Trotz ungemütlichem Wetter: Seehauser Faschingsgaudi lockt 850 Besucher an

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Publikumsmagnet: 850 Personen feiern zum Thema China in Seehausen. © Constanze Wilz

Die Faschingsgaudi des Verein „Da Sea is inser" hat am Samstag rund 850 Besucher angelockt. Von Glückskeksen über Pandabären bis Instant-Nudeln war alles vertreten.

Seehausen – Eine Mauer bauen, Gummihühner aus Bambusverschlägen befreien, Eimer per Tragstange durch einen Laternen-Parcours befördern: Beim Gaudiwettkampf des Seehauser Vereins „Da Sea is inser“ erwartete die 80 Teilnehmer am Faschingssamstag wieder ein ansprechender Hindernislauf mitten durch den bunt geschmückten Ortskern. Die Zweierteams kämpften um die Bestzeit – angefeuert durch die Rufe des zahlreich erschienenen Publikums.

Gaudi-Wettbewerb im Ortskern: 80 Zweierteams messen sich.
Wettbewerb im Ortskern: 80 Zweierteams messen sich. © Constanze Wilz

Dabei brachte das diesjährige Motto „China“ einiges an kreativem Potenzial zum Vorschein: Da war etwa eine als Waschmaschine verkleidete Frau mit dem Label „Made in China“ zu sehen. Etliche Pandabären mischten sich unter das Volk, es gab Reissäcke zu bestaunen, eine menschliche Ming-Vase sowie einen Reisbauern, der auf dem Rücken einen Korb mit ausladenden Schilfhalmen trug. Eine Truppe verkörperte knallrote Chinaböller, andere waren als Glückskekse oder Instant-Nudeln kostümiert. Letztere gab es zu kaufen am Stand mit dem Pappschild: „Für Hund und Katz ist noch Platz – Fledermaus ist aus!“

Geschicklichkeit ist beim Eimer-Parcours gefragt.
Geschicklichkeit ist beim Eimer-Parcours gefragt. © Constanze Wilz

Barbetrieb herrschte an der „Ping Pong Bar“ sowie beim „China Fassl“, wo ein Drache Hochprozentiges ausschenkte. Die Stimmung war insgesamt ausgelassen und friedlich. Es spielte Live-Musik, und Frank Zwertetschka legte als DJ auf. Er zeigte sich begeistert vom Andrang: Die Organisatoren schätzten, dass rund 850 Maschkera vor Ort waren. Und das trotz einer ungemütlichen Kombi aus Kälte und Nieselregen. „Die Leute danken es uns, dass wir uns immer so viel Mühe geben. Deshalb sind sie bei dem Wetter auch da“, sagte Zwertetschka. Laut dem Vereinskassier gab es nur positive Rückmeldungen. Wie berichtet, hatten im Vorfeld einige Stimmen das Motto moniert – wegen kultureller Aneignung. Bei der Veranstaltung selbst war dabei nichts zu spüren, das Thema wurde nicht politisiert.

Für Auflockerung sorgten unter anderem die beiden Moderatoren Andreas Andre und Thomas Sauerhöfer mit Weisheiten wie: „Wer lächelt anstatt zu toben, ist immer der Stärkere.“ Außerdem zog ein aus aus mehreren Personen bestehender Glücksdrache durch die Straße – angeführt von einem Samurai. Der stammt zwar ursprünglich aus Japan, doch so genau nahm man es nicht.

Zum Abschluss lockte ein Ball samt Siegerehrung in den Gasthof zum Stern. Vor dem Wirtshaus hatte sich schon am Nachmittag eine lange Schlange gebildet. Die Einnahmen kommen wieder sozialen Zwecken in der Region zugute. Seit den Anfängen des Faschings im Jahr 2007 wurden 90 000 Euro an Spenden generiert. In diesem Jahr hat sich der 179 Mitglieder starke Verein zum Ziel gesetzt, die 100 000-Euro-Marke zu knacken. Die Zahlen liegen zwar noch nicht vor, aber Kassier Zwertetschka zeigt sich zuversichtlich: „Das schaffen wir.“

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