Wenige Tage vor Olympia erleidet Skispringer Johann Andre Forfang einen schweren Schicksalsschlag und spricht offen über ein letztes Versprechen.
Willingen – Obwohl die Olympischen Winterspiele immer näher kommen, rückten für Johann Andre Forfang in diesen Tagen alle sportlichen Ziele weit in den Hintergrund. Der norwegische Skisprung-Star hat seinen Vater Hugo verloren – und damit den Menschen, der ihn seit Kindertagen begleitet, geprägt und getragen hat.
Sein Auftritt in Willingen wenige Stunden nach der tragischen Nachricht machte schon deutlich, wie viel Stärke er in diesem Moment aufbringen musste, während sich die Olympia-Welt auf den Start in Mailand und Cortina vorbereitet. Auf Instagram fand der Olympiasieger von 2018 nun rührende Abschiedsworte.
Skisprung-Star Johann Andre Forfang verliert seinen Vater kurz vor Olympia – und enthüllt letzten Wunsch
„Gestern Abend ist mein Vater friedlich eingeschlafen, nachdem er etwas mehr als ein Jahr lang tapfer gegen den Krebs gekämpft hatte“, schreibt er in seinem Post. „Worte können die Leere, die er hinterlässt, nicht beschreiben. Papa war mein Held und mein moralischer Kompass.“ Dass Forfang dennoch beim Weltcup in Willingen antrat, ist nicht nur eine sportliche Entscheidung. Es war eine Reaktion auf den letzten Wunsch seines Vaters.
„Sein letzter Wunsch war es, dass ich weiterhin Skispringe und zu den Olympischen Spielen fahre. Und genau das werde ich tun“, schrieb der 30-Jährige weiter. In wenigen Tagen beginnt Olympia, und Forfang steht im norwegischen Aufgebot für die Wettbewerbe auf der Schanze in Predazzo. Die Erinnerung an seinen Vater wird dort jeden seiner Sprünge begleiten. „Danke für alles, mein lieber, wunderbarer Papa. Ruhe in Frieden“, endet seine Botschaft.
Seine Gold- und Silbermedaillen von Pyeongchang haben Forfang, der auch in den norwefgischen Anzug-Skandal verwickelt war, in seiner Heimat zur festen Größe gemacht. Dass er nun wenige Tage vor Olympia mit einem solchen Schicksalsschlag konfrontiert wird, macht seinen Weg nach Cortina zu einer emotionalen Gratwanderung. Für den 30-Jährigen werden es die schwersten Winterspiele seiner Karriere sein. Dennoch will er springen – diesmal aber vor allem für seinen Vater. (kus)