Über 200.000 in München protestieren gegen Mullah-Regime: Pahlavi will Iran-„Übergang“ anführen

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Hunderttausende protestieren in München gegen das Mullah-Regime. Exil-Prinz Pahlavi erklärt, er wolle den demokratischen Übergang im Iran anführen.

München – Ein Meer aus grün-weiß-roten Fahnen, Sprechchöre im Regen und ein prominenter Redner: Auf der Theresienwiese haben am Samstag Hunderttausende gegen die Führung in Teheran demonstriert. Im Mittelpunkt stand der Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi, der eine politische Führungsrolle beim Übergang im Iran nicht ausschließt.

Links: Ein Meer aus grün-weiß-roten Fahnen auf der Münchner Theresienwiese – Hunderttausende demonstrieren während der Sicherheitskonferenz gegen die Führung in Teheran. Rechts: Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, nach seiner Rede bei der Großkundgebung. © Foto links: IMAGO / Anadolu Agency | Foto rechts: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Nach Angaben der Polizei kamen rund 200.000 Menschen zu der Kundgebung, deutlich mehr als die angemeldeten 100.000 Teilnehmer. Andere Beobachter sprachen sogar von bis zu 250.000 Demonstrierenden. Die Versammlung verlief laut Polizei friedlich.

Über 200.000 in München gegen Mullah-Regime: Pahlavi will „Übergang“ im Iran anführen

Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, Reza Pahlavi, erklärte auf der Bühne, er wolle den „Übergang“ im Iran anführen und das Land in eine „demokratische Zukunft“ führen. „Das Schicksal des Iran ist nicht nur eine iranische Angelegenheit“, sagte er. Es sei „ein entscheidender Test für die globale Sicherheit in unserer Zeit“.

Zuvor hatte Pahlavi laut AFP im Umfeld der Münchner Sicherheitskonferenz erklärt: „Es ist Zeit, die Islamische Republik zu beenden. Dies ist die Forderung, die aus dem Blutvergießen meiner Landsleute widerhallt.“ Die Menschen im Iran hätten „uns nicht gebeten, das Regime zu reformieren, sondern ihnen zu helfen, es zu beerdigen“.

Pahlavi und der Iran: Keine klare Absage an eine Führungsrolle

Auf der Sicherheitskonferenz wurde Pahlavi, wie tagesschau.de berichtet, von der CNN-Journalistin Christiane Amanpour gefragt: „Wollen Sie König werden?“ Ein klares Dementi blieb aus. Er habe keine persönlichen Ambitionen, wolle aber helfen, einen demokratischen Übergang zu ermöglichen. Wenn Demonstranten im Iran seinen Namen riefen, „soll ich mich dann verweigern?“

Gleichzeitig betonte er, es gehe ihm nicht um einen Titel: „Ich strebe nicht nach einem Titel, ich will mir keine Krone auf den Kopf setzen.“ Sein „einziges Ziel“ sei es, „den Tag zu erleben, an dem das iranische Volk seine Regierung wählen kann.“ Religion solle künftig „nichts zu suchen im weltlichen Recht“ haben.

Münchner Sicherheitskonferenz: Pahlavi-Einladung sorgt für Kritik im iranischen Exil

Die Teilnahme Pahlavis an der Münchner Sicherheitskonferenz war im Vorfeld umstritten. Vertreter der iranischen Führung waren von der Konferenz ausgeladen worden. Dass zugleich der Schah-Sohn als Oppositionsfigur eingeladen blieb, rief bei Teilen des iranischen Widerstands Kritik hervor.

Die Aktivistin Sahar Sanaie sprach im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media von einem „Schlag ins Gesicht der Freiheitsbewegung“. Sie bezeichnete Pahlavi als „Sohn des letzten Diktators“ und warf ihm vor, sich nie klar von der autokratischen Herrschaft seines Vaters distanziert zu haben. Kritiker befürchten, seine Rolle könne die ohnehin zersplitterte Opposition weiter spalten. Parallel zur Großkundgebung auf der Theresienwiese war in München eine weitere Demonstration unter dem Motto „No to the Shah, No to the Mullahs“ angekündigt.

Münchener Iran-Proteste: Massiver Andrang auf der Theresienwiese

Organisiert wurde die Demonstration auf der Theresienwiese vom Verein „The Munich Circle“. Viele Teilnehmer trugen iranische Fahnen, teils auch US- oder israelische Flaggen, wie der BR konstatiert. Auf Transparenten wurde das Ende des Mullah-Regimes gefordert. Immer wieder skandierte die Menge Pahlavis Namen, beobachtete die Süddeutsche Zeitung.

Nach Angaben der Polizei bewegten sich Demonstrierende sowohl auf der Theresienwiese als auch am Bavariaring. Wegen des enormen Andrangs bat die Polizei darum, das Gelände nach Veranstaltungsende in alle Richtungen zu verlassen, um Gedränge zu vermeiden. Es kam zu Verkehrsbehinderungen im Umfeld.

Siko-Proteste im Vergleich

Jahr Thema Teilnehmer (München)
2026 Iran (Pahlavi/Mullahs) 200.000–250.000
2025 Anti-NATO/Ukraine ~10.000–20.000
2003 Irak-Krieg 35.000

Iran-Solidaritätskundgebung: Internationale Dimension und Forderungen an den Westen

Pahlavi rief die westlichen Demokratien laut BR dazu auf, sich „auf die richtige Seite der Geschichte“ zu stellen. Er sprach von einer „Stunde tiefer Gefahr“ und warf der Führung in Teheran vor, über Jahrzehnte Instabilität zu exportieren und Konflikte zu schüren.

Parallel zu München waren auch Großdemonstrationen in Toronto und Los Angeles angekündigt. Im Iran selbst waren um den Jahreswechsel Massenproteste gewaltsam niedergeschlagen worden. Offizielle Opferzahlen gibt es nicht, Aktivisten sprechen von Tausenden Toten.

Nicht nur Iran im Fokus: Weitere Proteste rund um die Sicherheitskonferenz

Neben der Iran-Solidaritätskundgebung fanden in der Münchner Innenstadt weitere Demonstrationen statt. Am Stachus protestierte das Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz, am Odeonsplatz versammelte sich das Netzwerk „Macht Frieden!“, während am Max-Joseph-Platz Unterstützer der Ukraine demonstrierten, so die Süddeutsche Zeitung. Die Münchner Polizei sprach mit Blick auf die Sicherheitslage von einer „erhöhten abstrakten Gefahr“, betonte jedoch, es gebe „keine konkreten Hinweise auf Gefährdungen“.

Die Großkundgebung auf der Theresienwiese markierte indes einen der größten Proteste im Umfeld der diesjährigen Sicherheitskonferenz – und setzte ein sichtbares Zeichen der iranischen Exil-Gemeinschaft in Europa. (Quellen: AFP, dpa, Süddeutsche Zeitung, BR, tagesschau.de) (chnnn)

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