Der Sanierungsstau in Karlsfeld erreicht Millionenhöhe. Allein die Mittelschule kostet 14 Millionen Euro, der Baubeginn verzögert sich.
Karlsfeld – Marode Gebäude, zu wenig Platz, Freizeitanlagen, in denen dringend was gemacht werden muss: Der Sanierungsstau bei den öffentlichen Gebäuden der Gemeinde Karlsfeld ist groß. Das zeigt der Bericht des Gebäudemanagements, den Alexander Reichl in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats präsentierte.
Sanierung der Mittelschule
Höchste Priorität hat für das Gebäudemanagement die Sanierung der Mittelschule. „Eine umfassende Modernisierung ist aufgrund der veralteten Gebäudetechnik und den Anforderungen an den modernen Unterricht nötig“, so Reichl. Wie er berichtete, konnte das Projekt wegen einer Rüge eines nicht berücksichtigten Bieters bei der Vergabekammer Südbayern nicht wie geplant starten. Er rechnet daher mit dem Baubeginn erst ab den Sommerferien 2027. Die Sanierung soll drei bis vier Jahre dauern und muss während des laufenden Betriebs stattfinden. Geschätzte Kosten: 14 Millionen Euro. Doch Reichl ergänzte sogleich, die Gemeinde werde Fördermöglichkeiten prüfen.
Freizeitanlagen am Schulcampus
Prio 2 hat laut dem Gebäudemanagement die Erneuerung des Schulcampus. Die Freizeitanlagen sind seit 2024 gesperrt. „Risse im Tartanbelag, Stolperstellen aufgrund von abgesunkenen Entwässerungsrinnen und so weiter konnten mit den jährlichen Instandsetzungsarbeiten nicht mehr verkehrssicher hergestellt werden“, erklärte Reichl. Von einer Sanierung sei in der Vergangenheit abgesehen worden. Aktuell sollen nur die Sportflächen umgesetzt werden, die als Pflichtaufgabe zu betrachten sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Machbarkeitsstudie, wie Reichl mitteilte. Kostenpunkt: 1,1 Millionen Euro.
Neues Obdachlosenheim
Rang 3 in der Prioritätenliste hat laut Reichl der Neubau der Obdachlosenunterkunft. Wie der Abschlussbericht der Machbarkeitsstudie zeigte, soll in dem neuen Gebäude Platz für 50 bis 60 Wohnungslose sein. Aktuell sind in Karlsfeld 40 Personen untergebracht. Geschätzte Investitionskosten: 3,3 Millionen Euro. Fördermöglichkeiten habe die Verwaltung noch nicht untersucht. Wie Reichl erklärte, ist die Gemeinde noch auf der Suche nach einem geeigneten Standort.
Bauhof-Erweiterung
Prio 4 hat die Erweiterung des Bauhofes. Zusätzlicher Zeitdruck entsteht laut Reichl aufgrund der geplanten Erweiterung der Kläranlage. Dafür wird ein Teil der Außenfläche des Bauhofs benötigt. Die Kosten belaufen sich auf zirka 4 Millionen Euro.
Rathaus-Erweiterung
Auch das Rathaus muss erweitert werden. Das Gebäudemanagement geht von Gesamtkosten in Höhe von knapp 8 Millionen Euro aus.
Feuerwehrwache
Für die geplante Feuerwehrwache West kommen auf die Gemeinde Kosten in Höhe von 3,15 Millionen Euro in diesem Jahr zu. Neben dem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses im Westen ist auch die Sanierung der Hauptwache an der Falkenstraße notwendig, wie Reichl mitteilte. Stichwort: Brandschutz. Das Gebäude weise aber auch bauliche Mängel auf. Und: Es gibt Platzprobleme. „Wir bringen keinen Spint mehr rein“, berichtete Reichl. „Wenn ein neuer Ehrenamtlicher bei der Feuerwehr anfängt, dann muss er sich im Keller umziehen, wenn‘s blöd läuft.“ Reichl empfahl, für den Haushalt 2026 alle bisher bekannten Maßnahmen in einer Machbarkeitsstudie zusammenzufassen und komplett ausarbeiten zu lassen.
Hallenbad-Abriss
Auch wenn ein Bürgerbegehren um ein Bürgerbad zuletzt unter den Karlsfeldern Hoffnung auf die Rettung des Hallenbads geweckt hatte, ist der Abriss der geliebten Schwimmhalle unausweichlich. Denn obwohl das Hallenbad seit vergangenem September leer steht, entstehen für die Gemeinde wegen der notwendigen Verkehrssicherung weiterhin laufende Kosten. Das Gebäude soll daher im Laufe dieses Jahres für 1,5 Millionen Euro abgerissen werden, wie Reichl erklärte.
Marodes Bürgerhaus
Wie mehrmals berichtet, muss auch das Bürgerhaus Karlsfeld dringend ertüchtigt werden. Die Lüftungsanlagen sind veraltet, es gibt Probleme mit dem Trink- und Abwasser, weshalb drei Kabinen in der Damentoilette schon seit geraumer Zeit gesperrt sind. Außerdem ist das Dach undicht, weshalb im Foyer und der Gaststätte regelmäßig ein Eimer steht. Und auch mit dem Parkplatz gibt es „ein großes Problem“, wie Reichl dem Gemeinderat erklärte. Zahlen zu den prognostizierten Kosten nannte er nicht.
Wie berichtet, war zuletzt von Investitionskosten in Höhe von 15 Millionen Euro die Rede. Doch wie der Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat Michael Fritsch (Grünen/SPD) auf der Podiumsdiskussion der Dachauer Nachrichten sagte, „wird die Sanierung erheblich teurer“.
Alte Grundschule (Vhs)
Damit die Karlsfelder auch zukünftig die Angebote der Vhs in der Alten Grundschule nutzen können, muss auch dieses Gebäude dringend kernsaniert werden, wie Reichl aufzeigte. Eine Kostenabschätzung nannte Reichl nicht. Bisher gibt es keinen weiteren Auftrag an das Gebäudemanagement.