Manuel Hagel will neuer Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden. Im Merkur-Gespräch vor der Wahl vergleicht der CDU-Politiker Markus Söder mit Angela Merkel.
Stuttgart – Am 8. März stehen in Süddeutschland gleich zwei Wahlen auf dem Programm. Während die Bayern bei der Kommunalwahl über Bürgermeister, Landräte, Gemeindegremien und Kreistage entscheiden, wählen die Menschen in Baden-Württemberg eine neue Landesregierung. Nach 15 Jahren unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann will die dortige CDU die Grünen an der Spitze ablösen – und setzt dabei auch auf Markus Söder.
Anfang November machte CSU-Chef Söder den Wahlkampfauftakt für den baden-württembergischen Spitzenkandidaten Manuel Hagel. Söder war Hagels erster Gast für sein Format „Bühne frei – Politik hautnah erleben“. Hagel könnte mit seinen 37 Jahren zum jüngsten Ministerpräsidenten Deutschlands werden. Er gilt in der Südwest-CDU als großes politisches Talent, ist trotz Amt als Fraktionschef im Landtag aber noch unbekannt – deutlich unbekannter als sein Kontrahent, Grünen-Promi Cem Özdemir. In Umfragen steht die CDU zwar klar vor den Grünen. Könnten die Baden-Württemberger den Ministerpräsidenten aber direkt wählen, würde eindeutig Özdemir gewinnen. Der populäre Söder soll da an der Bekanntheit schrauben. Wahlkampfhilfe aus Bayern.
Hagel über Söder: „Er ist da in einer Liga mit Angela Merkel“
Hagel versteht sich gut mit Söder, wie er im Interview mit dem Münchner Merkur von Ippen.Media auf die Frage nach politischen Mentoren erklärte. „Dieses eine Vorbild gibt es eigentlich nicht. Aber es gibt ein paar Leute, die ich ganz gut finde“, meinte Hagel. „Ich habe einen engen Draht zu Hendrik Wüst, Daniel Günther oder Markus Söder.“
Mit dem bayerischen Ministerpräsidenten stehe er immer wieder via Kurznachrichten im Austausch. „Söder ist mit die Person, die am schnellsten SMS beantwortet“, meinte Hagel – um dann Parallelen zur Altkanzlerin zu ziehen. „Da ist er in einer Liga mit Angela Merkel.“ Auch von Merkel könne er sich einiges abschauen, findet der junge Christdemokrat. „Ich schätze den politischen Ratschlag von Angela Merkel sehr“, sagte er. „Insgesamt lege ich sehr viel Wert auf den Rat von klugen Frauen.“
Und von seinen männlichen Kollegen? Die könnten ihm in der Koalitionsfrage mit Rat zur Seite stehen. Wüst und Günther regieren in Nordhrein-Westfalen und Schleswig-Holstein zusammen mit den Grünen. Rhein hat in Hessen nach der vergangenen Landtagswahl Schwarz-Grün beendet, obwohl es rechnerisch weiter möglich gewesen wäre. Dass Söder eine Koalition mit den Grünen vehement ablehnt, ist hinlänglich bekannt. Und Hagel? Seine CDU bildet seit zehn Jahren ein grün-schwarzes Bündnis. Ob das so bleibt, da will sich Hagel vor der Landtagswahl nicht so recht festlegen.
Wichtig sei, dass „eine CDU-geführte Landesregierung etwas hinbekommt“, sagte Hagel. „Das heißt nicht: politische Entscheidungen entlang von kleinsten gemeinsamen Nennern, sondern mutig und kraftvoll auch Neues zu tun.“ Neues tun als kleiner Fingerzeig in Richtung einer neue Regierung ohne die Grünen? Zunächst zähle das Land. Doch: „Die Grünen sind gerade nach den Erfahrungen mit der Bundestagswahl und dem Erstarken der Linkspartei in einer Selbstfindungsphase“, sagte der Spitzenkandidat. Im Merkur-Interview sprach der dreifache Familienvater auch über ein Social-Media-Verbot für Jugendliche, den Absturz der baden-württembergischen Wirtschaft und das Erstarken der AfD.