Die Sportwelt nimmt Abschied von Uljana Semjonowa. Die 73‑Jährige schrieb Basketballgeschichte und bleibt für einen historischen Rekord unvergessen.
Riga – Die Nachricht vom Tod von Uljana Semjonowa hat in Lettland und weit darüber hinaus große Trauer ausgelöst. Die frühere Centerspielerin gilt als eine der prägendsten Figuren der Basketballgeschichte, eine Athletin, die mit ihrer Mischung aus Dominanz, Eleganz und Siegermentalität Generationen inspirierte.
Der lettische Verband bestätigte, dass Semjonowa im Alter von 73 Jahren verstorben ist. Ihre sportliche Bilanz wirkt auch Jahrzehnte später wie aus einer anderen Welt. Die 2,13 Meter hochgewachsene Basketballspielerin war auf der Centerposition zu Hause und verlor im Nationaltrikot der Sowjetunion kein einziges Spiel – ein Rekord, den bis heute keine Spielerin übertroffen hat.
Sportwelt trauert um Basketball-Heldin Uljana Semjonowa
Dem internationalen Basketballverband zufolge (FIBA) hat keine Frau mehr Siege im internationalen Basketball erreicht als Semjonowa. Sie selbst erklärte einst über ihre ungewöhnliche Präsenz auf dem Feld: „Ich wollte nicht einschüchtern. Ich wollte einfach spielen.“ Diese einfache Haltung machte sie zur Legende.
Von 1968 bis 1986 spielte Semjonowa für die UdSSR und blieb 18 Jahre lang ungeschlagen. 1976 und 1980 gewann sie Olympia‑Gold, dazu drei WM‑Titel 1971, 1975 und 1983. Ihre Erfolgsserie setzte sich auf kontinentaler Ebene fort: Zehn EuroBasket‑Triumphe in Folge formten ein Vermächtnis, das selbst im heutigen Profibasketball unerreicht bleibt.
Auch im Vereinsbasketball schrieb sie Geschichte. Mit TTT Riga feierte sie elf Europapokalsiege, später spielte sie zudem in Madrid und Frankreich. Bereits 1993 wurde sie als erste Europäerin in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen. Für FIBA folgte 2007 die Aufnahme in deren eigene Ruhmeshalle – ein weiterer Meilenstein ihrer Karriere.
In Lettland wurde Semjonowa sage und schreibe zwölfmal zur beliebtesten Sportlerin des Jahres gewählt. Später engagierte sie sich als Vorsitzende der Latvian Olympian Social Foundation für soziale Projekte im Sport. Klar ist: Ihr Name wird für immer untrennbar mit einer Ära verbunden bleiben, die sie maßgeblich geprägt hat. Erst an Weihnachten wurde die traurige Nachricht vom Tod einer weiteren Olympia-Legende publik. (kus)