Ein norwegischer Skisprung-Star durchlebt schwere Tage. Nach dem Tod seines Vaters hat er über eine Teilnahme den den Olympischen Spielen entschieden.
Mailand / Cortina – Die Athletinnen und Athleten sind da – am Freitag (6. Februar) steigt die große Eröffnungsfeier. Die Olympischen Spiele 2026 in Mailand und Cortina d‘Ampezzo sollen für alle teilnehmenden Sportler ein Event der Superlative werden. Auch die Skispringer wissen zu begeistern. Der Norweger Johann Andre Forfang peilt starke Platzierungen an, doch kurz vor dem Start der Spiele erschütterte ihn der Tod seines Vaters Hugo.
Vor einigen Tagen grüßte der Skispringer seinen schwerkranken Papa mit besonderen Handschuhen und sagte später im Interview: „Ich bin froh, dass ich meinem Vater vor seinem Tod noch einen letzten Gruß schicken konnte. Ich weiß, er hat sich sehr darüber gefreut.“ Mittlerweile ist Hugo Forfang verstorben, doch sein Sohn will den olympischen Traum nicht aufgeben, sondern für ihn auf Medaillenjagd gehen.
Skisprungstar Johann Andre Forfang will für seinen verstorbenen Vater bei Olympia starten
Dem norwegischen TV-Sender NRK sagte er: „Es war der große Wunsch meines Vaters, dass ich dorthin reise und das vollende, was unser gemeinsames Projekt ist.“ Die Spiele 2022 hatte er aufgrund einer Corona-Infektion verpasst, 2018 aber gab es Gold mit der Mannschaft und Silber im Einzel auf der Normalschanze. Um dem 30-Jährigen die Teilnahme in Norditalien ermöglichen zu können, half die ganze Familie zusammen.
Am 16. Februar bestreiten die Skispringer ihren letzten Wettkampf bei Olympia. Die Beisetzung von Forfang Senior wird erst nach den Spielen stattfinden. Ein beruhigendes Gefühl für Forfang, denn er weiß: „Ich bin erleichtert, dass ich nicht zwischen Olympia und der Beerdigung wählen muss. Ich werde jetzt für den Rest meiner Karriere für meinen Vater springen.“
Wenn er sich in den kommenden Tagen von der Schanze stürzt, dürfte er von seinen Emotionen übermannt werden. Obwohl er seinen Vater als großen Motivator sieht, sei es „unwirklich und unglaublich schwer, dass er das nicht mehr miterleben darf.“ Hugo Forfang verstarb im Alter von 68 Jahren. Unzählige Erfolge seines Sohnes hat er miterleben dürfen – nun wird er von oben die Daumen drücken. (is)