten rund um die Eröffnungsfeier der olympischen Spiele in Cortina.
Rund um die Eröffnungsfeier wurde die Polizeipräsenz in Cortina d‘Ampezzo erhöhrt. Auch in Bormio sind viele Carabinieri zu sehen. © Imago/Kyodo News

Im kleinen norditalienischen Örtchen in der Nähe zur Schweiz dominieren nämlich nicht unbedingt Fans und Touristen das Straßenbild. Die Hotels sind zwar bestens besetzt, doch das vor allem durch Olympia-Offizielle. Während die Hoteliers bester Dinge sein dürften, ist die Stimmung bei Gastronomie- und Skiverleihbetreibern wohl eher am Boden. Selbst Fanclubs der Sportler verzichteten teilweise auf die Anreise.

Skigebiet in Bormio lange gesperrt – dafür bestens abgesichert

Schon seit dem 1. Februar sind sämtliche Lifte des Skigebiets geschlossen. Erst am 17. Februar werden sie wieder geöffnet, das bis zum 22. aber nur unter Auflage. Somit werden zunächst nicht alle Pisten befahrbar sein. Was es statt den ausbleibenden Touristen gibt, ist neben den Offiziellen vor allem ein großes Sicherheitsaufgebot. Dieses ist auch dann anwesend, wenn keine Wettkämpfe sind.

Dass es ein gewisses Sicherheitsbedürfnis gibt, ist nicht von der Hand zu weisen – und aufgrund der Bahnnetz-Attacke nicht ganz unbegründet. Doch die Mischung aus Polizei und Offiziellen dürfte in Bormio für eine ungewohnte Stimmung sorgen. Zudem ist es ein Klientel ist, dass den Großteil der örtlichen Wirtschaft nicht unbedingt zuträglich ist. Und auch Olympia-Fans bleiben meist nur während der Wettkämpfe, bevorzugen teilweise sogar Public Viewing in der Heimat.

So berichtete der Blick schon im Vorfeld, dass nur ein kleiner Teil der Fans von Franjo von Allmen nach Bormio fahren würde. Sie bejubelten die Goldmedaille des Schweizers damit lieber im heimischen Simmental. Aufgrund der exorbitanten Übernachtungskosten bleibt für viele Fans nur eine Tagesreise, doch auch dafür muss man erst einmal in der Nähe wohnen.

„Bormio ist für eine Tagesreise nicht um die Ecke. Wir machen darum ein Public Viewing in Luzern und drücken Marco so die Daumen“, sagte etwa Marco Odermatts Patenonkel gegenüber Blick vor dem Abfahrtsrennen. Alles in allem enttäuschende Aussichten für viele, die in Bormio ihr Geld verdienen. Und da der Ort in der restlichen Wintersaison ohnehin immer quasi ausgebucht ist, dürften sich Zuwächse durch Olympia-Publicity auch im Rahmen halten. (sch)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/sport/wintersport/olympia-ort-fuerchtet-schon-jetzt-finanzielle-einbussen-zr-94159504.html