Jetzt ist es offiziell: Der Pharmadienstleister Vetter baut einen neuen Standort in Deutschland und wird dort bis zu 2.000 Arbeitsplätze schaffen.
Stuttgart – In Zeiten des Stellenabbaus und der Auslandsverlagerungen gibt es mitunter doch noch positive Signale aus der deutschen Wirtschaft. Ein Kult-Unternehmen hat beispielsweise 2025 den Umsatz gesteigert und lässt daran auch seine Mitarbeiter teilhaben. Der Pharmadienstleister Vetter Pharma hat dagegen bereits 2024 das Gelände eines ehemaligen Produktionsstandortes des US-Autokonzerns Ford erworben. Mitte vergangenen Jahres erklärte das Unternehmen mit Hauptsitz in Ravensburg (Baden-Württemberg) auf IPPEN.MEDIA-Anfrage noch, sich aufgrund der „Dynamik und Volatilität des Themas“ nicht zu einem geplanten neuen Standort äußern zu können.
Am 29. Januar 2026 bestätigte Vetter Pharma in einer Pressemitteilung dann den Bau eines neuen Standortes in Saarlouis (Saarland) und die bereits zuvor zirkulierende Schaffung von bis zu 2.000 möglichen Arbeitsplätzen. Der Baustart auf dem ehemaligen Ford-Gelände ist demnach für das zweite Quartal angesetzt, die Produktion soll im Jahr 2031 starten. Da das 1950 in Ravensburg gegründete Unternehmen mehr als die Hälfte seines Umsatzes in den USA erwirtschaftet, ist die Standortentscheidung ein starkes Signal.
Vetter Pharma investiert rund 480 Millionen Euro in neuen Standort in Deutschland
Der Bau des neuen Vetter-Standortes im Saarland wurde laut der Mitteilung bei einem Treffen mit der Landesregierung in der Staatskanzlei in Saarbrücken offiziell bestätigt. Die Europäische Kommission hat staatliche Beihilfen in Höhe von bis zu 47 Millionen Euro für das Bauprojekt genehmigt, das initiale Investitionsvolumen beläuft sich laut Vetter aber auf rund 480 Millionen Euro. „Mit dem Bau unserer neuen Produktionsstätte in Saarlouis setzen wir einen wichtigen Meilenstein auf unserem nachhaltigen Wachstumskurs“, betont Udo J. Vetter, Vorsitzender des Unternehmensbeirats und Mitglied der Inhaberfamilie.
| Name | Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG |
|---|---|
| Gründung | 1950 |
| Sitz | Ravensburg, Baden-Württemberg |
| Branche | Pharmadienstleister |
| Mitarbeiter | 6.590 (Ende 2024) |
| Umsatz | 1,114 Milliarden Euro (2024) |
Das Familienunternehmen sieht wie bereits erwähnt die Möglichkeit, durch das entstehende Produktionswerk in Saarlouis bis zu 2.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Rekrutierung soll beginnen, sobald die baulichen Voraussetzungen geschaffen sind. „Die geplante Investition bedeutet eine Diversifizierung unserer Wirtschaft und schafft neue Arbeitsplätze in einem Markt mit Zukunft“, wird der saarländische Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) in der Mitteilung zitiert. „Das stärkt das Saarland im Strukturwandel und trägt zur nachhaltigen Entwicklung unserer Innovations- und Industrielandschaft bei.“
Vetter-Entscheidung für das Saarland ist laut Rehlinger „ein starkes Signal“
Die Wirtschaft im Saarland hatte in den vergangenen Monaten einige Rückschläge zu verkraften. Neben dem Rückzug von Ford aus Saarlouis steht auch der ZF-Standort Saarbrücken, das größte Produktionswerk des Friedrichshafener Autozulieferers, unter erheblichem Druck und erst kürzlich wurde bekannt, dass ein Dubai-Konzern einen saarländischen Verpackungshersteller übernimmt und dadurch 175 Stellen wegfallen. Das Bekenntnis von Vetter Pharma zum Saarland ist daher „ein starkes Signal“, wie es auch Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) ausdrückt.
„Wir haben großes Vertrauen in das Saarland und sind stolz, mit unseren Investitionen den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken“, erklärt Udo J. Vetter in der Mitteilung. „Zugleich bekräftigen wir unser langfristiges Engagement als Familienunternehmen auf dem globalen Pharmamarkt – einschließlich unserer fortlaufenden Investitionen in den USA.“ (Verwendete Quellen: Pressemitteilung von Vetter Pharma vom 29. Januar, eigene Recherche)