Kanada gibt E-Auto-Zwang auf: Trump-Zölle erzwingen Kurswechsel – 500.000 Jobs in Gefahr

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Kanada ändert seine E-Auto-Ziele wegen Handelskonflikten. Premierminister Carney betont dennoch die Bedeutung der E-Mobilität. Neue Kaufprämien sollen helfen.

Frankfurt – Kanada hat sein Ziel, bis 2035 ausschließlich Elektroautos zu verkaufen, aufgegeben. Premierminister Mark Carney begründete diesen Schritt am Donnerstag mit dem eskalierenden Handelskonflikt mit den USA. „Es gibt kein stärkeres Symbol für die enge Verflechtung der kanadischen und amerikanischen Wirtschaft als das Automobil“, erklärte Carney bei der Bekanntgabe der neuen Strategie.

US-Präsident Donald Trump (l) empfängt den kanadischen Premierminister Mark Carney im Oktober 2025 im Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump (l) empfängt den kanadischen Premierminister Mark Carney im Oktober 2025 im Weißen Haus. © Andrew Leyden/dpa

Kanada kassiert E-Auto-Ziel wegen Trump-Zöllen: Carney nennt USA „ernsthafte Schwachstelle“

Die Regierung strebt nun an, den E-Auto-Anteil bei Neuwagenverkäufen bis 2035 auf 75 Prozent und bis 2040 auf 90 Prozent zu steigern. Damit weicht sie deutlich von den Vorgaben der Vorgängerregierung unter Justin Trudeau ab, die einen vollständigen Umstieg auf Elektrofahrzeuge bis 2035 vorgesehen hatte. Der Kurswechsel erfolgt vor dem Hintergrund massiver wirtschaftlicher Verflechtungen: Über 90 Prozent der in Kanada produzierten Fahrzeuge und 60 Prozent der Autoteile gehen in die USA. Manche Komponenten überqueren während der Produktion bis zu achtmal die Grenze.

Trudeau-Erbe zerbröselt: Kanada gibt 100-Prozent-E-Auto-Ziel auf – 500.000 Jobs in Gefahr

Die einst vorteilhafte Handelsbeziehung zum südlichen Nachbarn bezeichnet Carney mittlerweile als „ernsthafte Schwachstelle“. Ab April 2025 werden in Kanada hergestellte Fahrzeuge mit einem US-Zollsatz von 25 Prozent auf nicht-amerikanische Teile belegt. Für die kanadische Automobilindustrie mit ihren mehr als 500.000 Beschäftigten stellt dies eine existenzielle Bedrohung dar.

Trotz der Anpassung der Ziele bekräftigte Carney sein Bekenntnis zum Klimaschutz. Er halte die E-Mobilität weiterhin für die Technologie der Zukunft. Die Industrie- und Klimapolitik müsse nun jedoch auf „Ergebnisse und Lösungen“ ausgerichtet werden. Neben strengeren Normen für Treibhausgasemissionen kündigte der Premierminister auch Kaufprämien für Elektrofahrzeuge an.

Die ursprünglichen Ziele der Trudeau-Regierung – 20 Prozent E-Autos bis 2026, 60 Prozent bis 2030 und schließlich 100 Prozent bis 2035 – hatten bei Umweltverbänden Anklang gefunden. Autohersteller blieben hingegen skeptisch, nicht zuletzt wegen der mangelhaften Ladeinfrastruktur im Land. Der jetzt vollzogene Kurswechsel spiegelt die Bemühungen der kanadischen Regierung wider, wirtschaftliche Realitäten mit Klimaschutzambitionen in Einklang zu bringen. (Verwendete Quelle: AFP)

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