Ukrainische Rodler reagieren mit bewegender Geste auf Helm-Eklat – ZDF-Moderator hegt brisanten Verdacht

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Ein emotionaler Auftritt der ukrainischen Rodel‑Staffel bewegt Olympia. ZDF-Moderator Jochen Breyer macht dabei eine irritierende Beobachtung.

Cortina d’Ampezzo – Der umstrittene Olympia-Ausschluss des ukrainischen Skeleton-Fahrers Wladyslaw Heraskewytsch wird mehr und mehr zum Politikum und der Druck auf das IOC wird immer größer. Am sechsten offiziellen Wettkampftag kam es im Teamrodel-Wettbewerb, den die deutsche Staffel mit Edelmetall vergoldete, zu einer Solidaritätsaktion, die weltweit für Aufsehen sorgte.

Mit einer eindrucksvollen Geste setzen ukrainische Rodler ein starkes Signal – und ZDF-Moderator Jochen Breyer macht dabei eine irritierende Beobachtung. © IMAGO / Eibner / Revierfoto

Nach ihrem Lauf in der Team-Staffel knieten sich die ukrainischen Rodlerinnen und Rodler vor laufender Kamera nebeneinander in den Schnee und streckten ihre Helme in den Himmel. Sie machten unmissverständlich klar, was ihnen am Herzen lag. Solidarität für den ausgeschlossenen Skeleton-Piloten Wladyslaw Heraskewytsch, der aufgrund seines Helmes, auf dem im Ukraine-Krieg getöte Athleten und Athletinnen abgebildet sind, nicht antreten durfte.

In der Leaders‑Box, dem Ort der Führenden während des Rennens, setzten Julianna Tunyzka, Andrij Mandsij, Ihor Hoj, Nasarij Katschmar, Olena Stezkiw und Olexandra Moch ihre Aktion fort. Gemeinsam hielten sie eine ukrainische Flagge in die Kamera und riefen mehrfach „Wlad, wir sind bei dir. Ukraine, wir sind bei dir“. Viel davon war jedoch kaum zu verstehen.

Dass diese Botschaft akustisch nahezu verschwand, wurde erst später Thema – und zwar im deutschen Fernsehen, wo ZDF-Moderator Jochen Breyer eine heikle Vermutung äußerte. Denn normalerweise ist der Ton aus der Leaders‑Box klar zu hören. Doch diesmal klang es, als sei die Szene hinter einer Glasscheibe aufgenommen worden. Im ZDF erklärte Jochen Breyer: „Man hört aber, dass der Ton runtergepegelt ist.“

Er betonte, dass die Redaktion Vergleichsszenen geprüft habe – und dass dort der Ton jeweils deutlich lauter gewesen sei. Sein Fazit: „Das wirkt schon kurios“. Breyer sprach, sollte der Ton tatsächlich absichtlich gedrosselt worden sein, sogar von „Zensur“. Während über mögliche Gründe spekuliert wurde, reagierte Heraskewytsch selbst auf die Aktion seiner Teamkollegen. Auf X schickte er ein Herz‑Emoji als Antwort auf die Helm‑Geste – ein stiller, aber sehr eindeutiger Dank.

Der Hintergrund macht die emotionale Dimension verständlich: Heraskewytsch durfte nicht starten, weil er einen Helm mit Bildern von rund 20 getöteten ukrainischen Sportlerinnen und Sportlern tragen wollte. Das IOC wertete dies als unzulässige politische Botschaft während des Wettkampfs. IOC‑Präsidentin Kirsty Coventry erklärte den Ausschluss unter Tränen, und der Ukrainer legte inzwischen Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof ein. Die Ukraine kämpft seit fast vier Jahren gegen die russische Invasion, und die abgebildeten Athleten waren Opfer dieser Angriffe. (kus)