Der Eschenloher Faschingsumzug lockte wieder Besucher in Scharen an. Etwa 300 Mitwirkende sorgten für kreative und hinterfotzige Unterhaltung.
Eschenlohe – Und da sage noch einer, allein die Rheinländer können Karneval feiern und die narrische Zeit hochleben lassen. Die Eschenloher haben am gestrigen Faschingssonntag mit ihrem eindrucksvollen, alle zwei Jahre mit Herzblut organisierten Gaudiwurm erneut eindrucksvoll bewiesen, dass sich die Oberlandler bezüglich „fünfter Jahreszeit“ nicht verstecken müssen. Über 1000 phantasievoll gekleidete Besucher aus Nah und Fern säumten bereits im Vorfeld die Straßen, stärkten sich an einer der drei am Kirchplatz aufgebauten Buden mit Getränken, Bratwurstsemmeln und Krapfen, wärmten sich innerlich mit Kaffee mit Schuss. Schließlich hatte es in der Nacht geschneit, was zwar die Kälte unter die Hosenbeine kriechen ließ, dem ganzen Szenario jedoch einen wunderbar winterlichen Anstrich verpasste – höchst willkommen nach dem Schmuddelwetter vom Vortag.
Rund 300 Mitwirkende
Etwa 300 Mitwirkende aus Eschenlohe, aber auch aus Ohlstadt und anderen umliegenden Gemeinden, bestehend aus etwa zehn Themenwägen und zehn Fußgruppen gestalteten den Faschingszug, der vor Kreativität nur so strotzte. Laut, bunt und lustig, hinterfotzig und auch ganz schön politisch ging es hier zur Sache, Süßigkeiten, aber auch Sägespäne flogen kiloweise durch die Luft. Über allem schwebte das dreiköpfige Festkomitee, bestehend aus Jakob Mangold, Anton Schönach und Leonhard Buchwieser auf einer umgebauten Fläche eines Frontladers. Viel Jubel gab es für die feschen Mädels der Eschlara (Gaudi-) Garde unter der Leitung von Christine Oswald und das diesjährige Prinzenpaar Regina Schönach und Sebastian Hoyer.
Als kunterbunt maskierte Zirkustruppe mit Raubtieren im Käfig („Die ganze Welt ein Zirkus“) präsentierte sich die Musikkapelle Ohlstadt, tanzende Spaghettiteller sorgten für Begeisterung. Nicht allein dorfintern, auch in Richtung Nachbardorf Ohlstadt (und zurück) wurde kräftig ausgeteilt. Schließlich wird der Eschenloher Gaudiwurm alle zwei Jahre im Wechsel mit Ohlstadt durchgeführt.
Dorfinterne Themen wie eine öffentliche Toilette, zu der der zugehörige Schlüssel fehlt, eine Plattlergruppe, die bei einer Hochzeit aufgrund von reichlichem Alkoholgenuss bei ihrer Darbietung umfiel und nicht mehr auf die Beine kam oder der Trachtenverein, bei dem jetzt endlich auch Frauen Mitglied werden dürfen oder ein missglückter Almabtrieb der Ohlstädter Schafhirten. Hüftgoldgirls, die mit Hulahop-Reifen die Dorfstraße rocken oder fröhliche Kinder mit Steckenpferden, die die Trendsportart Hobby Horsing auf die Schippe nehmen. Dazu die Ohlstädter Trommler, die mit wilden Bärten die angeblich öfter schlecht rasierten Eschenloher Musiker liebevoll aufs Korn nehmen. Auch wenn manche Darstellungen vielleicht politich nicht ganz korrekt waren und für den ein oder anderen Stirnrunzler sorgten, war es dennoch eine rundum gelungene Faschingsgaudi, die mit Tanzdarbietungen am Dorfplatz und schließlich mit einem fröhlichem Partyabend im vom Dorfjugendverein aufgestellten Festzelt endete.
Barbara Jungwirth
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