Drei Mal wurde illegal Müll abgeladen. Ein aufmerksamer Landwirt verfolgte die Täter bis zum Bahnhof und stellte sie zur Rede.
Hebertshausen – Der Müllskandal in der Gemeinde Hebertshausen nahm seinen Anfang am vorvergangenen Samstag, als plötzlich auf einem Feldweg 20 Säcke mit Dämmwolle lagen. Vier Tage später, am zurückliegenden Mittwoch, waren es gar ein halber Hausstand; beides im Bereich Deutenhofen, Purtlhof, Reipertshofen. Bürgermeister Richard Reischl startete daraufhin via soziale Netzwerke einen Zeugenaufruf, da in der Gegend „viele Spaziergänger unterwegs sind“. Diesen Post wiederum las ein Landwirt aus dem nahen Ampermoching, der daraufhin am Samstagabend „seine Felder kontrollierte und einen Mercedes Sprinter vorfand“, wie Reischl der Heimatzeitung weiter mitteilt.
Als das Fahrzeug davon gefahren sei, sei der Landwirt ihm unauffällig bis zum Bahnhof Hebertshausen gefolgt, wo der Wagen stehen blieb. Im Transporter seien drei junge Männer gesessen, schildert der Bürgermeister. „Der Landwirt hat sie daraufhin angesprochen, was sie auf seinen Feldern zu suchen hätten“, erzählt Reischl, „und er schaute in den Laderaum, wo sich jede Menge Sperrmüll befand.“ Nun ist das Transportieren von Sperrmüll an sich nichts Ungewöhnliches, doch die Geschichte geht noch weiter.
Am vergangenen Sonntag bekam Reischl einen Anruf, dass etwa 100 Meter vom Bahnhof Sperrmüll herum liegen. Der Gemeindechef traf sich mit dem Landwirt vor Ort. Und siehe da: „Es war genau der Müll aus dem Wagen“, so Reischl, der Anzeige bei der Polizei erstattete.
Die Polizeiinspektion Dachau gab sich gestern bedeckt. Es sei zwar das Autokennzeichen, aber „noch niemand namentlich bekannt“, so ein Pressesprecher. Es müsse noch den Hinweisen des Landwirts und den Angaben des Bürgermeisters nachgegangen werden.
Was die Bestrafung der Täter angeht, wird die Polizei konkreter. Zunächst ist das Landratsamt Dachau am Zug. Sollte es sich nicht um gefährliche Stoffe handeln und die Täter bislang unbescholten sein, handelt es sich laut Polizei um eine Ordnungswidrigkeit. „Bei Ersttätern werden 500 Euro plus die Kosten für die Müllentsorgung fällig“, so der PI-Sprecher. „Das wird nicht billig. Hätten Sie mal lieber 20 Euro investiert am Wertstoffhof“, so Reischl.