Die NATO-Mitgliedsstaaten haben sich offenbar auf einen Nachfolger für Militärausschuss-Chef Cavo Dragone geeinigt. 2028 soll ein Deutscher folgen.
Brüssel – Der NATO-Militärausschuss mit Sitz in Brüssel fungiert als höchste militärische Instanz des Bündnisses. Vorsitzender ist gegenwärtig ein Italiener, der Admiral Guiseppe Cavo Dragone. Vorgesehen ist der nächste Wechsel an der Spitze des NATO-Militärausschusses für 2028, doch schon jetzt sich der Ausschuss offenbar auf einen Nachfolger für Cavo Dragone geeinigt, dessen Amtszeit nach drei Jahren im Januar 2028 auslaufen wird. Abgelöst werden soll er an der Spitze des Militärausschusses von einem Deutschen, wie nun bekannt wurde.
Bundeswehr-Generalinspektor Breuer soll 2028 Chef des NATO-Militärausschusses werden
Carsten Breuer, Generalinspektor der Bundeswehr, soll ab 2028 Chef des Nato-Militärausschusses werden, berichtet die Welt unter Berufung auf informierte NATO-Kreise berichtet. Dass der Beschluss schon jetzt getroffen wurde, liegt vor allem am Druck, den die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump ausübten. „Die Entscheidung für Herrn Breuer ist fix“, heißt es der Welt zufolge übereinstimmend aus informierten NATO-Kreisen.
Neben den USA setzten sich aber auch NATO-Mitgliedstaaten wie Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande und die Türkei für die Ernennung Breuers ein. Rahmenbedingung von Breuers Benennung zum neuen Chef des NATO-Militärausschusses ab 2028 ist Welt-Informationen zufolge eine informelle Einigung – ein sogenanntes „Gentlemen’s Agreement“.
Ein Amtsantritt würde Deutschland mehr Verantwortung in der NATO bringen
In seiner neuen Funktion wäre Breuer der militärische Chefberater des NATO-Generalsekretärs, wie der Bayerische Rundfunk (BR) hinweist. Aktuell hat das Amt bekanntlich der Niederländer Mark Rutte inne, der es im Oktober 2024 vom Norweger Jens Stoltenberg übernahm; Stoltenberg war zuvor zehn Jahre als NATO-Generalsekretär tätig gewesen.
Als Vorsitzender des Militärausschusses, der den Nordatlantikrat (NAC) und die Nukleare Planungsgruppe (NPG) in allen wichtigen militärischen Fragen federführend berät, käme Breuer mit dem Amtsantritt 2028 eine herausragende Rolle in der NATO-Verteidigungspolitik zu. Darüber hinaus würde sich mit der Wahl Breuers der Einfluss Deutschlands innerhalb des NATO-Militärausschusses entsprechend vergrößern.
Der NATO-Militärausschuss ist in der fortwährend angespannten globalen Sicherheitslage von großer Bedeutung. Das Komitee ist das wichtigste militärische NATO-Gremium, das die militärischen Chefs von insgesamt 32 verschiedenen NATO-Mitgliedern unter sich versammelt. Im Alltagsgeschäft werden sie – mit Ausnahme diverser persönlicher Treffen in Brüssel – von den ständigen militärischen Vertretern der Mitgliedstaaten repräsentiert, wie die Welt informiert. (Quellen: Welt, Bayerischer Rundfunk) (fh)